30.000 Frankfurter feierten im Camp Nou eine echte Party. Das nächste Spiel führt die Frankfurter nach London.
30.000 Frankfurter feierten im Camp Nou eine echte Party. Das nächste Spiel führt die Frankfurter nach London.Bild: www.imago-images.de / NURphoto

Eintracht Frankfurt in London: Fans kämpfen um Tickets gegen West Ham – irre Preise auf Schwarzmarkt

21.04.2022, 16:2521.04.2022, 22:56

Vor einer Woche feierte Eintracht Frankfurt die größte Fan-Party der Europa-League-Geschichte. Rund 30.000 Anhänger des Bundesligisten waren nach Barcelona gereist und erlebten auf dem Feld und auf den Rängen einen Abend, der in die Geschichtsbücher einging.

Beim FC Barcelona sorgte das Frankfurter Heimspiel in der Fremde für mächtig Wirbel, vereinsintern wurde sogar eine Untersuchung eingeleitet, wie es passieren konnte, dass so viele Deutsche ein Ticket ergattern konnten. Dabei ist die Antwort an Einfachheit nicht zu überbieten: Die Frankfurter haben die Tickets einfach gekauft. Weil sie verfügbar waren. Ende der Geschichte.

Am 28. April findet die Frankfurter Reise durch Europa nun ihre Fortsetzung. Wie schon 2019 steht der Bundesligist im Halbfinale, erneut geht es nach London: Vor drei Jahren spielte man beim Chelsea, nun heißt der Gegner West Ham United. Und der hat ziemlich deutlich gemacht, dass er kein Interesse hat, den Frankfurtern mehr als die ihnen zustehenden fünf Prozent der Stadionkapazität zu überlassen. Ergibt bei 60.000 Plätzen im Olympiastadion von London ein Gästekontingent von 3.000.

Weshalb natürlich der Schwarzmarkt, vor allem online, blüht. Frankfurter Anhänger, die sich auf diesem Weg Tickets besorgen, werden jedoch damit rechnen müssen, im Zweifel die Eingangskontrolle nicht passieren zu dürfen.

Davor warnen sogar Plattformen, auf denen der Tickethandel betrieben wird: "Fans der Gastmannschaft dürfen nur Tickets für den Away Fans Sektor (Away Fan Section – Gästesektor) kaufen. StubHub übernimmt keine Verantwortung für Aktionen gegen Fans, die versuchen, andere Sektoren des Stadions zu betreten", ist zum Beispiel auf der Seite "StubHub" zu lesen.

Auch die Eintracht selbst hat kommuniziert, dass West Ham auf die in England nicht unübliche "Zero Tolerance Policy" bestehen werde.

Online sind einige Tickets zu aberwitzigen Preisen erhältlich

Fakt bleibt jedoch: Die Tickets gehen auf diesem Wege weg. Am Donnerstagnachmittag (Stand: 16 Uhr) waren knapp 100 Eintrittskarten verfügbar. Die "billigste" kostete 388 Euro, die teuerste 1850 Euro. Da versuchen sich einige Menschen eine goldene Nase zu verdienen.

Ob Fans, die auf diesem überteuerten Wege versuchen, ins Stadion zu gelangen, die Partie wirklich werden sehen dürfen? Das kann niemand ernsthaft beantworten. Schon beim Spiel in London vor drei Jahren, als die Eintracht im Elfmeterschießen scheiterte, waren deutlich mehr als die offiziell angekündigten 2.000 Fans aus Frankfurt im Stadion. Allerdings inkognito.

Selbst beim Treffer zum 1:1 durch Luka Jovic bissen sich damals Hunderte Frankfurter vor Ort auf die Zunge und blieben auf ihren Plätzen sitzen. Aus Angst, aus dem Stadion zu fliegen, wenn sie sich als Auswärtsfans in falschen Blöcken zu erkennen geben.

"Es werden alle Wege unternommen, auch da an ein signifikantes Ticket-Kontingent zu kommen."
Eintracht-Vorstandssprecher Axel Hellmann

Vorstandssprecher Axel Hellmann machte gegenüber der "Bild" kein Geheimnis daraus, dass er die identische Situation erneut erwartet: "Ich will keine Geheimnisse verraten, aber unsere Fans sind sehr kreativ. Es werden alle Wege unternommen, auch da an ein signifikantes Ticket-Kontingent zu kommen. Da können Sie zu 100 Prozent sicher sein."

Einen Unterschied zu 2019 gibt es in diesem Jahr aber definitiv: Das Auswärtsspiel in London ist nicht das Rück-, sondern das Hinspiel. Die Entscheidung, ob die SGE ins Finale einzieht, fällt also im Frankfurter Stadtwald. Vor rund 45.000 Frankfurtern.

(sw)

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