Hinter Manuel Neuer (vorn) streiten sich Marc-André ter Stegen, Kevin Trapp und Bernd Leno (v.l.) um die verbleibenden zwei Plätze für die WM in Katar.
Hinter Manuel Neuer (vorn) streiten sich Marc-André ter Stegen, Kevin Trapp und Bernd Leno (v.l.) um die verbleibenden zwei Plätze für die WM in Katar.Bild: augenklick / firo Sportphoto

DFB-Torhüter teilt gegen Ex-Klub aus: "Ging nur um Politik"

09.09.2022, 07:1309.09.2022, 07:14

Nach drei Jahren als Stammkeeper beim FC Arsenal verlor Bernd Leno letztes Jahr seinen Stammplatz bei den Gunners an den inzwischen 24-jährigen Engländer Aaron Ramsdale. Infolgedessen wurde Leno seit letztem November auch nicht mehr für die Nationalmannschaft nominiert.

Beim FC Fulham spielte Bernd Leno nach seinem Wechsel in allen vier Partien durch.
Beim FC Fulham spielte Bernd Leno nach seinem Wechsel in allen vier Partien durch. Bild: www.imago-images.de / News Images

Zu Beginn der aktuellen Spielzeit wechselte er daher innerhalb Londons zum FC Fulham, seit dem dritten Spieltag spielt er nun wieder. Jetzt sprach er in der "Sport Bild" über die Gründe für seinen Wechsel und seine eigenen WM-Ambitionen.

Leno über Konkurrenz beim FC Arsenal: "Keinen fairen Zweikampf" bekommen

"Ich bin kein Trainingstorwart", begründet der 30-Jährige seine Entscheidung zu einem Wechsel. "Es war offensichtlich: Ich bekomme keinen fairen Zweikampf", beurteilt er die Konkurrenz-Situation beim FC Arsenal.

Aaron Ramsdale verdrängte Leno im Arsenal-Tor. Seit November ist er sogar englischer Nationalspieler.
Aaron Ramsdale verdrängte Leno im Arsenal-Tor. Seit November ist er sogar englischer Nationalspieler.Bild: www.imago-images.de / Sportimage

Das habe man auch an der Verpflichtung des US-Amerikaners Matt Turner sehen können. Dieser solle hinter Ramsdale als Nummer zwei aufgebaut werden, "da sich das gut auf die Vermarktung auswirken würde." Als Leno gemerkt habe, "dass es nicht um Performance geht, sondern nur um Politik [...] war für mich klar: Ich muss hier weg."

Der Wechsel innerhalb Londons habe sich angeboten, da es Leno und seiner Familie in der englischen Hauptstadt wohl sehr gut gefällt. Außerdem wollte er unbedingt in der Premier League bleiben, nach seiner Einschätzung "die beste Liga der Welt."

Leno: "Ohne Spielpraxis wäre ich im Kampf um ein WM-Ticket chancenlos"

Die Bundesliga verfolge Leno zwar immer noch leidenschaftlich, am spannendsten findet er (abgesehen von Ex-Klub Bayer Leverkusen) aber den Abstiegskampf. Die Meisterschaft sei sowieso schon zugunsten des FC Bayern entschieden.

Den letzten spannenden Titelkampf in der Bundesliga habe es gegeben, "als ich noch in Windeln gesteckt habe", so überspitzte es Leno gegenüber "Sport Bild". Das sei bedauerlich. "Selbst die Bayern-Fans hätten doch lieber diesen Adrenalin-Kick am letzten Spieltag", glaubt Leno.

Nach dem Frankfurter Europapokal-Triumph im Mai hat Kevin Trapp wohl beste Chancen auf einen Platz im WM-Kader.
Nach dem Frankfurter Europapokal-Triumph im Mai hat Kevin Trapp wohl beste Chancen auf einen Platz im WM-Kader.Bild: dpa / Sebastian Gollnow

Spannend wird dagegen Lenos Kampf um eine Nominierung zur Winter-WM in Katar. Aktuell haben neben Manuel Neuer (FC Bayern) wohl Marc-André ter Stegen (FC Barcelona) und Kevin Trapp (Eintracht Frankfurt) die besten Chancen auf die drei freien Plätze.

"Ohne Spielpraxis wäre ich im Kampf um ein WM-Ticket chancenlos gewesen", weiß auch Leno. Nachdem er nun wieder einen Stammplatz in England hat, schöpft er jedoch Hoffnung: "Die Premier League ist eben die Premier League", betont er das wahrscheinlich beste Argument im Vergleich mit Kevin Trapps Europapokal-Triumph.

(kpk)

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