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Spain's Sergio Ramos, right, jokes with his teammate practice Diego Costa during a training session of Spain at the 2018 soccer World Cup in Krasnodar, Russia, Friday, June 22, 2018. (AP Photo/Manu Fernandez)

Im Duell um den größten Holzkopf: Diego Costa und  Bild: AP

Unfassbar unsympathische WM-Favoriten – Episode 1: Spanien

26.06.18, 18:22 26.06.18, 19:01
Toni Lukic
Toni Lukic

Eine der ernüchternderen Erkenntnisse dieser WM ist, dass die Schere zwischen Spitzen-Nationen und den Underdogs immer größer wird. In Russland gibt es einfach keine Überraschungsteams. Die Kleinen wie Iran, Panama oder Peru kämpfen aufopferungsvoll, schaffen es aber nicht in ihrer Unzulänglichkeit, Spanien, England oder Frankreich wirklich zu ärgern.

Stattdessen würgen sich Favoriten durch die Vorrunde, ohne je wirklich gefährdet zu sein. Und die meisten Spitzenteams geben sich dabei noch ekelhaft arrogant. Während kleine Nationen solange kämpfen, bis die "Oberschenkel zu machen", stolzieren viel talentiertere Spieler der großen Nationen wie Gockel über den Platz. Als ob der Fan es ihnen danken müsste, dass sie sich erbarmen, bei einer WM dabei zu sein. Und das Schlimmste ist: Sie fahren trotzdem die Siege ein.

Es gibt so viele unsympathische Teams in diesem Turnier, doch im Konzert der Arschgeigen-Mannschaften gehört ein Team schon zum Inventar:

Spanien

WM 2018, Portugal - Spanien WM 2018, Portugal - Spanien FUSSBALL WM 2018 Vorrunde Gruppe B 15.06.2018 Portugal - Spanien Sergio Busquets, Gerard Pique und Sergio Ramos (v.l., alle Spanien) reklamieren beid Schiedsrichter Gianluca Rocchi (ITA) *** FIFA World Cup 2018 Preliminary Round Group B 15 06 2018 Portugal Spain Sergio Busquets Gerard Pique and Sergio Ramos all Spain complain to referee Gianluca Rocchi ITA PUBLICATIONxNOTxINxAUTxSUIxITA

Kennt man das Bild irgendwoher oder? Bild: imago sportfotodienst

Nicht falsch verstehen, Spanien hat feierbare Spieler. Auf Iniesta lasse ich nichts kommen, Iscos Spiel ist ein Gedicht und auch Marco Asensio ist spielerisch wie charakterlich einwandfrei.

Und wenn Spanien mal loslegt, kann sich niemand dem unwiderstehlichen Passspiel entziehen. Das Problem nur: Die "Furia Roja" hat in den letzten Jahren ihr spielerisches Mojo verloren und muss sich nun anders helfen. Spanien spielt diesmal wenig dominant, hätte gegen Iran nicht gewinnen dürfen und gegen Marokko verlieren müssen. Stattdessen tritt das Team als Tabellenerster gegen Russland an. Und wird wohl auch dieses Spiel gegen den überbewerteten Gastgeber gewinnen.

Spaniens Team ist voller Lamentierer, Gelb-Forderer und gesichtsloser Ballmagneten. 

Ramos ist der Posterboy dieser Unsympathen

Real-Madrid-Hackebeil Sergio Ramos, der regelmäßig Verletzungen seiner Gegenspieler riskiert, weiß selber genau, wann er abzuheben hat. Ich kann irgendwo noch nachvollziehen, wenn ein Stürmer ein Foul schindet. Doch für Verteidiger, die Schwalben versuchen, fehlt mir jeglicher Respekt. Ramos war so einer, der früher im Sandkasten Burgen kaputt getreten hat und andere Kinder kopfüber in den Sand steckte, um dann aber auf dem Schoß der Eltern den lieben Zölibatsjungen zu spielen.

Für Ramos gab es nach dem Foul gegen Salah übrigens keine Strafe:

Das Schlimmste an Ramos ist noch, dass seine unsportliche Spielweise von anderen Spielern noch als Sieger-Mentalität ausgelegt wird. "So einen Spieler willst du in der Mannschaft haben", heißt es dann. Na, herzlichen Glückwunsch, lieber Fußball, wenn Arschloch-sein mit Gewinnen gleichgesetzt wird. Zur Info: Kein Spieler bei Real Madrid, keiner in der Primera Division und keiner in der spanischen Nationalmannschaft hat mehr gelbe und rote Karten gesammelt als Ramos – alleine bei Real Madrid über 200 Gelbe Karten und 24 Platzverweise. ("Basler Zeitung"/"Transfermarkt.de")

Doch es bleibt nicht bei Ramos. Gerard Piqué ist die Light-Version von Ramos, ein Schönling, der immer als erster Spieler beim Schiedsrichter steht und auch mal reinhaut, wenn der Unparteiische nicht guckt.

Dann wäre noch Sergio Busquets, Defensiv-Geist von Barcelona, der auch mal mit einer Schwalbe Tempo-Gegenstöße verhindert.

Diego Costa, immer in Tritt

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Diego Costa bei der Arbeit, hier gegen Vincent Kompany Bild: imago sportfotodienst

Abgerundet wird diese Truppe von Diego Costa, der ebenfalls zu fliegen weiß, aber immer wieder auf diverse Körperteile von Gegenspielern tritt. Costa benutzt jeden erdenklichen Trick, um seine Gegner außer Fassung zu bringen. Irans Verteidiger Morteza Pouraliganji erzählte folgendes nach seinem Duell mit Costa:

"Diego Costa hat während des ganzen Spiels jeden, den ich kenne, verflucht. Die Sachen, die er von Beginn an zu mir gesagt hat, waren ekelhaft. Er hat meine Familie konstant beleidigt. Er drehte sich einfach immer um, schaute mir in die Augen und beleidigte meine Schwester und meine Mutter."

Irans Verteidiger Morteza Pouraliganji

Gegen harte Spieler ist im Prinzip nichts einzuwenden, aber die Spanier teilen aus und beschweren sich, wenn sie selber auf die Füße kriegen. Deswegen sind die Classicos zwischen Barcelona und Madrid so gut wie ungenießbar. Und das schlimmste ist noch: Sie sind damit erfolgreich. 

Der Fußball muss hoffen, dass Kroatien im Viertelfinale Spanien mit fußballerische Klasse zurücktritt oder Dänemark einen Sahnetag erwischt. Noch eine Siegerzeremonie mit Ramos halte ich nicht aus.

So würde eine DDR-Nationalmannschaft 2018 aussehen:

Was machen die anderen bei der WM?

Wie 1998: Die Ausgestoßenen Griezmann und Pogba sollen Frankreich einen

Sie halten alles zusammen – die 4 größten Stars hinter den Stars

Jetzt spricht alles dafür, dass Kroatien Weltmeister wird

Alle tun sich schwer – wer ist jetzt eigentlich Favorit auf den WM-Titel?🤔

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3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • FIFA-Betrüger 27.06.2018 12:10
    Highlight Was für ein parteiischer mit nationalistischer Brille geschriebener Artikel! Zum Ausgleich erwarte ich einen Artikel über diese schlecht spielende deutsche Mannschaft, die maulenden Spieler, die die Schuld nur bei anderen suchen und ein unfassbar peinlicher Trainer, der ein so extrem unfreundliches Gesicht macht, als sei gerade die Welt untergegangen. Nichts von menschlicher Größe und Fähigkeit auch mal verlieren zu können. Eh nicht gerade eine deutsche Tugend.
    1 2 Melden
    • Toni 28.06.2018 13:01
      Highlight @FIFA-Betrüger: Hallo, Herr Blatter. Ich trage gar keine Brille und schon gar keine nationalistische. In der Headline steht Episode 1. Das bedeutet, dass andere WM-Favoriten noch behandelt werden. Die deutsche Mannschaft wäre auch noch dran gewesen, aber leider hat sich das gestern erübrigt.
      2 0 Melden
  • Varanasi 26.06.2018 22:33
    Highlight Danke für diesen Artikel, er spricht mir aus der Seele!
    6 1 Melden

Das Einzige, das nach dem WM-Aus leid tun muss: Marco Reus

Toni Kroos sagte nach seinem Kunstfreistoß gegen Schweden in die Kamera: "Man hat das Gefühl, dass es viele Leute in Deutschland gefreut hätte, wenn wir heute rausgegangen wären.“ Das ist schon komisch, dass der amtierende Weltmeister im eigenen Land so viele Hater hat.

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