Formula 1 2021: Saudi Arabia GP JEDDAH STREET CIRCUIT, SAUDI ARABIA - DECEMBER 05: Crown Prince Mohammed bin Salman and other dignitaries on the grid during the Saudi Arabia GP at Jeddah Street Circui ...
2021 wurde erstmals ein Formel-1-Rennen in Saudi-Arabien ausgetragen. Kronprinz Mohammed bin Salman läuft durch die Startaufstellung.Bild: imago images/Motorsport Images
Motorsport

Formel 1: FIA-Boss warnt vor drastischen Folgen durch Saudi-Übernahme

25.01.2023, 17:57

Die Formel 1 erlebt aktuell einen beispiellosen Boom. Zunehmend erschließt die Rennserie Riesenmärkte wie China und die USA. Vor allem in den Staaten ist der Hype um die Königsklasse des Motorsports riesig – auch bedingt durch den großen Erfolg der Netflix-Serie "Drive to Survive", von der am 24. Februar die fünfte Staffel erscheinen wird.

Zu der fünften Staffel von "Drive to Survive" gibt es bereits erste Bilder. Video: YouTube/Netflix

Für das US-Medienunternehmen Liberty Media, das seit 2016 die Rechte an der Formel 1 hält, scheint sich das Investment gelohnt zu haben. Die Amerikaner zahlten damals 4,4 Milliarden US-Dollar an die Firma von Bernie Ecclestone– die boomende Rennserie soll jetzt das Fünffache wert sein.

Kürzlich vermeldete nämlich die Nachrichtenagentur Bloomberg, dass Saudi-Arabien Liberty Media die Formel 1 abkaufen will – für unglaubliche 20 Milliarden Dollar.

Das Geld soll aus dem saudischen Staatsfonds PIF (Public Investment Fund) fließen, mit dem das Scheich-Regime schon den englischen Fußballklub Newcastle United aufgekauft hat.

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Liberty soll das Angebot aber abgelehnt haben, berichtet Bloomberg. Bislang hat sich weder die Formel 1, noch Saudi-Arabien zu den Gerüchten geäußert. Der Motorsport-Weltverband FIA inzwischen schon, und zwar in Person seines Präsidenten Mohammed Ben Sulayem.

FIA-Boss Ben Sulayem warnt vor Folgen für Fans

Dieser konnte die Meldung zwar auch nicht bestätigen, machte aber klar, was die FIA von den angeblichen Übernahmeplänen hält. "Jeder mögliche Käufer sollte gesunden Menschenverstand einsetzen und das größere Wohl des Sports bedenken und einen klaren, nachhaltigen Plan haben – nicht nur eine Menge Geld", mahnt Ben Sulayem ohne konkrete Namen zu nennen.

Der FIA-Boss schreibt weiter: "Es ist unsere Pflicht, über zukünftigen Auswirkungen auf Promoter im Hinblick auf höhere Renngebühren und andere kommerzielle Kosten und alle nachteiligen Auswirkungen nachzudenken, die es auf Fans haben könnte".

Im Interview mit dem englischsprachigen Portal "Motorsport.com" begründet er diese Sorge so: Wer so viel Geld für ein Produkt zahle, werde es an einigen Stellen teurer machen, "um das Geld wieder reinzuholen". Promoter müssten dann womöglich mehr Geld zahlen, um die Rennen austragen zu können und könnten sich gezwungen sehen, die neuen Gebühren zum Beispiel in Form von höheren Ticketpreisen an die Fans weiterzugeben.

Sulayem findet angebliches Angebot "übertrieben"

Das vermeintliche Angebot der Saudis bewertet der FIA-Boss als "übertrieben". "Mit gesundem Menschenverstand gesprochen: Ist die Formel 1 so viel wert?", fragt er im Interview mit "Motorsport.com".

Außerdem betont Ben Sulayem: Sein Motorsportverband sollte bei möglichen Gesprächen über die Zukunft der Formel 1 mit am Tisch sitzen. "Bis jetzt sind es sowieso nur Gerüchte. Aber ich denke, auch die FIA sollte Teil dieser Gespräche sein oder Ratschläge anbieten."

BVB: Dortmund-Torhüter Kobel spricht über Bayern-Gerüchte

Die Karriere von Gregor Kobel hat zuletzt einen steilen Verlauf genommen: Bereits in seiner zweiten Spielzeit bei Borussia Dortmund setzte ihn der "Kicker" an die Spitze der "Rangliste des Deutschen Fußballs", stufte ihn besser als Manuel Neuer ein. Seit einigen Wochen gibt es Gerüchte um das Interesse des FC Bayern am Schweizer.

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