Der Sonntagvormittag verlief äußerst erfolgreich für die deutschen Leichtathletinnen. Im Vorlauf des Hindernislaufes kämpften insgesamt 36 Frauen um einen Platz im Finale, das am Dienstag stattfindet.
Darunter waren mit Gesa Felicitas Krause, Olivia Gürth und Lea Meyer drei deutsche Starterinnen. Krause und Meyer sicherten sich dabei den Einzug ins Finale, Gürth wiederum scheiterte denkbar knapp, verpasste die nächste Runde um eine Hundertstelsekunde.
Durchaus knapp war es auch bei Krause, die sich vor den Augen ihres Partners und der gemeinsamen Tochter an der letzten Hürde ein blutiges Knie einhandelte und beinahe gestürzt wäre. Sie hielt aber die Balance, setzte einen fulminanten Schlussspurt an und sprang von dem sechsten auf den dritten Rang.
Dieser Sprint war notwendig, denn nur die besten Fünf pro Lauf qualifizierten sich für das Finale. "So einen schnellen Vorlauf habe ich noch nie in meiner sportlichen Karriere bewältigt", sagte Krause anschließend am Mikrofon der ARD.
Dem blutigen Knie zum Trotz blickte sie zuversichtlich in Richtung des Finallaufs am Dienstag: "Mir geht es gut und ich denke, das kann ich in zwei Tagen so in den Griff kriegen, dass alles wieder okay ist."
Bestens gelaunt präsentierte sich auch Meyer, als sie zum Gespräch mit ARD-Reporter Claus Lufen vor die Kamera trat. Bestens gelaunt hatte sie sich auch schon auf der Laufbahn gezeigt, sogar vor dem Überschreiten der Ziellinie.
"Frank Busemann ist aufgefallen, dass sie schon vor der Ziellinie mit der Französin Alice Finot ein kleines Pläuschchen gehalten haben", verwies Lufen im Gespräch mit der Läuferin auf eine Beobachtung des ARD-Experten. "Was wurde denn da getuschelt?"
Meyer reagierte zunächst mit einem Lachen, setzte dann aber zu einer Erklärung an. "Wir haben uns vorher noch unterhalten. Sie hat gesagt, dass sie mega Bock hat, ich habe gesagt: Ich auch. Und ich finde es super, dass du im Rennen bist'", berichtete die deutsche Athletin vom Austausch mit der Französin vor dem Lauf.
"Für eine Europameisterin kommen die Leute", führte Meyer am ARD-Mikrofon weiter aus. "Es hat mich auch getragen, dass sie immer neben mir war. Sie hat mich gepusht, mir aber auch meine Schritte gelassen." Finot erwies sich in Meyers Augen also als faire Widersacherin.
"Wenn man dann drei Meter vor dem Ziel oben auf der Leinwand sieht, dass es reicht, sagt man schon mal: ‘Good job, we made it’", verriet die Deutsche zudem, was sie der französischen Läuferin schließlich auf den letzten Metern gesagt hat.
Am Dienstag sind Meyer und Finot dann erneut Konkurrentinnen. "Das Finale war das große Ziel. Ich weiß, dass ich es drauf habe, ich weiß, dass ich da hingehöre", blickte die Deutsche dem Finale selbstbewusst entgegen, ohne dabei jedoch ein konkretes Ziel auszurufen: "Jetzt genieße ich es einfach nur."