Das australische Rugby-Team war nach dem Olympia-Aus frustriert.
Das australische Rugby-Team war nach dem Olympia-Aus frustriert.
Bild: www.imago-images.de / Li Ga

Olympia-News: Rugby-Spieler sorgen mit Randale im Olympischen Dorf für Eklat

04.08.2021, 17:32

Die Olympischen Sommerspiele in Tokio sind in vollem Gange. 206 Nationen, 16 Tage lang, 33 Sportarten. Ein Feuerwerk an Emotionen und Höchstleistungen.

Die Spiele stehen aber auch negativ im Fokus. Steigende Infektionszahlen in Japans Hauptstadt sowie diverse Ansteckungen unter Athleten ließen kritische Stimmen laut werden.

"Tokyo 2020" ein dennoch ein internationales Sportevent, bei dem wieder sportliche Höchstleistungen abgerufen und im besten Fall Rekorde gebrochen werden. Oder wie der deutsche Wasserspringer Patrick Hausding es sagte: "Wie man die Olympischen Spiele auch nimmt, es werden besondere Spiele." Mittlerweile haben Deutsche Athleten schon einige Medaillen holen können.

Medaillen-Spiegel der deutschen Olympia-Athleten

  • Gold: 8
  • Silber: 8
  • Bronze: 14

4. August

10.50 Uhr: Australische Rugby- und Fußball-Teams zerstören Hotelzimmer im Olympischen Dorf

Rugby ist wohl ein der beliebtesten Sportarten in Australien, da erklärt sich der Frust, den die "Aussies" nachdem sie im Viertelfinale ausgeschieden sind. Eine Entschuldigung für das Fehlverhalten im Olympischen Dorf ist das aber nicht. Die Mannschaft randalierten offenbar gemeinsam mit den Fußballern in ihren Hotelzimmern.

Wie das Nationale Olympische Komitee Australiens (AOC) mitteilte, zerstörten die Athleten ihr Betten im Olympischen Dorf. Auf dem Rückflug am 30. Juli sollen sie sich zudem "inakzeptabel" verhalten haben.

Das Team soll durch übermäßigen Alkoholkonsum aufgefallen sein. Außerdem sollen sie die Anweisungen der Flugzeugbesatzung ignoriert und keine Masken getragen haben. Einer der Spieler soll sich sogar in eine Flugzeugtoilette übergeben haben.

Matt Carroll, der Generalsekretär des AOC, verurteilte das Fehlverhalten: "Das ist extrem enttäuschend, aber sowohl die Rugby-, als auch die Fußballabteilung haben mir berichtet, dass solch ein Benehmen sicher nicht akzeptabel ist in ihrem Sport und haben sich glaubhaft beim australischen Olympia-Team entschuldigt".

Der australische Delegationsleiter Ian Chesterman sagt: "Einige junge Leute haben einen Fehler gemacht". Disziplinarmaßnahmen soll es aber keine geben, da sich die Sportler entschuldigt haben.

3. August

12.45 Uhr: Simone Biles gewinnt bei olympischem Turn-Comeback Bronze

Die US-amerikanische Turnerin Simone Biles ist eindrucksvoll auf die internationale Bühne zurückgekehrt und holte am Schwebebalken Rang 3 und damit die Bronze-Medaille. Nach ihrer sportlichen Auszeit, die sie sich wegen mentaler Probleme nahm, ist dieser Erfolg überraschend. Lediglich die Chinesinnen Guan Chenchen und Tang Xijing waren stärker als die Rekord-Weltmeisterin aus Texas.

Vor einer Woche (27. Juli) hat Biles den Team-Mehrkampf der Frauen im Turnen abgebrochen, und die Teilnahme an den folgenden Einzelwettkämpfen abgesagt. "Die Liebe und die Unterstützung haben mich realisieren lassen, dass ich mehr bin, als meine Erfolge und Turnen, was ich vorher nie richtig geglaubt habe", schreibt die 24-Jährige im Anschluss auf Instagram.

2016 gewann sie in Rio de Janeiro viermal Gold. Die internationale Turnwelt rechnete erneut mit zahllosen Goldmedaillen für die Athletin. Beim Mehrkampf habe sie allerdings während eines Sprungs die Orientierung verloren und sah sich nicht imstande den Wettkampf zu Ende zu bringen. Am Schwebebalken verzichtete sie daher auf jegliche Art von Schrauben.

8.30 Uhr: Mit dem letzten Versuch – Weitsprung-Star Mihambo holt Gold

Der Weltmeisterin Malaika Mihambo ist im Weitsprung-Krimi von Tokio eine goldene Punktlandung gelungen. Im Olympia-Finale triumphierte die 27-Jährige von der LG Kurpfalz am Dienstag im letzten Versuch mit 7,00 Metern. Silber sicherte sich die bis zum fünften Durchgang führende viermalige Weltmeisterin und London-Olympiasiegerin Brittney Reese aus den USA mit 6,97 Metern vor der Weltjahresbesten Ese Brume aus Nigeria. Es ist die zweite Medaille für die deutschen Leichtathleten nach Silber der Potsdamer Diskuswerferin Kristin Pudenz.

2. August

17.30 Uhr: Rotter-Focken krönt Karriere mit Gold, Pudenz gewinnt überraschend Silber

Gleich zwei deutsche Athletinnen überraschten mit ihrer Performance am Montag. Zunächst krönte Ringerin Aline Rotter-Focken ihre Karriere und gewann im letzten Kampf ihrer Laufbahn das Olympische Finale bis 76 Kilogramm mit 7:3 gegen die Favoritin Adeline Gray (USA). Die 30-Jährige ist die erste deutsche Olympiasiegerin im Frauen-Ringen. "Es ist egal, dass es Corona-Spiele sind und egal, dass wir Masken tragen müssen. Die Emotionen sind die gleichen", sagte sie nach ihrem historischen Sieg.

Alina Rotter-Focken jubelt emotional mit ihrem Trainer.
Alina Rotter-Focken jubelt emotional mit ihrem Trainer.
Bild: www.imago-images.de / Frank Hoermann

Diskuswerferin Kristin Pudenz holte überraschend Silber und stellte mit 66,86 Metern ihre persönliche Bestweite auf. Dabei musste der Wettkampf aufgrund von Regen zwischenzeitlich für eine Stunde unterbrochen werden. Für die deutschen Diskuswerferinnen war es die erste Medaille seit den Spielen 1996 in Atlanta.

Ebenfalls Silber holten Lea-Sophie Friedrich und Emma Hinze im Teamsprint. Dabei fehlten dem Duo nur 0,085 Sekunden auf das chinesische Team.

Reiterin Julia Krajeweski baute die Gold-Serie der Vielseitigkeitsreiter aus und holte für Deutschland das vierte Einzelgold in Serie.

11.10 Uhr: Britischer Gold-Sieger strickt seelenruhig auf Olympia-Tribüne

Der Turmspringer Tom Daley gewann am verganenen Montag gemeinsam mit seinem Synchronpartner die olympische Gold-Medaille beim Sprung vom 10-Meter-Turm. Anschließend konnte sich der 27-Jährige entspannt zurücklehnen und das 3-Meter-Wasserspringen von der Tribüne aus beobachten. Doch statt aufmerksam den Wettkampf zu verfolgen, entschied sich der Olympia-Sieger fürs Stricken – Bilder davon wurden in sozialen Netzwerken gefeiert.

Nach seinem Olympiasieg präsentierte er bei Instagram stolz sein jüngstes Kunstwerk: eine selbstgestrickte Mini-Tasche – für seine Gold-Medaille. "Jetzt kann ich meine Medaille mit mir herumtragen kann, ohne dass sie zerkratzt wird", erklärte der 27-Jährige im Video.

Tom Daley ist bekannt für sein Handarbeits-Talent: Der Olympia-Star hat in seinem Buch "Tom Daley's Life", in dem es darum geht, wie man gesund und entspannt lebt, auch schon sein Hobby erwähnt. Seine Liebe zum Stricken und Häkeln habe ihn während der Spiele "bei Verstand gehalten", erklärt der 27-Jährige.

1. August

11.50 Uhr: Alexander Zverev holt Gold in Tokio

Alexander Zverev ist der erste deutschen Olympiasieger im Herren-Einzel. Der Tennisprofi aus Hamburg gewann am Sonntag in Tokio das Finale gegen den Russen Karen Chatschanow 6:3, 6:1 und feierte damit den größten Erfolg seiner Karriere und schreibt damit gleichzeitig Geschichte. Zverev war bei seiner Olympia-Premiere an Position vier gesetzt und galt damit als Medaillenkandidat für Japan. Dass er aber Gold holen würde, war nicht zu erwarten gewesen.

Die letzte deutsche Medaille im Herren-Einzel holte Tommy Haas vor 21 Jahren in Sydney. Bei den Damen war Angelique Kerber 2016 in Rio Olympia-Zweite geworden. Gold holten zuvor Boris Becker/Michael Stich im Doppel in Barcelona 1992 und Steffi Graf 1988 im Einzel.

11.13 Uhr: Simon Geschke verlässt Quarantäne-Hotel

Der Radprofi Simon Geschke durfte acht Tage nach seinem positiven Coronatest kurz vor Beginn der olympischen Spielen endlich die Heimreise antreten. Wie jeden Morgen in den vergangenen acht Tagen wurde der 35-Jährige um 7 Uhr morgens von den Lautsprechern des Quarantäne-Hotels geweckt, um Fieber zu messen. Danach ging es endlich wieder Richtung Deutschland, inklusive Überraschung am Flughafen. "Und gerade wenn du denkst, dass es besser wird ... kommst du am Flughafen an und es wird kein Bier verkauft", scherzte der 35-Jährige via Twitter.

Als "die nutzloseste Reise meiner Karriere" bezeichnete der 35-Jährige die Reise nach Tokio. Er fühlte sich gar wie im Knast, sagte Geschke am Samstag. Weiterhin kritisierte er den Umgang und die Zustände im Quarantäne-Hotel, sowie keinerlei Alternativen zum Hotel. Anders als bei den Fußballern. Thomas Müller wurde nach seinem positiven Test im Februar im Privatjet nach Deutschland geflogen. "Der Fußball ist eben eine andere Welt. Auch in Deutschland fühlt man sich immer als Sportler zweiter Klasse, wenn man nicht Fußball spielt", sagte Geschke. Der Radprofi wurde kurz vor seinem Wettbewerb in Tokio positiv getestet, obwohl er geimpft ist.

10.22 Uhr: «Hulk» beim Kugelstoßen: Raven Saunders mit Blickfang-Mundschutz

Grüne Haut, rotes Zahnfleisch, weiße Beißer: Der Mund-Nasen-Schutz von Kugelstoßerin Raven Saunders hat die Blicke im Olympiastadion von Tokio auf sich gezogen. Die 25-jährige US-Amerikanerin mit dem halb grün und halb pink gefärbten kurzen Haar selbst auch. "The Hulk" wird Saunders, die ihre Wettkämpfe mit diesem auffälligen Mund-Nasen-Schutz bestritten hat, nur genannt. Im Gegensatz zu der Comic-Figur, die ohne Wutfall eigentlich ein normaler Bürger ist, hatte die eigenwillige Athletin am Sonntag keinen Grund zum Ärgern. Saunders (19,79 Meter) holte hinter der Chinesin Gong Lijiao (20,58) Silber und posierte danach kokett mit der US-Flagge.

31. Juli

13.46 Uhr: Nach Halbfinale-Niederlage gegen Zverev: Djokovic verspielt alle Medaillenchancen

Novak Djokovic hat beim olympischen Tennisturnier die Bronzemedaille im Einzel verpasst. Der Weltranglistenerste unterlag einen Tag nach seiner Halbfinalniederlage gegen Deutschlands Nummer eins Alexander Zverev auch dem Spanier Pablo Carreno Busta mit 4:6, 7:6 (8:6), 3:6. Wenig später sagte der Serbe seine Teilnahme am Bronzematch im Mixed aufgrund einer Schulterverletzung ab. "Ich bedauere es sehr, dass ich keine Medaille für mein Land gewonnen habe", sagte der 34-Jährige, der bei seinem Kampf um den Golden Slam am Freitag an Zverev gescheitert war.

30. Juli

10.19 Uhr: Olympiasiegerin repariert Kanu mit Kondom

Die australische Slalomkanutin Jessica Fox hat bei den olympischen Spielen Gold im Canadier gewonnen. Vor der Britin Mallory Franklin und der deutschen Andrea Herzog, die Bronze gewann. Dabei hat die Australierin ein ganz besonderes Erfolgsgeheimnis: Kondome.

Fox zeigte bei Instagram ihren Fans, wie sie ihre beschädigten Kanus wieder repariert. Bei Beulen oder kleineren Problemen am Boot wird das Leck erst mit einer Karbon-Mischung gestopft. Danach wird das Kondom über die Spitze gezogen. Damit kein Wasser einläuft. Dazu schrieb sie: "Ich wette, ihr wusstet nicht, dass Kondome bei Kajak-Reparaturen helfen können.“

08.29 Uhr: US-Schwimmer erhebt Dopingvorwürfe gegen Doppel-Olympiasieger

Der amerikanische Rückenschwimmer Ryan Murphy hat nach Olympia-Silber über 200 Meter Zweifel an der Sauberkeit des Rennens geäußert. "Wenn mir so eine Frage gestellt wird, habe ich ungefähr 15 Gedanken", sagte der 26-Jährige zum Thema Doping-Sorgen. "13 davon würden mich in große Schwierigkeiten bringen." Murphy ergänzte: "Ich versuche, mich nicht darin zu verfangen. Es ist das ganze Jahr über eine große mentale Belastung für mich, zu wissen, dass ich in einem Rennen schwimme, das wahrscheinlich nicht sauber ist, und das ist es auch."

Murphy hatte am Freitag in Tokio hinter dem Russen Jewgeni Rylow Rang zwei belegt. Bei einer Pressekonferenz mit den anderen Medaillengewinnern sagte Murphy am Freitag, er wolle keine Anschuldigungen erheben und gratulierte Rylow. Der Sieger wollte sich nicht zu Murphys Aussagen äußern, da er sie nicht gehört habe. "Ich war immer für saubere Wettkämpfe. Ich bin immer getestet worden", sagte Rylow. Er sei für "sauberen Sport".

(drob/jab)

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