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Toni Kroos: Kurioses Wechsel-Theater um DFB-Star – Ex-Boss packt aus

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Toni Kroos wird seine Karriere nach der EM in Deutschland beenden. Bild: imago images / Sascha Walther
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Toni Kroos: Kurioses Wechsel-Theater aufgedeckt – Ex-Manager packt aus

18.06.2024, 07:18
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Als Wandervogel wird Toni Kroos mit seinem Karriereende im Sommer dieses Jahres nicht in Erinnerung bleiben. Bereits mit 16 Jahren wechselte er aus der Jugend von Hansa Rostock zum FC Bayern. Um auf die nötige Spielzeit im Profi-Fußball zu kommen, folgte eine Leihe über eineinhalb Jahre zu Bayer Leverkusen, ehe Kroos vier Jahre beim FC Bayern Stammspieler wurde. 2014 ging es für ihn dann zu Real Madrid.

Während der Wechsel von Rostock nach München noch geräuschlos ablief, war das beim Transfer von München nach Leverkusen und zurück ganz anders. Das unterstreichen neue Aussagen von Ex-Leverkusen-Manager Michael Reschke im Podcast "Toni Kroos – The Underrated One", der bei allen Wechseln als Manager ganz nah dabei war.

Du kennst "Toni Kroos – The Underrated One" noch nicht? Hier kannst du den Trailer hören:

"Toni Kroos – The Underrated One" ist überall und kostenfrei verfügbar, wo es Podcasts gibt. Hier findest du ihn auf Spotify, Apple Podcasts und Amazon Music.

FC Bayern: Reschke nervt Hoeneß – der lenkt irgendwann ein

Dass die Bayern im Winter 2008 überhaupt an einen Transfer denken, ist Michael Reschke geschuldet – und irgendwie Toni Kroos selbst.

Reschke, damals Manager bei Bayer Leverkusen, geht Uli Hoeneß bei gemeinsamen Essen der Klubverantwortlichen vor den Spielen gegeneinander auf die Nerven, dass die Werkself Toni Kroos gerne leihweise verpflichten möchte. Hoeneß blockt zunächst immer ab. Doch unter Trainer Jürgen Klinsmann kommt Kroos kaum zum Zug.

Und dann verletzt er sich in der Winterpause beim Spaß-Kick mit Freunden in Rostock und fällt drei Monate aus. Hoeneß erinnert sich an Reschkes Worte, greift zum Telefon und drei Tage bevor das Transferfenster schließt, bietet er ihm er eine halbjährige Leihe aus.

Seine Antwort fällt deutlich aus. "Es macht keinen Sinn für Toni Kroos. Das macht keinen Sinn für Bayer Leverkusen. Und es macht auch keinen Sinn für Bayern München", berichtet Reschke im watson-Podcast "Toni Kroos – The Underrated One". Er fordert eine Leihe über eineinhalb Jahre.

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Michael Reschke war 30 Jahre lang Manager bei Bayer Leverkusen und wechselte im Sommer 2014 zum FC Bayern. Bild: dpa / Sebastian Gollnow

Kroos-Wechsel von München nach Leverkusen dank einiger Klauseln

In einem längeren Telefonat lässt sich Hoeneß von Reschke überzeugen und stimmt einer Leihe über eineinhalb Jahre zu. Jedoch nicht ohne ein paar Klauseln. Leverkusen zahlt eine Leih-Gebühr, die Bayern können Kroos aber auch gegen eine Kompensationszahlung frühzeitig zurückholen, wenn es eine Notsituation in München gibt.

Bildnummer: 05270230 Datum: 19.12.2009 Copyright: imago/T-F-Foto
19.12.2009, Leverkusen, Deutschland, 1.Fussball Bundesliga - Saison 2009/2010, Bayer 04 Leverkusen - Borussia Moenchengladbach, Leverku ...
Toni Kroos absolvierte bei Bayer Leverkusen seine statistisch beste Saison. bild: imago images / T-F-Foto

Doch damit ist der Wechsel von Toni Kroos noch nicht zu 100 Prozent fix. In Leverkusen ist die Führungsetage um Reschke erfreut über den Wechsel, bei Trainer Bruno Labbadia ist das Gegenteil der Fall. Er hat große Zweifel.

Einen Tag, bevor das Transferfenster schließt, gibt es sogar nochmal ein Krisengespräch mit Kroos, den Vereinsbossen und dem Coach am Flughafen Düsseldorf. Reschke erzählt von einem "eigentümlichen" Gespräch und dass Kroos danach eigentlich nicht mehr nach Leverkusen hätte wechseln können. Aber die Verträge waren schon unterschrieben.

Hier kannst du die Folge von "Toni Kroos – The Underrated One" mit den hier zitierten Aussagen hören:

Alle Infos zum Podcast und alle Folgen von "Toni Kroos – The Unterrated One" gibt es hier.

FC Bayern: Toni Kroos will nicht nach München zurückkehren

Kroos braucht ein paar Monate Anlaufzeit und profitiert davon, dass Labbadia Leverkusen im Sommer 2009 verlässt und Jupp Heynckes das Team übernimmt.

Der erfahrene Coach macht Kroos zu seinem "Spezialprojekt", wie es Michael Reschke bezeichnet. Der Mittelfeldspieler hat von Beginn an einen Stammplatz und kommt mit neun Toren und zwölf Vorlagen in der Bundesliga auf die statistisch beste Saison in seiner Karriere. "Toni ist auf dem Platz der Leader der Mannschaft geworden", erzählt Reschke über den damals 20-Jährigen.

Doch dann endet die Leihe und Toni Kroos muss zurück nach München – gegen seinen Willen.

"Irgendwann gab es dann auch mal eine Gesprächsrunde mit Volker Struth, der Berater von Toni Kroos, Rudi Völler und mir, in der er uns dann gesagt hat: 'Bitte macht alles, dass ich in Leverkusen bleiben kann'", erinnert sich Michel Reschke im watson-Podcast.

In München hatten die Bosse davon auch Wind bekommen. Reschke bekam einige Tage vor dem Gespräch mit Kroos eine deutliche Ansage vom damaligen Vorstandsvorsitzeden Karl-Heinz Rummenigge. "Toni Kroos kehrt nach München zurück. Seien Sie sich bitte darüber im Klaren."

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