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Neymar erklärt seine Schwalben – für das Statement hat er Gelb verdient

Er hat es endlich getan. Brasiliens Fußball-Superstar Neymar hat sich erstmals zu seinen Schwalben und seinem egozentrischen Auftreten bei der WM in Russland geäußert. Nein, nicht per dreiteiliger Social-Media-Card. Und auch nicht bei einem brasilianischen TV-Sender oder in einem Interviews. Neymar weiß, dass alle sein Schwalben-Statement lesen wollen, also hat er es lukrativ in einem Sponsorenvideo untergebracht.

"Ihr mögt denken, dass ich es übertreibe. Und manchmal übertreibe ich es auch. Aber die Wahrheit ist, dass ich auf dem Platz leide", sagte der 26-Jährige in dem Clip, den er über die sozialen Netzwerke verbreitete. In ihm drin sei immer noch ein kleiner Junge, begründete der Angreifer von Paris Saint-Germain sein oft eigenwilliges Verhalten. "Manchmal begeistert dieser Junge die ganze Welt. Manchmal irritiert er die ganze Welt."

Der Werbeclip:

Die Leute könnten denken, dass er zu oft hingefallen sei bei der WM, ergänzte Neymar. "Aber die Wahrheit ist nicht, dass ich hingefallen bin. Ich bin zusammengebrochen", sagte er mit Blick auf das für ihn und seine Teamkollegen enttäuschende Viertelfinal-Aus der Brasilianer gegen Belgien.

"Und ihr könnt mir glauben, dass das mehr schmerzt als jeder Tritt gegen meinen operierten Fußknöchel. Ich habe lange gebraucht, um eure Kritik zu akzeptieren." Nach der WM habe er dann in den Spiegel geschaut, und nun sei er ein neuer Mensch: "Ich bin hingefallen. Aber nur wer hinfällt, kann auch wieder aufstehen."

Hinfallen kann er ja...

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Ob das Statement die Neymar-Kritiker überzeugen wird? Aus unserer Sicht hat sich der Spieler mit der dünnen Erklärung zumindest schon mal die Gelbe Karte verdient. Aber urteilt selbst...

Neymar Statement im Wortlaut:

"Stollen an den Schienbeinen, ein Schlag in die Wirbelsäule, ein Tritt auf den Fuß. Ihr denkt vielleicht, dass ich zu theatralisch reagiere. Manchmal tue ich das. Aber die Wahrheit ist: Ich leide auf dem Spielfeld.

Ihr habt keine Ahnung, was ich außerhalb des Platzes durchmache. Wenn ich nicht mit den Medien spreche, dann nicht, weil ich nur gerne gewinne, sondern weil ich immer noch nicht weiß, wie ich euch enttäuschen konnte. Wenn ich mich daneben benehme, dann nicht, weil ich ein verwöhntes Kind bin, sondern weil ich immer noch nicht gelernt habe, mit meinen Frustrationen umzugehen.

Da ist immer noch ein Junge in mir. Manchmal verzaubert er die Welt, dann kotzt er alle an. Mein Kampf ist es, diesen Jungen am Leben zu erhalten. Aber in mir, nicht auf dem Platz. Ihr denkt vielleicht, dass ich zu oft gefallen bin, aber die Wahrheit ist, dass ich nicht gefallen bin. Ich bin zusammengebrochen. Und ihr könnt mir glauben, dass das mehr schmerzt als jeder Tritt gegen meinen operierten Fußknöchel.

Ich habe lange gebraucht, um eure Kritik zu akzeptieren. Um in den Spiegel zu schauen und ein neuer Mann zu werden. Jetzt bin ich hier mit offenem Herzen. Ich bin gefallen. Aber nur wer fällt, kann auch wieder aufstehen. Ihr könnt weiter mit Steinen nach mir werfen. Oder ihr werft diese Steine weg und helft mir aufzustehen. Denn wenn ich aufstehe, steht das ganze Land mit mir auf."

(bn/dpa)

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