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Oliver Bierhoff arbeitete 18 Jahre für den DFB. Nun verkündete er überraschend seinen Abschied. Bild: dpa / Federico Gambarini
WM 2022

Ex-DFB-Stars mit emotionalen Worten zum Bierhoff-Abschied

05.12.2022, 23:1106.12.2022, 09:24

Eigentlich wollten sich die DFB-Bosse nach dem Vorrunden-Aus bei der WM Zeit nehmen, um Mitte der Woche in die Analyse zu gehen und über die Zukunft von Bundestrainer Hansi Flick und Nationalmannschaftsdirektor Oliver Bierhoff zu entscheiden.

Doch der 54-Jährige kam dem zuvor. Vollkommen überraschend verkündete Bierhoff gemeinsam mit dem Verband am späten Montagabend in einer Mitteilung, dass er von seinem Posten als Geschäftsführer Nationalmannschaft und Akademie zurücktritt.

"Ich mache damit den Weg frei für neue Weichenstellungen", sagte Bierhoff in seiner Erklärung. "Einige Entscheidungen, von denen wir überzeugt waren, haben sich nicht als die richtigen erwiesen. Das bedauert niemand mehr als ich. Dafür übernehme ich die Verantwortung."

Nach 18 Jahren verlässt er damit den DFB. Ganz zur Verwunderung der Ex-Nationalspieler Per Mertesacker und Christoph Kramer, sowie Frauen-Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg.

DFB: Kramer lobt Bierhoffs menschlichen Charakter

Als die Mitteilung veröffentlicht wurde, sendete das ZDF-Sportstudio noch die letzten Minuten ihrer Analyse des WM-Achtelfinales zwischen Brasilien und Südkorea.

Nachdem Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein den unerwarteten Abschied Bierhoffs verkündet hatte, gab es im Studio in Mainz sogar Applaus von einigen Zuschauern.

Den ehemaligen DFB-Spielern Christoph Kramer und Per Mertesacker hingegen war der Schock anzumerken. "Ich finde es schade. Er ist ein ganz toller Mensch, dem ich unglaublich viel zu verdanken habe", sagte Gladbach-Profi Kramer. "Ich hoffe, dass er es selbst entscheiden durfte", fügte der Weltmeister von 2014 zweideutig an.

Schon nach dem Abflug aus dem WM-Quartier in Doha machte DFB-Präsident Bernd Neuendorf deutlich, dass es für niemanden eine Jobgarantie gäbe.

Christoph Kramer ist während der WM Experte beim ZDF.
Christoph Kramer ist während der WM Experte beim ZDF. Bild: dpa / Christian Charisius

Mertesacker findet Bierhoff-Aus "sehr traurig"

In eine ähnliche Kerbe schlug auch Per Mertesacker im ZDF, der verdeutlichte, dass er Bierhoff viel zu verdanken habe. "Er war einer, der immer versucht hat, alle Spieler zu integrieren. Ich finde es sehr traurig."

Bierhoff kam 2004 zum DFB, und hatte einen erheblichen Anteil an der Entwicklung des deutschen Fußballs mitsamt des WM-Titels 2014. Doch mit dem Aus im EM-Halbfinale 2016 folgte neben dem sportlichen Niedergang ein immer höherer Akzeptanzverlust bei den Fans.

"Ich dachte, man geht in eine sachliche Analyse."
Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg

Auch DFB-Präsident Neuendorf würdigte die Erfolge Bierhoffs beim Verband. "Auch wenn die letzten Turniere hinter den sportlichen Zielen zurückblieben, steht er für große Momente."

Mertesacker verwies aber auch auf die "Mechanismen des Systems", die zu seinem vorzeitigen Abgang geführt hätten. "Aber er hat viel mehr gemacht als viele denken."

Ballack verliert über Bierhoff-Abschied nur wenige Worte

Bierhoff hat sich in den vergangenen Monaten zudem auch immer wieder bei der deutschen Frauen-Nationalmannschaft gezeigt. Das lobte auch Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg, die von der Entscheidung im ZDF "total überrascht" wurde.

"Ich dachte, man geht in eine sachliche Analyse. Er hat unsere Themen aufgenommen und transportiert. Ich bin sprachlos", unterstrich sie.

Ex-Nationalspielerin Tabea Kemme zeigte sich von der Schnelligkeit des Abschieds überrascht. "Aber wir haben ja auch festgestellt, dass wir bis 2024 noch eine Menge Hausaufgaben zu machen haben. Dementsprechend sind schnelle Handlungen gefordert", sagte sie bei Magenta TV.

Michael Ballack hingegen verlor nur wenige Worte darüber: "Das ging schnell. Aber der Druck war auch sehr groß", fügte er bei Magenta TV hinzu.

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