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Hertha BSC: Präsident erklärt umstrittenen Sponsoren-Deal und Wortbruch

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Kay Bernstein ist seit 2022 Präsident bei Hertha BSC und sprach sich eigentlich gegen einen Wettanbieter als Sponsor aus. Bild: imago images / Metodi Popow
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Hertha BSC: Präsident erklärt umstrittenen Sponsoren-Deal und Wortbruch

15.08.2023, 14:54
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Noch am ersten Spieltag bei der 0:1-Niederlage zum Liga-Auftakt gegen Fortuna Düsseldorf lief das Team von Hertha BSC ohne einen Hauptsponsor auf dem Trikot auf. Dass das über die komplette Saison nicht so bleiben konnte, war auch den Fans klar. Viel zu sehr ist der sich in finanzieller Schieflage befindende Verein auf die Einnahmen eines Hauptsponsors angewiesen.

Klar war eigentlich nur, dass es kein Wettanbieter werden würde. Das hatte Präsident Kay Berstein vor seiner Amtszeit in seinem Visionspapier den Fans versprochen. Die große Überraschung kam dann einen Tag vor dem ersten Heimspiel gegen Wehen Wiesbaden vor zwei Wochen. Der Klub verkündete, dass der Online-Wettanbieter CrazyBuzzer mit einem großen, roten "B" auf dem Trikot werben wird.

Nun hat sich Hertha-Präsident Kay Bernstein im "Tagesspiegel" erstmalig dazu geäußert, warum er dem Deal trotz seines Versprechens an die Fans doch zugestimmt hatte.

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Florian Niederlechner und Hertha BSC spielten am ersten Spieltag noch ohne Trikotsponsor.Bild: imago images / Laci Perenyi

Hertha BSC: Bernstein kann Anhänger-Wut nachvollziehen

Dass die Hertha-Anhänger von ihrem Präsidenten enttäuscht sind, kann er verstehen. Zumal der Klub mit dem Abstieg in der vergangenen Saison und dem Fast-Abstieg im Jahr zuvor "Enttäuschungen am laufenden Band" produziert hätte. Dennoch wirbt er um Verständnis und Geduld. Denn die Berliner müssen einen Großteil ihrer Schulden in Höhe von 90 Millionen Euro noch in diesem Jahr abbauen.

An seinem Papier, in dem er das Sponsoring eines Wettanbieters als "schmutzigen Geld" bezeichnet hatte, will er festhalten. "Unser Ziel bleibt ein wertebasiertes Gerüst für unseren Klub, das auf gesundem Wirtschaften basiert und auch gesellschaftliche Verantwortung beinhaltet." Aktuell sei das aber noch nicht darstellbar.

Ein Tag nach Bekanntwerden des Deals hatten die treuesten Anhänger in der Ostkurve ein Spruchband ausgerollt, auf dem sie kritisierten: "Stell dir vor, Hertha BSC verzichtet auf die schmutzige Sportwetten-Kohle!"

Hertha BSC: Bernstein packt Details über Verhandlungen aus

Ein Spruchband, das auch dem 42-Jährigen aufgefallen war. Ihm sei bewusst, dass die "Enttäuschung mit meiner Glaubwürdigkeit zu tun hat". Durch die finanzielle Schieflage des Vereins waren in den vergangenen Monaten bereits zahlreiche Mitarbeiter entlassen worden.

Eine Situation, die "allen eine hohe psychische wie körperliche Belastung abverlange, die zwischenmenschlich nicht leicht aushaltbar ist", sagt Bernstein.

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Daher hätte es zum Angebot von 1,5 Millionen Euro, das der Wettanbieter bezahlt, auch keine Alternative gegeben. Drei Interessenten seien hingegen kurzfristig abgesprungen. "Für uns war dieser Deal wichtig, um die wirtschaftliche Sanierung weiter voranzutreiben."

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