Luke Mockridge äußerte sich am Wochenende erstmals zu den Vorwürfen der versuchten Vergewaltigung, die gegen ihn erhoben wurden.
Luke Mockridge äußerte sich am Wochenende erstmals zu den Vorwürfen der versuchten Vergewaltigung, die gegen ihn erhoben wurden.
Bild: www.imago-images.de / ['Michael Kremer', 'via www.imago-images.de']
Analyse

"Eine tickende Zeitbombe": Experten erklären, warum Luke Mockridge so lange zu den Vorwürfen schwieg

24.08.2021, 15:5407.09.2021, 15:13

Luke Mockridge wird von einer Ex-Freundin eine versuchte Vergewaltigung vorgeworfen – monatelang äußerte sich der Comedian nicht persönlich zu den öffentlich gemachten Vorwürfen. Am Wochenende brach der 32-Jährige schließlich mit einem achtminütigen Video auf Instagram sein langes Schweigen. Darin berichtet er, dass die Staatsanwaltschaft zeitweise tatsächlich gegen ihn ermittelt hatte, sich ein begründeter Verdacht jedoch nicht erhärtete. Das deckt sich auch mit Informationen, die watson vorliegen.

Mit den Worten "Ich werde mit Sachen konfrontiert, die nie passiert sind" beteuert Mockridge in dem Video am Ende seine Unschuld.

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Nach schweren Vorwürfen gegen Luke Mockridge – nun äußert sich der Comedian erstmals

Bereits vor einigen Monaten trendete bei Social Media der Hashtag "KonsequenzenfuerLuke", sein Heimatsender Sat.1 veröffentlichte infolgedessen ein Statement und stellte sich vor den Komiker. Darin hieß es: "Einen Menschen aufgrund von Gerüchten in den sozialen Netzwerken an den Pranger zu stellen, ist eine moderne Form der Lynchjustiz."

Dass sich Mockridge nach vergleichsweise langer Zeit zu den Anschuldigungen zu Wort meldet, kommt auf den ersten Blick überraschend – umso mehr, da der Fall juristisch abgeschlossen ist. Die Medienexpertin Janine Griffel und Hendrik Unger, Experte für Social Media Marketing, Werbung und Kommunikation im Web, geben auf Anfrage von watson unterschiedliche Perspektiven darauf, was hinter der ausführlichen Stellungnahme Mockridges zu diesem Zeitpunkt stecken könnte. Zudem teilt Christian Solmecke, Anwalt für Internet- und Medienrecht, seine Einschätzung mit.

Der Druck auf Mockridge wurde zu groß

Mockridge kündigt in seinem Clip auch an, dieses Jahr keine Shows mehr zu absolvieren und erst 2022 auf die Bühne zurückzukehren. Doch traf er diese Entscheidung wirklich vollkommen freiwillig? Hieran hat Griffel große Zweifel – trotz der zurückliegenden klaren Ansage von Sat.1. Wie sie meint, ist hinter den Kulissen wohl einiges passiert:

"Ich gehe davon aus, dass es im Hintergrund derart gebrodelt hat, dass er durch juristische Mittel sein Image nicht mehr unbefleckt halten konnte. Er muss meines Erachtens derartigen Druck bekommen haben, dass er handeln musste, um seine Karriere nicht noch mehr zu gefährden."
Luke Mockridge war auf Sat.1 jahrelang sehr präsent.
Luke Mockridge war auf Sat.1 jahrelang sehr präsent.
Bild: SAT.1/Steffen Z Wolff

Ohne den besagten Druck hätte es das jetzige Video nicht gegeben, zieht die Expertin schließlich Bilanz. Weiter merkt sie an, dass der Comedian mittlerweile ohnehin aus dem Programm des Senders verschwunden ist.

An der Stelle sieht Griffel einen eindeutigen Zusammenhang und vermutet sogar, dass in den nächsten Tagen noch mehr auf den Tisch kommen könnte: "Die Tatsache, dass Sat.1 ihn komplett aus dem Programm genommen hat, obwohl er eigentlich eines der Top-Gesichter des Senders war bzw. werden sollte, lässt darauf schließen, dass da noch mehr ist, von dem offenbar Luke Mockridge und sein Management befürchten, dass es an die Öffentlichkeit kommt."

Mockridge legt im Clip zwar auch dar, dass er keine öffentliche Schlammschlacht möchte, doch genau das könnte jetzt leicht passieren. "Es wird Mockridge als Medienprofi klar gewesen sein, dass sein Video nicht ohne Reaktion bleiben wird", meint die Expertin dazu. Und weiter: "Das lässt mich umso mehr vermuten, dass es im Hintergrund eine tickende Zeitbombe gibt, die ein Handeln von ihm trotz der Konsequenz Schlammschlacht unumgänglich gemacht hat."

Zu viel Druck vom Sender – oder von der Community?

Hendrik Unger hingegen glaubt nicht, dass Mockridges Arbeitgeber den TV-Star zu einer Stellungnahme drängten. In dem Zusammenhang verweist er darauf, dass Sat.1 sich sogar schon hinter seinen Schützling stellte. Unger verortet den Druck vielmehr ganz aufseiten der (Internet-)Community. Exemplarisch führt er zur Begründung aus: Im Juni postete Mockridge eine Regenbogenflagge bei Instagram, in den Kommentaren wurde überwiegend nach einer Äußerung zu den Vergewaltigungsvorwürfen verlangt.

Dies schien für zahlreiche User das eigentlich relevante Thema rund um den Komiker zu sein und seitdem kam von dem Entertainer auch nichts mehr bei Instagram – bis zum späten Samstagabend. Mockridge selbst berichtet im Video darüber hinaus auch von Morddrohungen, die er bzw. seine Familie erhalten habe.

Dafür, dass Mockridge die Anschuldigungen überhaupt erst jetzt thematisiert, macht Unger zwei Ursachen aus: Der Moderator habe zunächst bewusst abgewartet, bis die (straf-)rechtliche Seite geklärt ist. Als das Thema dann bei Social Media hochkochte, wollte er obendrauf nicht auch noch eine Schlammschlacht inszenieren. Daher habe er abermals gezögert und melde sich erst jetzt zu Wort, so Unger.

"Eine öffentliche Auseinandersetzung ist sicher"

Noch am selben Tag reagierte die Journalistin Ines Anioli auf das Video – sie ist die mutmaßliche Ex-Freundin, von der Mockridge im Clip spricht. In ihrer Instagram-Story verkündete sie: "Dieses Statement. Ich bin überrascht und gleichzeitig auch nicht. Ich bin ungläubig und fassungslos, aber was ich bestimmt nicht mehr bin, ist still." Das deutet darauf hin, dass ein medial ausgetragener Streit wahrscheinlich ist. Griffel ist davon überzeugt: "Wenn auch wenig sicher ist: Dass es hier nun zu einer öffentlichen Auseinandersetzung kommen wird, die uns und das Netz nun beschäftigen wird, ist sicher."

Ines Anioli reagiert auf das Statement von Luke Mockridge.
Ines Anioli reagiert auf das Statement von Luke Mockridge.
bild: screenshot/inesanioli/Instagram

Dem wiederum kann Unger nur zustimmen: "Ich denke auch, es geht weiter", mutmaßt er im Hinblick auf ein kommendes Hin und Her in den Medien. "Klug" wäre es seiner Meinung nach, wenn beide Seiten die Sache nun beide ruhen lassen würden, denn die Fronten seien jetzt verhärtet, nachdem die Positionen klar seien: "Es gibt kein Vor und kein Zurück", so das Urteil des Experten.

Dabei betont Griffel jedoch, dass die Reaktion auf das Video bislang denkbar unterschiedlich ausfallen. Zahlreiche Promis wie Oliver Pocher und Pietro Lombardi stehen offenbar hinter Mockridge, viele User fordern in der Kommentar-Sektion aber auch weiterhin Konsequenzen. "Warten wir ab, wie sich das Thema entwickelt und wie sich die Prominenten dann positionieren", gibt die Expertin diesbezüglich zu bedenken.

Risiko für Luke Mockridge

Für viele Fans von Mockridge dürfte die Erklärung des Comedians zu den Vorwürfen erst einmal eine Erleichterung sein. Schließlich gibt der Star in seinen Ausführungen selbst zu verstehen, dass sein Schweigen von vielen als "aktive Handlung" gewertet wurde. Der Anwalt Christian Solmecke sieht in dem jetzigen Schritt allerdings auch ein Risiko für Mockridge, wie gegenüber watson sagt:

"Die nun erfolgte sog. 'Selbstöffnung' von Mockridge bedeutet für ihn medienrechtlich zeitgleich, dass er es künftig schwerer haben dürfte, Informationen zur Sache aus der Presse herauszuhalten. Es ist überwiegend anerkannt, dass derjenige, der bewusst die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit sucht, sich im Nachhinein nicht auf sein Recht auf Privatsphäre berufen kann, nur weil ihm vielleicht das Ergebnis der Berichterstattung nicht zusagt."

Solmecke glaubt daher zumindest nicht, dass Mockridges Statement auf einen Ratschlag seiner Anwälte zurückgeht. Vielmehr vermutet er: "Ich kann mir sein Statement aktuell nur so erklären, dass er jetzt mit ein wenig Abstand selbst entschieden hat, seine Sicht der Dinge schildern zu wollen."

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