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Auch mehrere Tage nach dem Release von "Blond" bei Netflix reißt die Kritik am Film nicht ab.Bild: Netflix
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Massive Kritik an "Blond": Warum der Netflix-Film missverstanden wird

06.10.2022, 07:48

Experimentell inszenierte Filme, die dazu auch noch überwiegend in Schwarz-Weiß gehalten sind, ziehen nur selten die Aufmerksamkeit der breiten Masse auf sich. "Blond" ist aber eine aktuelle Ausnahme – über wohl keine anderen Netflix-Produktion (außer vielleicht "Dahmer") wird derzeit so heftig diskutiert. Doch der Ruhm ist eher zweifelhaft, denn in erster Linie hagelt es Kritik an dem Werk über das Leben von Marilyn Monroe.

Dabei handelt es sich nicht einmal um ein klassisches Biopic, aber ein eben solches hatten vermutlich die meisten erwartet. Der Schock ist demnach umso größer.

Die Vorwürfe im Einzelnen: "Blond" sei ausbeuterisch, voyeuristisch, frauenfeindlich und werfe im Allgemeinen kein gutes Licht auf die einstige Leinwand-Ikone. Mitunter entbrennt sogar ein Politikum. Einer näheren Betrachtung halten die Anschuldigungen aber kaum stand.

"Blond": Ein absolut akkurates Biopic gibt es nicht

Viele Filmbiografien über berühmte Persönlichkeiten folgen einer Aufstieg-und-Fall-Dramaturgie. Nicht aber so "Blond". Das Leben der kleinen Norma Jeane Mortenson beginnt bereits ganz unten, als die eigene Mutter sie in der Badewanne ertränken will. Am Schluss steht ein früher Tod durch eine Überdosis an Barbituraten.

Ihre Karriere im Showbusiness ist nicht etwa ein zwischenzeitlicher Höhepunkt, sondern befeuert nur das ganze Drama, da Norma Jeane die öffentliche Rolle als Sex-Symbol (wie auch vieles andere) aufgedrängt wird. Nebenbei beschäftigt sie lebenslang die Abwesenheit ihres Vaters (Freud lässt grüßen).

Also nein, "Blond" ist beileibe kein Feelgood-Movie, und das muss er auch nicht sein. Regisseur Andrew Dominik erhebt von vorneherein nicht den Anspruch, Marilyn Monroe akkurat abzubilden. Im Gegenteil basiert sein Film auf dem gleichnamigen Roman von Joyce Carol Oates und ist ebenso wie dieser an vielen Stellen Fiktion. Manches hat sich wirklich so zugetragen, anderes wiederum aber vielleicht nur so ähnlich oder auch gar nicht.

Dies bringt sogar einen besonderen Reiz mit sich. Bevor man den Film startet, muss man sich bewusst machen, nur eine mögliche Version von Marilyn Monroe zu sehen – nicht die ultimative. Das gilt eigentlich für jedes Biopic, doch im Gegensatz zu anderen Vertretern versucht "Blond" gar nicht erst, dem Publikum etwas vorzugaukeln.

Ein feministischer Netflix-Film

Dominik interessiert sich nicht dafür, die Leinwand-Erfolge Monroes chronologisch abzuklappern. Diese sind ja auch bei Wikipedia nachlesbar. Er konzentriert sich auf die düsteren Ereignisse hinter den Kulissen, die sich treffend mit einem Wort beschreiben lassen: Ausbeutung.

Und ja, dies war ein entscheidender Aspekt, dem sich eine aufstrebende Schauspielerin in den 40er und 50er Jahren ausgesetzt sah. Der Filmcharakter aus "Blond" steht nicht nur für Marilyn Monroe, sondern ist ein Sinnbild zahlreicher weiterer Frauen, die in den Deal "Sex gegen Karriere" hineingepresst wurden.

HANDOUT - 06.06.2022, ---: Ana de Armas als Marilyn Monroe in "Blond" (undatiert). Das Biopic über Hollywood-Ikone Marilyn Monroe ist ab 23.09.2022 auf Netflix zu sehen. (zu dpa "Ana de ...
Ana de Armas spielt Marilyn Monroe in "Blond".Bild: Netflix

Die Männer in Norma Jeanes Leben sind fast durchweg Monster und doch muss sich "Blond" den Vorwurf gefallen lassen, antifeministisch zu sein.

Dies wird zum einen an der Abtreibung festgemacht, die Norma Jeane im Verlauf der Handlung über sich ergehen lässt. Da sie den Schritt später bereut, lesen manche heraus, der Film beziehe Stellung gegen die Legalisierung von Abtreibungen. Eine solche politische Interpretation ist allerdings sehr weit hergeholt, da die Entscheidung der Protagonistin von Beginn an nicht selbstbestimmt erfolgt. Der Vater des Kindes drängt sie dazu.

Ohnehin ist es nur allzu menschlich, mit einer Abtreibung nicht von heute auf morgen abschließen zu können. So viel Einfühlungsvermögen darf auch besitzen, wer die Legalisierung von Abtreibungen grundsätzlich befürwortet.

Weiter heißt es: Norma Jeane bzw. Marilyn Monroe werde klischeehaft als "dummes Blondchen" dargestellt. Doch auch hier muss genau hingeschaut werden. Es sind die (meisten) Männer in ihrem Umfeld, die sie für dumm halten, objektiv ist sie es gerade nicht. Dies zeigt sich vor allem in der Szene, in der Norma Jeane ihren späteren Ehemann Arthur Miller bei einem Vorsprechen überzeugt – nicht mit ihrem Körper, sondern ihrem Intellekt.

Die Protagonistin des Films wird von ihrem Umfeld kleingehalten und ist trotzdem ein Superstar.
Die Protagonistin des Films wird von ihrem Umfeld kleingehalten und ist trotzdem ein Superstar.Bild: Matt Kennedy/Netflix

"Blond" ist kein Marvel-Film – zum Glück

Doch wie kann "Blond" ein feministischer Film sein, wenn Marilyn Monroe nicht gegen das sexistische Studio-System und toxische Männer rebelliert? Eine nicht ganz unberechtigte Frage.

Jedoch begehrt sie durchaus auf – auf ihre eigene Weise. So ist der Publicity-Stunt mit dem legendären weißen Kleid nicht nur ein Auftritt fürs männliche Auge, sondern zugleich eine schillernde (Macht-)Demonstration gegen alle, die ihr Steine in den Weg gelegt hatten. Nun ist sie es, der die Welt zu Füßen liegt. Zuvor setzt sie sich über ihren gewalttätigen ersten Ehemann Joe DiMaggio hinweg, als sie entscheidet, die Rolle in "Das verflixte 7. Jahr" anzunehmen.

Marilyn Monroe performt ihren legendären Publicity-Stunt.
Marilyn Monroe performt ihren legendären Publicity-Stunt.Bild: Matt Kennedy/Netflix

Natürlich: Die problematischen Strukturen brachte sie nicht zum Einsturz. Aber das wäre auch sehr viel verlangt. Letztlich ist "Blond" keine Marvel-Produktion und Marilyn Monroe keine Superheldin. Hätte der Film ein Happy-End, würde das seine bereits gesetzten Eckpunkte wahrscheinlich sogar untergraben. Denn in diesem Fall wären die ganzen Demütigungen und Rückschläge, die Norma Jeane erleiden musste, ja doch nicht ganz so schlimm. Doch "Blond" ist eben auch ein Horrorfilm. An der Stelle lässt Andrew Dominik keine Missverständnisse aufkommen – zum Glück.

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