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SCREENSHOT - 06.07.2020, Gro

Harry und Meghan leben mittlerweile in Santa Barbara (Kalifornien). Bild: dpa /

Analyse

Harrys und Meghans Netflix-Mega-Deal: Sie hat nun alles – und er steckt zurück

Finanziell unabhängig wollten sie werden, nicht länger eng mit dem britischen Königshaus verbunden sein. Das haben Prinz Harry und Herzogin Meghan seit April dieses Jahres geschafft. Der "Megxit" ist, wenn auch holprig, über die Bühne gegangen, die kleine Familie hat nun im kalifornischen Santa Barbara ein neues Multi-Millionen-Dollar-Heim gefunden. In der abgeschirmten Community können sie nun in Ruhe ihre Privatsphäre genießen und neue Business-Pläne schmieden. Und über einen echten Coup, der ihnen in ihrem neuen Lebensabschnitt geglückt ist, haben die Sussexes bereits jetzt gesprochen.

Das Paar steigt ins Filmgeschäft ein, will für den Streaming-Giganten Netflix die kommenden Jahre Filme und Serien produzieren, darunter auch Dokumentationen, Spielfilme und Angebote für Kinder. "Wir werden uns darauf konzentrieren, Inhalte zu schaffen, die informieren, aber auch Hoffnung geben", ließen sich Harry und Meghan in einer Mitteilung zitieren. Als Eltern sei es ihnen auch wichtig, "inspirierende Familienprogramme" zu machen. Das Paar habe dafür eine eigene Produktionsfirma gegründet, berichtete die "New York Times".

Harry und Meghan haben Erfahrung im Filmgeschäft

Fremd ist beiden die Filmbranche nicht, wenn auch Meghan aufgrund ihrer beruflichen Vergangenheit mit der Materie wesentlich vertrauter ist. Sieben Staffeln war sie als Rachel Zane in "Suits" zu sehen, wirkte außerdem in mehreren eher kleineren Filmen mit. Auch ihr Ex-Mann, Filmproduzent Trevor Engelson, soll ihr einst einen Mini-Auftritt als Cocktail-Barkeeperin in einem seiner Filme verschafft haben. Zusammen mit Ehemann Harry ließ sie sich für die Dokumentation "Harry & Meghan: An African Journey" begleiten, in der es vorrangig um ihr ehrenamtliches Engagement gehen sollte, doch machten nach Ausstrahlung eher ihre Aussagen zum schwierigen Leben im britischen Königshaus Schlagzeilen.

Harry selbst hat bereits einen kleinen Platz in der Netflix-Bibliothek: Er tritt in der Netflix-Doku "Rising Phoenix" auf, ein Film über die Paralympischen Spiele. Er selbst hatte 2014 die "Invictus Games" ins Leben gerufen, eine Sportveranstaltung für kriegsversehrte Soldaten, die als das Herzensprojekt des Prinzen gilt.

Sussex-Deal mit Streaming-Marktführer ist problematisch

Nun wollen also Harry und Meghan gemeinsam die Streaming-Welt erobern. Der Vertrag soll über mehrere Jahre gehen, heißt es. Mehr als 100 Millionen Dollar soll er ihnen einbringen, glaubt man entsprechenden Medienberichten. Demnach hatten die beiden zuvor auch mit anderen Streamingdiensten und TV-Anbietern Gespräche geführt. Doch ein Deal mit dem Marktführer dürfte den ohnehin schon hohen Marktwert der Sussexes nur noch weiter in die Höhe schnellen lassen. Und genau da liegt das Problem.

Denn Harry und Meghan hatten ihren Rückzug aus der Monarchie auch mit der ständigen Präsenz und dem Druck der Presse begründet, noch immer läuft ein Rechtsstreit gegen eine britische Boulevardzeitung. Aufgrund des tragischen Todes von Harrys Mutter Lady Diana, die bei einer Verfolgungsjagd mit Paparazzi ums Leben kam, ist dies nachvollziehbar, verständlich. Wenn sich die beiden aber ein privateres Leben wünschen, nicht als Personen, sondern durch ihre Arbeit im Spotlight stehen möchten, gibt es in ihrer Entscheidungsfindung gleich mehrere Fragezeichen und den Verdacht der Scheinheiligkeit: Braucht es dazu eine luxuriöse Multi-Millionen-Dollar-Villa? Ein Leben im noblen Santa Barbara? Und braucht es dafür einen mehrjährigen Vertrag mit einem Streaming-Riesen?

Wenn Harry und Meghan "informierende und Hoffnung gebende" Inhalte produzieren möchten, ist das eine noble Angelegenheit. Doch dies wäre auch bei einem kleineren Anbieter möglich, einem TV-Sender, einem YouTube-Channel. Als Gegenargument kann gelten, dass Netflix' mit 193 Millionen Abonnenten eine enorme Reichweite hat und ihre Botschaften so eine Vielzahl an Menschen erreichen. Doch diese Zahl bedeutet im Zweifel auch: enorme Verdienstmöglichkeiten für das Paar. Denn Netflix steht nicht unbedingt für Charity, sondern für enorme Möglichkeiten und (Dollar-)Zahlen.

Meghan gewinnt, Harry muss mitziehen

Besonders Meghan hat aus dieser Verbindung das Bestmögliche herausgeholt. Noch vor vier Jahren wäre es wohl undenkbar gewesen, dass eine Serien-Schauspielerin, die zwar international bekannt, aber noch lange kein Hollywood-Star ist, noch dazu ohne nennenswerte Erfahrung in der Produktion von Filminhalten, plötzlich einen eigenen Produktionsvertrag über mehrere Jahre erhält. Die Hochzeit mit Harry, ihre plötzliche Bekanntheit auf dem ganzen Globus hat ihr Türen geöffnet, die sie zuvor wohl nur einen Spaltbreit hätte bewegen können. Harry, der bekanntermaßen eher ungern im Spotlight stand, ist nun mittendrin im Hollywood-Filmbusiness. Seine Frau hat nun alles erreicht, kann an ihr altes Berufsumfeld anknüpfen, selbst wenn sie nicht mehr selbst vor der Kamera steht. Und der Prinz muss mitziehen.

Übrigens: 1969 wurde auf BBC und ITV eine Doku über die britischen Royals ausgestrahlt, in der die königliche Familie nahbarer und menschlicher erscheinen sollte. Leider fand die Queen das Werk aber so furchtbar, dass es 1972 zum letzten Mal gezeigt wurde. Einzelne Szenenfotos kursieren aber immer noch im Netz. Vielleicht können Harry und Meghan die alten Familien-Filmschnipsel ja für Netflix aus dem Giftschrank holen...

(ab/mit Material von dpa)

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