Fynn Kliemann bei der Aufzeichnung der WDR-Talkshow K
Fynn Kliemann wurde von Jan Böhmermann des MaBild: imago images / Christoph Hardt
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"Weitgehend unangesprochen": Kritik an Fynn Kliemanns Entschuldigungs-Video

03.06.2022, 09:1403.06.2022, 09:19

Die Causa Fynn Kliemann ist noch nicht geschlossen. Seit gut einem Monat stehen erhebliche Vorwürfe gegen den Influencer und Unternehmer im Raum. Jan Böhmermann und sein Team enthüllten in der Show "ZDF Magazin Royale", dass Kliemann beim Verkauf seiner Masken gelogen haben soll.

Nach dieser Veröffentlichung postete der 34-Jährige mehrere Statements auf seinem Instagram-Account. Zuletzt veröffentlichte er ein sechsminütiges Video, in dem er seine Schuld eingestand. Außerdem entschuldigte er sich und er gab das Versprechen ab, für sich Lehren aus diesem Vorfall zu ziehen.

Aber wie ist die Entschuldigung zu bewerten? Social-Media-Experte Felix Beilharz hat gegenüber watson seine Einschätzung abgegeben. Außerdem verglich er den Beitrag von Kliemann mit einem anderen Entschuldigungs-Video, das vor Kurzem online ging und erklärte, warum Kliemann in diesem Fall gegenüber Böhmermann die schlechteren Karten hat.

Entschuldigungs-Video von Kliemann wirkt authentisch, aber...

Grundsätzlich hat Beilharz zunächst lobende Worte für den Clip von Kliemann übrig: "Handwerklich ist die Entschuldigung erstmal ganz gut gemacht. Allein dass er am Anfang und Ende des Videos zur Kamera geht, erweckt den Eindruck, dass er das Video selbst aufgenommen hat." Dadurch wirke das Video authentisch.

Allerdings schob er noch hinterher: "Ob das wirklich so war, sei mal dahingestellt." Aufgrund der vielen Overlays und Schnitte nehme er an, dass das Video bearbeitet worden sei. Allerdings wollte Kliemann wohl bewusst Authentizität erwecken, denn: "Man hätte den Gang von und zur Kamera auch wegschneiden können. Ist aber bewusst nicht geschehen."

In diesem Zusammenhang verglich der 39-Jährige dieses Video mit der Entschuldigung von Xavier Naidoo, der vor wenigen Wochen ebenfalls online Reue gezeigt hatte: "Er spricht auch frei und in seiner typischen Art (im Gegensatz zu Xavier Naidoo, der ja sehr steif abgelesen hat). Er belegt seine Aussagen mit Screenshots, was ihn glaubwürdiger wirken lässt."

Beilharz äußerte gegenüber watson aber auch einige Kritikpunkte. Inhaltlich halte er die Entschuldigung für weniger gelungen, machte er deutlich und erklärte, warum:

"Im Großen und Ganzen entschuldigt er sich nur für eine misslungene Kommunikation, nicht so sehr für die Vorwürfe. Insbesondere die Betrugsvorwürfe lässt er weitgehend unangesprochen, was auch in den Kommentaren stark kritisiert wird."

Seines Erachtens, sei es Kliemann nicht gelungen, die im Raum stehenden Verdachtsmomente und Vorwürfe umfänglich auszuräumen. "Ein gewisser Geschmack bleibt zurück, gerade auch wegen den eher weichen Entschuldigungen in seinem Video", so der Social-Media-Experte weiter.

Fynn Kliemann: Keine Chance gegen den "übermächtigen Gegner" Böhmermann?

Und was sagt Felix Beilharz zu der gesamten Situation? Dass das Thema im Netz so hohe Wellen geschlagen hat, überraschte ihn nicht, offenbarte er im Gespräch:

"Immerhin ist das genau das Umfeld, in dem sich Kliemann bewegt. Da treffen zwei Leute mit extrem großen Social-Media-Communities aufeinander und die Communities stacheln sich dann gegenseitig an."

Allerdings flache so ein Thema nach einigen Tagen auch schnell wieder ab, gab Beilharz zu bedenken. Und genau deshalb habe Kliemann einen großen Fehler begangen: "Dementsprechend ist es auch nicht ideal, dass Kliemanns Entschuldigung so spät kam, auch wenn ich den Ansatz, in Ruhe und fundiert antworten zu wollen, gut finde. Aber jetzt ist bei vielen das Interesse bereits wieder woanders und die Entschuldigung wird bei vielen nicht ankommen."

Aber ob eine schnelle Entschuldigung jedoch mehr gebracht hätte, ist fraglich, denn Felix Beilharz ist überzeugt:

"Ganz ehrlich: so wirklich viel kann er da nicht machen. Mit Böhmermann hat er einen übermächtigen 'Gegner' mit hoher medialer Macht und sehr hohem Vertrauen. Wie erwähnt, finde ich es richtig, nicht direkt zu antworten und so vielleicht noch weitere Fehler zu machen, die die Situation noch verschlimmern. Etwas schneller hätte die Antwort aber doch kommen können."

So oder so genüge aber ein Video nicht, damit Kliemann wieder rehabilitiert sei, verdeutlichte Beilharz. Trotzdem würde er Kliemann nicht völlig abschreiben: "Er wäre nicht der Erste, der nach einem Skandal wieder Fuß fassen kann, wenn genügend Zeit vergangen ist. Von daher vermute ich, dass er jetzt erstmal eine Weile etwas die Füße stillhalten wird, sich dann mit einigen hoffentlich gelingenden Aktionen seinen Ruf wieder aufbessert." Dann dürften auch wieder Kooperationen mit Marken möglich werden, zeigte er sich optimistisch. Ob das so passiert, wird die Zukunft zeigen.

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