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Mit dem kanadischen Rapper Drake hält niemand mit: Preise, Album, Dreistigkeiten

FILE - In this Oct. 8, 2016 file photo, Drake performs onstage in Toronto on Oct. 8, 2016. (Photo by Arthur Mola/Invision/AP, File)
Rapper Drake ist extrem erfolgreich. Mit ihm will aus gutem Grund niemand gleichzeitig ein Album veröffentlichen. Bild: dpa / Arthur Mola
Analyse

Mit dem kanadischen Rapper Drake hält niemand mit: Alben, Preise, Dreistigkeiten

12.10.2023, 10:2712.10.2023, 12:40
Michael Ebenger
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Am vergangenen Freitag hat der kanadische Rap-Superstar Aubrey Drake Graham aka Drake sein neues Solo-Album "For All The Dogs" veröffentlicht. Wenn Artists dieser Größenordnung neue Projekte veröffentlichen, scheint plötzlich die Rap-Welt stillzustehen. Alle wollen es gehört haben und eine Meinung parat haben, dazu wird Drakes Gesicht nahezu jedem Spotify-Nutzer auf die Startseite gespült.

Kein Wunder, dass manche Rap-Kolleg:innen sich bei der Ankündigung eines Drake-Albums darum sorgen müssen, dass ihr eigene Platte bloß nicht in derselben Woche erscheint.

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Drake hat 77 Millionen monatliche Hörer:innen auf Spotify (Platz Drei weltweit), ist mit über 350 Millionen Shazams die meist-aufgerufene Persönlichkeit auf der Musik-Erkennungs-Plattform. Außerdem brach der Kanadier zahlreiche Rekorde, die unter anderem die Beatles in den Schatten stellen. Doch was macht Drake so unglaublich erfolgreich?

Von "Degrassi" zu Lil Wayne

Drake wurde als Sohn einer Kanadierin und eines US-Amerikaners in der kanadischen Großstadt Toronto geboren. Seine ersten Schritte im Showbusiness machte der 36-Jährige jedoch als Schauspieler. Von 2001 bis 2008 spielte Drake in der High School-Serie "Euphoria" mit. Der Rapper verkörperte dort Jimmy Brooks, einen an den Rollstuhl gebundenen ehemaligen Basketballspieler. Drakes musikalische Reise beginnt im Jahr 2006: Der damals 20-Jährige veröffentlichte sein erstes Mixtape "Room for Improvement", konnte aber nur 6000 Einheiten der Platte verkaufen und 300 Dollar damit verdienen.

Doch ein Jahr nach seinen ersten Schritten im Musikbusiness konnte Drake erste Erfolge feiern. Denn sein zweites Mixtape "Comeback Season" aus dem Jahr 2007 konnte die Aufmerksamkeit von niemand geringerem als Lil Wayne auf sich ziehen. Der wurde schnell zu einem Fan von Drake, dessen Mischung aus Rap und Gesang damals untypisch für die von hartem Gangsta-Rap dominierte Hiphop-Szene war. Der Kanadier durfte Lil Wayne schließlich auf seiner Tour begleiten. Spätestens nach dem Release seines dritten Mixtapes "So Far Gone" (2009) war Drake das heißeste Eisen der Hiphop-Szene. So gut wie alle großen Labels stritten sich um eine Unterschrift Drakes. Den Zuschlag erhielt schließlich Lil Wayne und sein Label Young Money Entertainment.

Vom Debüt-Album zum Weltstar

In den 2010ern stieg Drake nicht nur zum größten Rapper des 21. Jahrhunderts auf, sondern machte Hiphop zum Mainstream. Mit seinen neun Alben und Hits wie "One Dance", "God’s Plan", "Hotline Bling", "Marvins Room" und "Nice for What" konnte der Kanadier zahlreiche Rekorde brechen.

Drake ist der meist-gestreamte Musiker auf Spotify des letzten Jahrzehnts, hat die meisten Nummer-Eins-Hits aller Rapper überhaupt (11), die meisten gecharteten Songs der amerikanischen Chart-Geschichte (298) und mit 27 Stück die meisten gleichzeitig gecharteten Tracks in einer Woche. Außerdem wurde der Rapper ganze 49 Mal für einen Grammy nominiert und konnte den Musikpreis viermal gewinnen (wahrscheinlich sogar öfter, wenn Drake nicht seit einigen Jahren seine Alben gar nicht erst bei den Grammys einreichen würde).

Mit dem Erfolg von Drake können viele andere Künstler:innen nicht mal ansatzweise mithalten. Sobald klar wird, an welchem Datum ein neues Drake-Album erscheint, kuschen viele anderen Rapper:innen vor einer gleichzeitigen Veröffentlichung ihrer eigenen Alben – auch wenn sie es oft nicht zugeben.

Ein Beispiel: Im Sommer 2022 kündigte der Kanadier überraschend sein Album "Honestly, Nevermind" nur einige Stunden vor der Veröffentlichung an. Ganz urplötzlich verschob der New Yorker Rapper Joey Bada$$ nur einige Stunden nach Drakes Ankündigung seine eigentlich auch am selben Tag erscheinende Platte auf unbestimmte Zeit. Angeblich wegen Schwierigkeiten bei der Lizenzierung einiger Songs. Als Fans die Begründung des New Yorkers für die Verschiebung anzweifelten und spekulierten, dass das Drake-Album der eigentliche Grund sei, musste sich auch Joey Bada$$ zu Wort melden. Der Rapper nannte die Vorwürfe "Comedy" und versicherte, dass rechtliche Probleme wirklich dafür verantwortlich sind. Im selben Atemzug gab Joey Bada$$ jedoch auch zu, sich trotzdem darüber zu freuen, nicht am selben Tag wie Drake zu releasen.

Anders sieht das bei dem ebenfalls aus New York stammenden Rapper A Boogie wit da Hoodie aus. Da im November 2022 "Her Loss", das gemeinsame Album von Drake und Rap-Kollege 21 Savage, am selben Tag erscheinen sollte wie sein Projekt "Me vs. Myself", verschob A Boogie seine Platte gleich um einen ganzen Monat. "Sorry, das Album kommt jetzt im Dezember raus, Drake droppt am selben Tag und da mache ich nicht mit", kommentierte A Boogie damals die Situation auf seinem Instagram-Account.

Von einer Planungssicherheit für andere Rap-Artists kann man bei Drake allerdings nicht sprechen: Im Juli hieß es auf einem Konzert noch, dass seine neue Platte "in so zwei Wochen" erscheinen wird. Danach sprach ein angeblicher Leak von einem Release am 25. August, was sich jedoch auch als falsch herausstellte. Anfang September rückte Drake mit dem offiziellen Release-Datum raus: Am 22. September sollte "For All The Dogs" erscheinen. Aber auch das Datum konnte Drake wegen Überschneidungen mit seiner Konzert-Tour nicht einhalten. Schlussendlich erschien "For All The Dogs" am 6. Oktober 2023.

Jetzt, nach der Veröffentlichung seines neuen Albums, will Drake erstmal eine Pause von der Musik einlegen. Er hat angekündigt, er wolle sich auf seine Gesundheit konzentrieren. An seiner Popularität wird aber selbst eine mehr als einjährige Pause wohl nichts ändern.

Aber auch der Kanadier hat in einem Fall seine Gegnerin gefunden. Im Oktober letzten Jahres sah es fast so aus, als würde Taylor Swifts (mit über 100 Millionen monatlichen Hörer:innen Platz Zwei der meistgehörten Künstler:innen auf Spotify weltweit) "Midnights" und "Her Loss" von Drake nur mit einer Woche Abstand erscheinen. Doch der kanadische Rapstar lenkte ein und verschob "Her Loss" um zwei Wochen auf den 4. November, angeblich wegen einer Covid-Infektion seines Produzenten.

Rechtliche Probleme und Streits

Doch sein Ego bringt Drake auch öfter mal in Schwierigkeiten. Für den Release seiner Single "Slime You Out" hat der Rapper im September ein Bild von Halle Berry von den Kids Choice Awards genutzt, auf welchem die Schauspielerin mit Schleim bedeckt wurde. Kurz darauf beschwerte sich Halle Berry jedoch öffentlich darüber: Sie hätte eigentlich nichts dagegen gehabt, dass Drake das Foto nutze, wäre aber vorher am liebsten von Drake gefragt worden. Kurz darauf änderte der Rapper das Cover der Single zu dem des Albums.

Die Synth-Pop-Band Pet Shop Boys hat ebenfalls ein Problem mit dem Album. Auf dem Song "All The Parties" singt Drake einen Teil des Refrains des Pet-Shop-Boys-Songs "West End Girls". Auch hier hat der Kanadier nicht nachgefragt und die Band nicht einmal mit einer Erwähnung in den Song-Credits gewürdigt.

Es ist auch nicht das erste Mal, dass Drake ungefragt Samples oder Textzeilen andere Künstler:innen nutzt. Schon bei dem Track "Calling My Name" nutzte Drake unerlaubt ein Sample des Songs "Oye Ohene" des ghanaischen Musikers Obrafour. Dieser verklagte Drake daraufhin auf satte zehn Millionen Euro. Es habe zwar eine Anfrage in Form einer Mail an Obrafour gegeben, aber bevor dieser darauf antworten konnte, war der Song bereits veröffentlicht worden.

Mit dem US-Magazin "Vogue" lag Drake ebenfalls im Clinch. Bei der Promo-Kampagne zu "Her Loss" brachte er ein gefälschtes "Vogue"-Magazin in Umlauf, welches ihn selbst auf dem Cover zeigte. Daraufhin wurde er von der Modezeitschrift auf eine Schadensersatzzahlung von rund vier Millionen Dollar verklagt. Beide Parteien haben sich außergerichtlich geeinigt. Doch der Streit ging weiter: Bei einem Konzert im Juli zierte ein KI-generiertes Bild von "Vogue"-Chefin Anna Wintour die LED-Bildschirme auf einem Konzert des Rapstars. Jedoch sah die Modegigantin um einiges älter und ungepflegter aus, als in der Realität.

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