Unterhaltung
Roman, Sascha, Michael, Vincent, Bastian, Andrea, Bernhard, Arne und Adrian (v.l.) warten gespannt auf Prince Alex Entscheidung. 

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"Prince Charming" war 2019 das erste homosexuelle Dating-Format im deutschen Fernsehen. Bild: TVNOW

Analyse

Vox plant neues bisexuelles Dating-Format, ProSieben zeigte "Queen of Drags": Wie TV-Sender jetzt das Thema Diversität für sich nutzen

Es ist nicht alles Gold, was die TV-Sender uns täglich präsentieren. Trash-TV-Formate mit obszöner Sprache wie im "Sommerhaus der Stars" muss man mögen – oder eben nicht. Aber es gibt auch immer wieder Lichtblicke, vor allem, wenn es um das Thema Diversität geht. Denn da hat sich in den vergangenen Jahren einiges getan. Aktuellstes Beispiel: "Prince Charming". Bei Vox ist jetzt bereits der zweite schwule Bachelor auf Männersuche. Und dabei wird es nicht bleiben: Erst kürzlich wurde bekannt, dass mit "Princess Charming" bald die erste bisexuelle Frau auf Liebessuche gehen wird. Grund genug, einmal genauer hinzusehen, was die privaten und öffentlich-rechtlichen Sender tun, um für mehr Toleranz, Offenheit und Diversität im TV zu sorgen und wie – oder ob überhaupt – sie sich auch gesellschaftlich verändern.

Denn um eins vorwegzunehmen: Queere Formate ändern am Prinzip des Fernsehens generell nichts, wie Medienexperte Professor Lorenz Engell von der Bauhaus-Universität Weimar gegenüber watson zu bedenken gibt.

Das planen die Sender, um ein diverseres Programm anzubieten:

Vox

Vorreiter, wenn es um Dating-Shows mit gleichgeschlechtlichen Paaren geht, ist Vox. Eine Sendersprecherin erklärt dazu gegenüber watson:

"Diversität war und ist für uns bei Vox – aber auch für die weiteren Kanäle der Mediengruppe RTL – ein wichtiges Thema. Wir haben bei Vox zu diesem Thema bereits einige Programme gemacht. Aktuell haben wir mit 'First Dates' und der 2. Staffel 'Prince Charming' zwei Formate im Programm, bei denen sich Menschen mit unterschiedlicher sexueller Orientierung auf die Suche nach der großen Liebe machen. Bei TVNow kommt im nächsten Jahr jetzt noch die 'Princess Charming' und bei Vox mit 'The Undateables' ein Format hinzu, in dem Menschen im Mittelpunkt stehen, denen die Suche nach der großen Liebe aufgrund einer körperlichen oder geistigen Behinderung besonders schwerfällt. Also wir haben in Richtung Diversität auf den verschiedenen Kanälen der Mediengruppe noch viel vor."

Princess Charming

Bei TVNow soll es in Kürze die erste bisexuelle Dating-Show geben. Bild: tvnow

Vox hatte "den großen Wunsch, endlich ein homosexuelles Datingformat auf dem deutschen Markt zu etablieren", wie die Sprecherin weiter sagt, und ist "auf der Suche nach einer internationalen Vorlage auf 'Finding Prince Charming' gestoßen, welches wir nach unseren Vorstellungen mit Seapoint für TVNow adaptiert haben".

Die Jungs warten gespannt auf die erste Entscheidung von Nicolas.

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Ein Bachelor und viele liebeshungrige Herren: Das ist "Prince Charming". Bild: TV Now

Mit der Idee trafen sie direkt ins Schwarze. Beim hauseigenen Streaming-Dienst TVNow wurde "Prince Charming" bestens angenommen und sorgte auch später im TV für gute Quoten – vor allem bei den Jungen, wie die Sprecherin weiter sagte. Mit Marktanteilen von bis zu 14,9 Prozent sei das Format vor allem bei den Frauen zwischen 14 und 29 Jahren sehr erfolgreich. Anschließend entschloss man sich, noch einen Schritt weiterzugehen und "noch diverser" werden zu wollen. "So wurde die Idee für 'Princess Charming' geboren, ebenfalls für TVNow", erklärte eine Vox-Sprecherin gegenüber watson weiter.

So erfolgreich "Prince Charming" auch war, negatives Feedback und gar Hassnachrichten kamen auch vor, wie die Sprecherin einräumte. "Ja, auch die gab es. Das hat uns aber nur darin bestärkt, dass es genau der richtige Zeitpunkt ist, 'Prince Charming' zu zeigen."

RTL

Auch RTL betont gegenüber watson, wie wichtig "die Gender- und Diversity-Thematik" der Mediengruppe RTL ist. Dies würde sich neben den von Vox bereits genannten Formaten auch in "Let's Dance" widerspiegeln. Dort trat mit Kerstin Ott beispielsweise die erste Frau mit einer Tanzpartnerin an. Eine Sendersprecherin teilt außerdem mit:

"TV-Inhalte sind immer auch ein Spiegel der Gesellschaft. Daher sind auch Geschlechterrollen im TV einem stetigen Wandel ausgesetzt. Starke Frauen haben bei der Mediengruppe RTL schon immer eine Hauptrolle gespielt, von 'Ritas Welt' über 'GZSZ' bis zur 'Bachelorette'."

Melissa ist die Bachelorette 2020.

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RTL nennt als Beispiel für starke Frauen das Format "Bachelorette". Bild: TVNOW / Arya Shirazi

RTL wolle mit seinem vorhandenen Einfluss "Impulse setzen, mutig sein und zur Meinungsbildung der Gesellschaft beitragen", heißt es weiter. "Dabei schwimmen wir auch gerne gegen den Strom und sind Vorreiter", wie die Sprecherin betont, denn: "Wir sind der festen Überzeugung, dass Diversität eine der Triebfedern einer modernen Gesellschaft ist."

Auch fernab des TV-Programms engagiert sich die Mediengruppe RTL im Bereich Diversity:

"Zudem unterstützt die Mediengruppe RTL die Erhebungen der MaLisa-Stiftung zur audiovisuellen Diversität, um uns in diesem Bereich stetig zu verbessern. Und als Unternehmen engagieren wir uns bei verschiedenen LGBT-Anlässen wie dem Kölner CSD oder als Teil des 'be.queer'-Netzwerkes von Bertelsmann."

Das ist die MaLisa-Stiftung

Die MaLisa Stiftung wurde 2016 von Maria und Elisabeth Furtwängler gegründet. Ihr Ziel ist eine freie, gleichberechtigte Gesellschaft. Der Schwerpunkt der ersten Initiativen der MaLisa Stiftung ist die Darstellung von Frauen und Männern in den Medien. International setzt sich die Stiftung für die Beendigung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen ein. In Deutschland engagiert sie sich außerdem für gesellschaftliche Vielfalt und die Überwindung einschränkender Rollenbilder.

ProSieben

ProSieben hat sich bei "Queen of Drags" im vergangenen Jahr auf die Suche nach einer Drag-Queen gemacht und mit der Show auf eine Thematik gesetzt, die zuvor im Mainstream-TV eher keine Rolle gespielt hat. Entstanden war die Show-Idee im weitesten Sinne bei "Germany's next Topmodel", wie ein ProSieben-Sprecher watson erklärt. Außerdem habe man "Dragqueens und ihrer Kunst eine Bühne über das Modeln hinaus geben" wollen, führt der Sprecher weiter aus.

Catherrine Leclery (l.) und Candy Crash von

ProSieben schickte in "Queen of Drags" Heidi Klum auf Drag-Queen-Suche. Bild: ProSieben / Screenshot

Die Resonanz auf die Show war vorwiegend positiv, wie er berichtet: "Viele Zuschauer, eine große Mehrheit, hat 'Queen of Drags' gefeiert. Anfeindungen begegnen wir immer anders. Immer mit einer klaren Haltung und bei 'Queen of Drags' unter anderem mit einem Video, in dem die Dragqueens Hate-Kommentare lesen, das alleine hatte mehr als 200.000 Views."

Die Programme sollen auch weiterhin so "wild und bunt" bleiben, wie sie sind, sagte der Sprecher hinsichtlich der künftigen Ausrichtung des Programms. "Ob 'Taff', 'Voice of Germany', 'GNTM', 'FameMaker', 'Queen of Drags' oder 'Frau Jordan stellt gleich' – ProSieben-Programme sind in der Summe mindestens so bunt und vielfältig wie unsere Gesellschaft. Und manchmal noch bunter", so der ProSieben-Sprecher.

Sat.1

Bei Sat.1 wird zwar nicht nach der nächsten Drag-Queen gesucht, dafür zeigte der Sender im Frühjahr zur besten Sendezeit die Show "No Body is perfect – Das Nacktexperiment" mit Paula Lambert. In Bezug auf die Einschaltquoten war die Sendung zwar kein Erfolg, dafür waren die Reaktionen auf das Format "durchweg positiv, man kann von einem 'Love Storm' sprechen", wie eine Sendersprecherin watson sagt.

Selbstbewusst: Paula und ihre

Mit "No Body is perfect – Das Nacktexperiment" brachte Sat.1 dieses Jahr ein sehr spezielles Format ins TV. Bild: Sat.1

Entmutigen ließ sich der Sat.1 davon nicht und wagte in diesem Jahr mit "Mütter machen Porno" ein besonders Experiment, das vor allem im Vorfeld auf Kritik stieß, wie die Sprecherin weiter berichtet:

"Darin haben fünf Mütter auf eigene Faust einen Porno produziert, der Heranwachsenden ein realistisches Bild von Sex vermittelt. Mit Menschen, die aussehen wie Du und ich und die sich auf Augenhöhe leidenschaftlich und wertschätzend begegnen – also anders als bei den allermeisten Pornos, die im Netz mit einem Klick zu finden sind und in denen Frauen meist nur die Rolle des immer willigen Sexobjekts innehaben. Im Vorfeld mussten wir viel negative Kritik einstecken, einigen Zuschauern war das Thema in der Primetime doch zu heftig. Das hat sich mit der Ausstrahlung gewandelt: Zuschauer haben den Ansatz sehr gelobt und waren froh, aber auch schockiert darüber zu erfahren, was ihre Kinder tagtäglich im Netz sehen."

Auch abseits dieser besonderen Formate setzt Sat.1 auf Diversität. "Vielfalt ist Normalität in vielen unserer Programme, ohne einen besonderen Fokus darauf zu legen", betont die Sprecherin weiter und nennt als Beispiel die Shows "The Voice of Germany", "The Biggest Loser" oder auch "Das große Backen". Außerdem bilde auch das tägliche Nachmittags-Programm "die bunte Vielfalt des gesellschaftlichen Alltags in allen Lebensbereichen ab".

ARD

Formate wie "Prince Charming oder "Queen of Drags" findet man bei den öffentlich-rechtlichen Sendern nicht. Aber das Thema Diversität geht auch an der ARD nicht vorbei.

"Wir thematisieren Sexualität und Vielfalt in Reportagen und Dokumentationen ebenso wie in Filmen und Serien. Wir wollen das Leben in Deutschland in allen Programmbereichen möglichst facettenreich abbilden, sodass Diversität ganz selbstverständlich vorkommt, als Teil der gelebten Realität in unserem Land."

So zeigt der Sender am 25. November zur Primetime mit "Einer wie Erika" einen Fernsehfilm des SWR über eine intersexuelle Skisportlerin. Als weitere Beispiele nennt der Sprecher außerdem zwei Produktionen, die im April dieses Jahres ausgestrahlt wurden: In der Film-Reihe "Toni, männlich, Hebamme" zeigte der Sender einen Spielfilm, in dem es um das Coming-out eines schwulen Profifußballers ging, der in einer Ehe mit Kind lebt. Außerdem war die Reportage "Jung, schwul, gläubig – geht das für Christen und Muslime?" im Programm.

ONE EINER WIE ERIKA, am Samstag (28.11.20) um 20:15 Uhr.
Erika (Markus Freistätter) soll unterschreiben, dass sie auf das Fahren von Skirennen verzichtet und auch in Zukunft als Frau leben wird.
© SWR/ORF/Lotus Film/Zeitsprung Pictures/Ioan Gavriel, honorarfrei - Verwendung gemäß der AGB im engen inhaltlichen, redaktionellen Zusammenhang mit genannter Sendung bei Nennung

Die ARD zeigt im November den Film "Einer wie Erika". Bild: SWR/ORF/Lotus Film/Zeitsprung Pictures/Ioan Gavrie

Auch die Magazine "Monitor" und "Titel, Thesen, Temperamente" hatten in der Vergangenheit bereits Themen aus dem Bereich Diversität und sexuelle Gleichberechtigung aufgegriffen, wie der Sprecher betont.

ZDF

Auch dem ZDF ist Diversität und Vielfalt ein Anliegen. So progressiv wie bei den privaten Sendern wird auch hier mit dem Thema gleichgeschlechtliche Liebe umgegangen. Eine Sprecherin sagte watson bezüglich der inhaltlichen Ausrichtung in Bezug auf Diversität:

"Als öffentlich-rechtlicher Fernsehsender trägt das ZDF mit seinem Programmauftrag eine besondere Verantwortung. Daher haben wir vor 13 Jahren als eines der ersten Unternehmen die 'Charta der Vielfalt' unterzeichnet. Uns ist es stets ein Anliegen, die Diversität unserer Gesellschaft auch in unserem Programm abzubilden. Wir wollen dabei die verschiedenen Elemente der Vielfalt unseres Landes in der Breite unseres Angebots verankern – von der 'SOKO Potsdam' über die Eventserie 'Ku’damm' bis hin zur Jugendserie 'DRUCK'. Dabei ist es wichtig, ohne klischierte Rollendarstellungen zu arbeiten. Ein aktuelles Beispiel ist Lorna Ishema, die zurzeit in der ZDFneo-Serie 'Breaking Even' eine Anwältin spielt, die sich gegenüber ihrem Arbeitgeber emanzipiert."

Warum diverse Themen stärker im Fernsehen vertreten sind

Natürlich spielte gleichgeschlechtliche Liebe auch vor "Prince Charming" im TV eine Rolle. In Serien wie "Lindenstraße", "Unter uns" oder "GZSZ" wurde dieses Thema ganz selbstverständlich behandelt. Die TV-Sender werden immer offener, wenn es um diverse Themen geht, was homosexuelle Dating-Shows oder auch die Suche nach einer schillernden Drag-Queen unterstreichen. Warum solche Themen immer mehr den Weg ins TV finden, erklärt Lorenz Engell, Experte im Bereich Film- und Fernsehwissenschaft und Leiter des Masterprogramms "Filmkulturen: Extended Cinema" an der Bauhaus-Universität Weimar, gegenüber watson:

"Themen und Figuren aus dem Umfeld der Queerness und der Diversität dringen auch in Deutschland weiter ins reguläre lineare Fernsehprogramm vor, weil das dem allgemeinen gesellschaftlichen Klima entspricht, weil es Mainstream ist."

Massenmedien klassischen Typs seien im Gegensatz zu Sparten- und Nischenmedien und auch zu den sozialen Medien immer auf den Mainstream angewiesen, wie er sagt. "Mainstream ist nicht unbedingt das, was 'Mehrheit' ist, aber stets das, was 'mehrheitsfähig' ist. Noch genauer: Das, wovon jeder und jede einzelne annimmt, dass es wohl mehrheitsfähig sei, auch ohne sich selbst notwendigerweise dieser Mehrheit zuzurechnen. [...]", hält Engell fest.

Heidi Klum l

ProSieben zeigte 2019 erstmals "Queen of Drags". Bild: dpa / Martin Ehleben

Medienwissenschaftler: "Damit aber hören sie tendenziell auch auf, queer und divers zu sein"

Dass die Fernsehsender mit solchen Formaten gesellschaftliche Strömungen "abbilden", hält der Medienwissenschaftler für eher fraglich.

Denn: "Die Formulierung setzt voraus, dass Fernsehen überhaupt 'Gesellschaft abbildet'. Fernsehen konstruiert sich aber eine eigene Gesellschaft, eben die Fernsehgesellschaft, auf die es dann wiederum reagiert. Daneben gibt es andere 'Mediengesellschaften'", erklärt Engell gegenüber watson und nennt dabei zum einen die sozialen Medien oder auch die Hochkulturmedien. Diese seien aber "jeweils anders aufgestellt".

Das Fernsehen stellt nach Meinung des Medienwissenschaftlers eine Sonderfunktion in diesem Zusammenhang dar, denn "es zeigt, was es selbst als Schnittmenge oder Konsens zwischen den Medienmilieus vermutet oder auch experimentell herstellt". Deshalb wird das Fernsehen auch als "First Screen" behandelt, "zu dem sich die zahlreichen 'Second Screens' der mobilen, der sozialen und anderer Bildschirmmedien verhalten (müssen)". Engell erklärt dazu weiter:

"Wenn auf dem 'First Screen' vermehrt queere und diverse Figuren und Themen zirkulieren, dann heißt das nichts anderes, als dass sie im gesellschaftlichen Konsensfeld angekommen sind. Damit aber hören sie tendenziell auch auf, queer und divers zu sein. Es ist allenfalls neuer Wein in alten Schläuchen."

Dass Formate wie "Prince Charming" oder "Queen of Drags" ein Mittel sind, junge Zuschauer ans klassische Fernsehen zu binden, glaubt Engell nicht. "Die Bindung an Medien geschieht durch deren Form, [...] nicht durch die Inhalte. Vielmehr bilden sich die Inhalte nach den Formen und Prozeduren. Das ist eine ziemlich solide, bereits lange etablierte medienwissenschaftliche Erkenntnis."

Senderverantwortliche haben nie gelernt, "out of the Box" zu denken

Generell hält Engell zum Fernsehen in Deutschland fest, dass es eben "macht, was es macht". Das Problem sei, dass die Senderverantwortlichen ebenso "Teil des Apparates sind, die nie gelernt haben, 'out of the Box' zu denken". Das gelte speziell für öffentlich-rechtliche Anstalten, wie er sagt. Mit den privaten Sendern geht Engell allerdings noch härter ins Gericht: "Die Privatsender sind sowieso für jede Art der hier gemeinten Innovation unbrauchbar (obwohl es auch hier Ausnahmen gibt: 'Big Brother' war auch mal eine Revolution!), da sie sich allein über Einschaltquoten finanzieren und der Gewinnerzielung verpflichtet sind, also erst recht immer Mainstream machen müssen."

Allerdings macht der Medienwissenschaftler auch deutlich, dass der Mainstream auch wichtig für den sogenannten "Zusammenhalt der Gesellschaft" ist, besonders dann, wenn jeder einzelne es für den Mainstream der anderen halten kann, dem er selbst nicht angehört.

Engells abschließende Erkenntnis: "Am Prinzip des Fernsehens ändern ein paar queere und diverse Figuren, Themen, 'Inhalte' genau gar nichts – kein 'Inhalt' tut das. Das Medium ist die Botschaft."

Das Fazit

Nur, weil die Fernsehsender immer mehr auf Diversität setzen, heißt das also noch lange nicht, dass die Sender auch wirklich etwas verstanden haben – außer, wie das Geschäft eben funktioniert. Denn am Ende zählt nämlich vor allem bei den privaten Sendern nur eins: die Quote. Ein leichter Wandel zeichnet sich dennoch auch im Mainstream-Fernsehen ab – und wir bekommen zumindest etwas mehr zu sehen als die klassischen Stereotype.

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