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Steven Gätjen und Conchita Wurst: Die beiden moderieren den Ersatz-ESC von ProSieben. Bild: screenshot ProSieben

Nico Santos gewinnt Ersatz-ESC bei ProSieben – deutscher Act enttäuscht Zuschauer

Eigentlich hätte heute der richtige ESC in der niederländischen Stadt Rotterdam stattfinden sollen. Doch der wurde aufgrund der Corona-Pandemie, wie viele andere Großveranstaltungen auch, kurzerhand abgesagt. Doch ProSieben und Stefan Raab wollten mit ihrem "Free European Song Contest" die traurigen Fans trösten. Genauso übrigens wie die ARD, die parallel ebenfalls eine Musikshow mit eigenem Voting plante.

Im Vorfeld sagte der Sender zu watson: "Wir freuen uns sehr auf diesen besonderen musikalischen Contest – unabhängig von allen Dingen, die jetzt nachträglich noch von anderen Sendern angekündigt werden." Und diese Show hatte es in sich. Die Fans fieberten darauf hin, dass tatsächlich Showgigant Stefan Raab selbst das Mikrofon in die Hand nehmen könnte und Deutschland vertritt, denn es hieß: "Für Deutschland tritt eine echte Legende an [...]. Dazu sieht er auch noch unglaublich gut aus." Doch wer auf Raab gehofft hatte, wurde bitter enttäuscht.

Unter den 16 Teilnehmern trat Stefanie Heinzmann für die Schweiz an, Glasperlenspiel für Polen, Nico Santos für Spanien, Gil Ofarim für Israel, Vanessa Mai für Kroatien, Eko Fresh und Umut Timur für die Türkei, Mike Singer für Kasachstan oder Sarah Lombardi für Italien. Doch für ESC-Fans sollte das nicht die einzige Überraschung sein.

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Die Teilnehmer: Nach ihren Auftritten, warteten sie auf die Punktevergabe. Bild: screenshot ProSieben

Die Regeln

Stefan Raab betonte im Vorfeld, dass es ihm sehr wichtig sei, dass die Künstler einen tatsächlichen Bezug zu dem Land hätten, für das sie singen. Das heißt, die Musiker müssen dort geboren sein, die Staatsbürgerschaft besitzen oder ihre Eltern kommen aus dem von ihnen repräsentierten Land. Aus diesen Kriterien stellte sich somit die Teilnehmerliste zusammen. Anders als beim ARD-ESC mit internationalen Sängern treten hier tatsächlich Musiker aus Deutschland auf.

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Mel C: Die Sängerin verkündete die Punkte für England. Bild: screenshot prosieben

Das Besondere: Stars wie Lukas Podolski für Polen, Melanie C für Großbritannien oder Angelo Kelly für Irland vergaben nach den Auftritten für ihr Land stellvertretend die Punkte nach dem altbekannten ESC-Modell. Auch hier hieß es wieder "And 12 points go to...". Während der Punktevergabe schaltete ProSieben live quer durch Europa.

Es konnten Punkte von 1 bis 12 vergeben werden. In Deutschland, Österreich und der Schweiz voteten die Zuschauer per Telefon, SMS und Anruf für ihren Liebling. Die Stimmen wurden in Punkte umgerechnet. Übrigens: Für das eigene Land konnte natürlich nach alter ESC-Tradition nicht abgestimmt werden.

Die Moderatoren

Conchita Wurst und Steven Gätjen führten durch den Abend. 2014 gewann Conchita für Österreich den ESC. Mit dem Song "Rise Like a Phoenix" spielte sie ich in die Herzen der Musikfans. An der Seite von Steven Gätjen führte sie souverän durch den Abend. Für die Moderatorin des Ersatz-ESC hätte ProSieben kaum besser liegen können, denn mit ihrem Auftritt beim internationalen Wettbewerb wusste sie natürlich genau, worauf es ankam. Darüber hinaus hat sie mit der ProSieben-Show "Queen of Drags" oder den Auftritt als Gast-Juror bei "The Masked Singer" schon jede Menge Erfahrung, um eine große Show zu repräsentieren.

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Conchita Wurst und Steven Gätjen: Die Moderatoren führten souverän durch den Abend. Bild: ProSieben/Willi Weber

Auch Steven Gätjen ist ein bekanntes ProSieben-Gesicht Normalerweise unterhält er sich traditionell am Redcarpet der Oscarverleihung mit Superstars wie Sandra Bullock, Leonardo DiCaprio oder Scarlett Johansson. Zuletzt sahen ihn die Zuschauer bei "Joko und Klaas gegen ProSieben". Jetzt war es an der Zeit, wieder auf einer großen Bühne zu brillieren. Conchita und er waren schnell ein eingespieltes Team. Auch mit dem einen oder anderen Versprecher gingen sie gelassen um.

Der beste Act

Diese Kategorie teilen sich gleich zwei Sänger: nämlich zwei, die von Raab entdeckt wurden. Als erstes brachte Stefanie Heinzmann mit großer Stimme die Bühne zum Beben. Nicht nur auf Englisch, sondern auch auf Schweizerdeutsch stellte sie ihr Talent unter Beweis. Ein großes Feuerwerk wurde auf der Bühne entfacht. Mit "All we need is love" zeigte sie, dass in ihr mehr als der Dalmatiner von "The Masked Singer" steckt.

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Stefanie Heinzmann: Mit ihrer Performance brachte sie Power auf die Bühne. Bild: Screenshot ProSieben

Direkt danach hatte das Gagaland "Mond" seinen großen Auftritt. Der Astronaut sorgte mit seiner Ballade "Back to the moon" für den Gänsehautmoment. Wer sich darunter verbarg, wurde übrigens nicht enthüllt. Jedoch vermuteten die Fans ganz stark Max Mutzke. Er gewann übrigens im vergangenen Jahr die Staffel von "The Masked Singer" – natürlich als Astronaut. Zurecht, wie sich gezeigt hat. Dabei brauchte er auf der Bühne keine Background-Tänzer, sondern nur sein großes Talent.

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Mond aka Max Mutzke: Auf der Bühne brauchte er nicht mehr als seine großartige Stimme. Bild: Screenshot proSieben

Die größte Enttäuschung

Alle Fans fieberten auf den Act für Deutschland hin, der groß angekündigt wurde. Erst um 22.15 Uhr wurde enthüllt, wer tatsächlich für das Land antritt. Nach einem kurzen Einspieler mit Stefan Raab zu Showbeginn freuten sich die Fans schon auf ein Comeback. Schließlich hatte ProSieben schon vor der Show zumindest verdächtige Anspielungen gemacht. Und auch Gätjen sagte kurz vor dem Auftritt:

"Liebe Leute, jetzt wird es ganz groß. Den Teilnehmer kann man mit einem Wort beschreiben: der beste Entertainer Deutschlands. Er ist der beste Teilnehmer, den Deutschland je bei einem Wettbewerb hatte und jemals werden wird. Er hat den Song in zehn Minuten geschrieben mit dem Titel 'Forever at home': Hier ist... Helge Schneider."

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Helge Schneider: Für Deutschland trat Urgestein Helge auf. Bild: Screenshot ProSieben

Somit zerplatzte für viele Fans der Traum, dass Stefan Raab auf der Bühne sein großes Comeback feiern würde, nachdem er sich 2015 vom Showgeschäft verabschiedet hatte. Zugegeben, Helge Scheider performte souverän seinen Song "Forever at home", es war aber eben nicht Ideengeber Stefan Raab, den sich viele so sehr gewünscht haben.

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Stefan Raab: Gleich zu Beginn wurde der Showmaster gezeigt. Bild: screenshot prosieben

Die Punkte

Bei der Punktevergabe verkündete zunächst Lukas Podolski für Polen die Ergebnisse. 12 Punkte gingen dort übrigens an die Türkei. Für den Mond verteilte Bully Herbig alias Mr. Spuk sein Ergebnis. Die höchste Bewertung ging dabei nach Deutschland. Michelle Hunziker verteilte die höchste Punktzahl an Bulgarien.

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Heidi Klum und Tom Kaulitz: Die beiden waren gut gelaunt bei der Punktevergabe. Bild: screenshot prosieben

Ganz zum Schluss wurden Heidi Klum und Tom Kaulitz aus Los Angeles zugeschaltet, um die Punkte für Deutschland zu verteilen. Neben Schweiz und Österreich war Deutschland das einzige Land, in dem die Punktezahlen durch Zuschauer-Stimmen entstanden sind.

Heidi Klum plauderte auch noch kurzerhand über das "GNTM"-Finale: "Es wird super spannend, ich bin leider nicht da. Wie ihr wisst, habe ich vier Kinder, die ich nicht zurücklassen kann. Es wird ein super Finale werden." Beim Ersatz-ESC fanden die beiden übrigens den Mond am besten.

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Die Moderatoren mit Heidi: Die Punkte für Deutschland entschieden, wer als Sieger hervorging. Bild: screenshot prosieben

Am Ende gab es in der Show ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Spanien und der Niederlande. Als am Schluss die Publikums-Punkte aus Österreich, Schweiz und Deutschland vergeben wurden, holte jedoch auch der Mond nochmal kräftig auf.

Der Gewinner

Am Ende gewann tatsächlich Nico Santos für Spanien. Er sagte überraschend: "Das ist der erste Preis, den ich gewonnen habe." Direkt nach der Punktevergabe von Heidi Klum war klar, dass er gewonnen hat. Freudestrahlend präsentierte er noch mal sein Gewinnerlied "Like I love you".

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Nico Santos: Er gewann die Show. Bild: Screenshot ProSieben

Der ESC-Faktor

Im vergangenen Jahr verfolgten unfassbare 182 Millionen Menschen am Fernseher den ESC aus Israel. 7500 Fans feuerten live vor Ort die Künstler an. Duncan Laurence machte mit "Arcade" das Rennen. Dieses Mal gab es keine Zuschauer vor Ort und die Fans mussten bei ProSieben auf internationale Künstler verzichten. In der ARD trat Ben Dolic auf, der eigentlich dieses Jahr für Deutschland mit dem Song "Violent Thing" ins Rennen gehen sollte. Sein Auftritt lief sogar fast so ab, wie es beim großen Finale in Rotterdam gewesen wäre. Zugegeben, damit konnte ProSieben nicht mithalten.

Dennoch schaffte es Stefan Raab mit dem Sender, den Geschmack der Musikliebhaber zu treffen. Sein Vorteil war natürlich auch, dass man die Künstler wie Nico Santos, Vanessa Mai oder auch Mike Singer kannte. Umso schwieriger war es aber auch für den Sender, die ESC-Fans doch noch zu überraschen. Das gelang besonders durch den Act aus Deutschland, auch wenn die Zuschauer enttäuscht waren.

ESC-Faktor: 6/10.

(iger)

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