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Heinz von Seyn-Wittgenstein versucht den Arzt, von seinem Leiden zu überzeugen. Bild: RTL 2

Hartz-IV-Show: Promi drückt sich vor Arbeit – und will sich Krankschreibung erschleichen

Heinz von Seyn-Wittgenstein scheint nichts erspart zu bleiben: In der Sendung "Promis auf Hartz IV" muss er mit seiner Freundin Sylwia erst auf den Campingplatz ziehen. Dann muss er nervige Arbeiten wie Toiletten-Putzen verrichten. Und schließlich muss er ständig mit Hitze, Zecken und Brennnesseln kämpfen.

Das Leben auf Hartz IV ist mühsam für den Millionär. Aber das sind die Regeln des RTL-2-Experiments, auf das sich der reiche Unternehmer eingelassen hat: Drei Wochen lang muss er so leben wie die mit ärmsten Menschen Deutschlands.

Wie diese Menschen leben – davon hat Heinz scheinbar recht eigensinnige Vorstellungen: Zumindest meint er, wenn er Hartz-IV-Empfänger ist, müsse er nicht arbeiten. Und wenn ihn jemand zwingen will, kann er sich ja krankschreiben lassen. Zumindest versucht er das im Laufe der aktuellen Folge.

Was ist "Promis auf Hartz IV"?

Bei dem Sozialexperiment von RTL 2 probieren Adlige wie Heinz, Prinz Mario zu Schaumburg-Lippe oder C-Promis wie Hubert Fella die Existenz in Armut aus: Drei Wochen lang leben sie wie Hartz-IV-Empfänger. Und zwar in Sozialwohnungen oder dem Wohnmobil, mit wenigen hundert Euro zum Leben – entsprechend dem Hartz-IV-Satz.

Heinz muss mit dem Bus zum Arzt – ein Taxi kann er sich mit Hartz IV nicht leisten

Ursprünglich ist es nicht einmal Heinz, der zum Arzt muss – sondern Sylwia: Denn sie wird eines Tages am Campingplatz gleich von zwei Zecken gebissen. Das Paar macht sich nun Sorgen, dass Sylwia sich mit der Infektionskrankheit Borreliose angesteckt haben könnte.

Zur Sicherheit fahren Heinz und Sylwia also zum Arzt. Mit dem Bus natürlich. Mit dem Taxi zu fahren, wie die beiden es gewohnt sind, gibt ihr Budget als Hartz-IV-Empfänger nicht her.

Infos zu Hartz IV

Aktuell beziehen in Deutschland fast vier Millionen Erwerbsfähige Arbeitslosengeld II, umgangssprachlich auch Hartz IV genannt. Dabei übernimmt das Jobcenter Miete (bis zu einem regional abhängigen Quadratmeter-Preis) sowie Heizkosten und zahlt einen monatlichen Leistungssatz. Dieser Satz beträgt zum Beispiel für Alleinstehende und Alleinerziehende 424 Euro.

Beim Arzt versucht Heinz, sich krankschreiben zu lassen – damit er garantiert nicht arbeiten muss

Beim Arzt angekommen wird erst Sylwia untersucht. Der Arzt gibt Entwarnung: Die Zecken hingen laut Aussagen der zweifachen Mutter nicht länger als zwölf Stunden an ihrem Bein, das Risiko, sich in der Zeit anzustecken, ist gering.

Dann nutzt auch Heinz seine Chance und lässt den Arzt einen Blick auf seinen Arm werfen: Denn Heinz' Unterarm schmerzt und ist leicht geschwollen, obwohl er laut eigener Aussagen sich weder gestoßen noch etwas Schweres getragen habe. Mit Brennnesseln sei er allerdings mehrfach in Kontakt gekommen – möglicherweise haben sie die Schwellung ausgelöst.

"Schwere Arbeit hier mit dem linken Arm und so ist ja gar nicht möglich, weil das tut ja alles weh hier", sagt der Millionär gleich. Eine Woche lang will er sich krankschreiben lassen. Doch der Arzt meint, eine Woche sei ziemlich lang. "Schreiben Sie wenigstens halbseitig arbeitsunfähig!", versucht Heinz, ihn weiter zu überreden. Doch der Arzt bleibt standhaft. Die Verletzung sei nur oberflächlich, eine systemische Erkrankung zumindest momentan noch auszuschließen. Für eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung liegt somit kein Grund vor.

"Ich tu' mich sogar schwer, die Zigarette links zu halten!"

Heinz von Seyn-Wittgenstein über seinen verletzten Arm.

Der Millionär ist überzeugt: Als Hartz-IV-Empfänger muss man nicht arbeiten

Nur wenige Sekunden später kommentiert der Millionär: Er wollte sich krankschreiben lassen, weil er dachte, das mache man so als Hartz-IV-Empfänger:

"Hallo – ich musste mich ja anpassen als Hartz-IV-Empfänger, den Gegebenheiten! Alle haben mir erzählt, du brauchst überhaupt nicht arbeiten. Lass dich nur krankschreiben. Hat nicht funktioniert."

Ein fehlerhafte Annahme, die der Millionär da hat. Denn dass Hartz-IV-Empfänger nicht arbeiten, ist ein Mythos: Viele von ihnen haben zum Beispiel Minijobs und stocken mit der staatlichen Unterstützung auf. Nur etwa jeder vierte Hartz-IV-Empfänger ist tatsächlich komplett ohne Arbeit.

Vor welcher Arbeit Heinz sich genau drücken wollte oder ob er sich einfach nur provisorisch krankschreiben lassen wollte, wird in der Sendung nicht ganz deutlich. Dass er allerdings nicht gerne arbeiten geht, hat er bei "Promis auf Hartz IV" schon öfter gezeigt: In einer anderen Folge wurde er von den Campingplatz-Besitzern aufgefordert, die Toiletten zu putzen. Anstatt selbst die unliebsame Aufgabe zu verrichten, lockte Heinz lieber andere Camper an, die Arbeit für ihn zu verrichten – und rauchte nebenbei heimlich.

So richtig warm mit dem Leben als Hartz-IV-Empfänger wird Heinz nicht. Umso besser, dass er nach drei Wochen schon in sein Luxus-Leben zurückkehren kann.

(ak)

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