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Fiona Erdmann: Ihr Leben in Dubai – Kochshow, Kinder, wie sie mit Kritik umgeht

Fiona Erdmann
Ex-Model Fiona Erdmann lebt seit Anfang 2018 in Dubai, wo sie auch ihre heutigen Ehemann Moe kennengelernt hat. Bild: Privat / Fiona Erdmann
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Ex-"GNTM"-Star Fiona Erdmann über ihr neues Leben in Dubai: Kochshow, Kinder und wie sie mit Kritik umgeht

18.03.2023, 13:5619.03.2023, 18:01
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Noch vor fünf Jahren kannte man Fiona Erdmann vor allem als Ex-"Germany's next Topmodel"-Kandidatin von 2007 und aus dem Dschungelcamp, wo sie 2013 teilgenommen hatte. Doch heute führt das frühere Model ein komplett anderes Leben.

Sie lebt nicht mehr in Deutschland, sondern als Influencerin in Dubai – und zwar zusammen mit ihrem Ehemann Mo und den zwei gemeinsamen Kindern, Tochter Neyla, die im Mai ein Jahr alt wird, und dem zweijährigen Sohn Leo.

Mit watson spricht sie jetzt über all diese Veränderungen: über ihre Familie, ihre neue Heimat – und ihre neue Kochshow "Cooking Couple" (immer sonntags auf Youtube).

Die erste Folge von Fiona Erdmanns neuer Kochshow "Cooking Couple" wurde Ende Februar veröffentlicht.Video: YouTube/Fiona Erdmann / Cooking Couple

Watson: Du und dein Partner Mo habt auf Youtube gerade ein gemeinsames Projekt gestartet: die Kochshow "Cooking Couple". Das ist überraschend für ein ehemaliges Model, oder nicht?

Fiona Erdmann: Ich sage mal so, mein Leben hat sich seit damals komplett geändert. In meiner ersten Schwangerschaft habe ich 25 Kilo zugenommen. Als ich dann Mama war, hatte ich gar keine Intention, direkt wieder ins Model-Business zurückzukehren. Ich war erst mal nur damit beschäftigt, Mama zu sein.

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Wie kam es denn dann zu der Show?

Ich bin nicht der Typ, der sein Privatleben auf Instagram und anderen Plattformen ausbreitet. Ich zeige zwar Privates, habe aber meine zwei Kinder und meinen Partner immer abgeschirmt. Auch Mo hatte anfangs gar kein Interesse, da groß in Erscheinung zu treten. Je weiter sich das mit uns aber entwickelt hat, umso mehr haben wir gemerkt, dass es schwierig war, sich dem Ganzen völlig zu entziehen. Jedes Mal, wenn ich Fotos von der Familie gezeigt habe, musste ich drei Herzen über die Gesichter setzen. Und irgendwann fanden wir beide, dass es doch schön wäre, wenn wir etwas zusammen machen könnten.

Und das ist jetzt also "Cooking Couple".

Für ihn musste es etwas sein, womit er sich wohlfühlt. Und Mo liebt es zu kochen. Immer wenn wir auf Instagram seine Gerichte gepostet haben, haben die Leute nach den Rezepten gefragt.

Aber wie finanziert ihr das?

Wir haben alles selbst finanziert. Unser gesamtes Equipment, Editor, Sound, das Logo. Alles. Ich bin Content Creator. Ich verdiene mein Geld mit Werbung. Es kommt immer wieder vor, dass Leute sich über zu viel Werbung auf meinen Seiten beschweren. Aber so funktioniert das eben. Wir können nicht unser Leben 24/7 filmen und dann noch einem anderen Job nachgehen, um dieses Leben zu finanzieren. Bei mir ist Werbung zu sehen – so wie im Fernsehen bei Privatsendern auch.

Mit dem Mann, den man liebt, zusammenzuarbeiten – wie funktioniert das?

Das ist schon auch eine Herausforderung. Durch Corona und Homeoffice haben wir schon immer viel Zeit zusammen verbracht. Aber zusammenzuarbeiten ist etwas anderes. Es gab zum Beispiel eine Situation, in der er genervt war von mir, weil ich nicht zufrieden war.

Wie geht man mit solchen Situationen um?

Das kommt nicht oft vor. Aber ganz verhindern kann man das eben auch nicht. Dann sage ich ihm das nicht als seine Partnerin. Ich sage ihm das als seine Business-Partnerin. Und ich finde wichtig, dass man sowas sagen kann. Das erwarte ich andersrum von ihm ja auch. Und da müssen wir dann zum Privatleben klare Grenzen ziehen. Wenn man sich als Business-Partner mal unterschiedlicher Meinung ist, darf das im Familienleben keine Rolle mehr spielen.

Du hast dein Business in Dubai, du hast inzwischen auch deine Familie in Dubai. Vermisst du Deutschland gar nicht?

Ich bin seit mehr als fünf Jahren hier – und könnte mir nicht mehr vorstellen, in Deutschland zu leben. Ich bin hier jetzt zu Hause.

In Dubai gibt es einige andere Deutsche. Anna-Maria Ferchichi und Bushido mit ihren Kindern, um nur ein Beispiel zu nennen. Kennt ihr euch untereinander?

Anna-Maria ist eine Freundin von mir. Dubai ist sehr, sehr klein. Und man kennt sich untereinander gut.

Von Deutschland aus wird aber oftmals auch kritisch auf Dubai und die Vereinigten Arabischen Emirate geblickt. Was denkst du darüber?

Dubai ist im Vergleich zu den umliegenden Ländern eine ganz andere Nummer. Es ist hier so europäisch. Ich weiß, dass es immer wieder Menschen gibt, die Zwangsarbeit und fehlende Frauenrechte kritisieren. Aber es gibt in jedem Land der Welt Dinge, die schieflaufen.

Worum es immer wieder geht, ist die schwierige Situation der Zwangsarbeiter.

Nur weil ich hier lebe, heißt es nicht, dass ich gutheiße, dass Arbeiter für einen Hungerlohn arbeiten müssen. Klar leben wir hier in einer Monarchie, es gibt unseren Scheich und der macht seine Regeln – aber ich muss sagen, ich kriege davon gar nicht so viel mit. Hier wird darüber nicht viel diskutiert oder infrage gestellt. Und Frauen dürfen hier alles genauso machen, wie überall anders auch.

Wie erlebst du die Situation von Homosexuellen?

Viele glauben, in Dubai würden homosexuelle Menschen gesteinigt. Dabei leben hier so viele Homosexuelle und alle leben ein ganz normales Leben. Natürlich sind die Vereinigten Arabischen Emirate ein muslimisches Land und natürlich leben hier viele nach dem Koran. Den kann man auch nicht umschreiben. Aber was da steht und was davon am Ende wirklich gelebt wird, ist teilweise etwas ganz anderes.

In den Vereinigten Arabischen Emiraten ist Homosexualität nicht erlaubt. Auf der Seite des Auswärtigen Amtes wird bezogen auf das Land unter dem Stichwort LGBTIQ (Englisch: Lesbian Gay Bisexual Trans Intersex Queer, steht für lesbische, schwule, transsexuelle, transgender, intersexuelle und queer lebende Personen und Lebensweisen) darauf hingewiesen: "Das Strafrecht ist geprägt durch islamische Moralvorstellungen. Homosexuelle Handlungen sind verboten. Sie werden bei Anzeige auch strafrechtlich geahndet. Transsexuelle Personen sollten insbesondere das Verbot des 'Cross-dressing' beachten."

Hast du noch ein Beispiel?

Mich fragen die Leute oft, ob ich mich so kleiden darf, dass man meine Knie sieht. Natürlich darf ich das! Ich weiß gar nicht, wo sie sowas immer herhaben. Ich frage dann immer, ob sie überhaupt schon mal hier waren. Und dann sagen sie, nein … Wieso dürfen sie sich so ein hartes Urteil dann überhaupt erlauben?

Influencer:innen wie dir wird oft vorgeworfen, das System zu unterstützen.

Ich bin hierhergezogen, weil ich alles in meinem Leben verloren habe und neu starten wollte. Und nicht, weil ich Zwangsarbeit unterstütze. Das ist doch lächerlich. Damals ist meine Mutter gestorben, kurz darauf völlig überraschend mein Mann. Als ich damals hierhergekommen bin, wusste ich nicht mal, dass man hier keine Steuern zahlt.

Warum bist du ausgerechnet hier gelandet?

Ich habe eine Freundin besucht, die hier Fotos gemacht hat, und dann bin ich einfach geblieben. Hier ist es warm, hier ist Meer, ich fühle mich hier sicher. Als ich deshalb dann an den Pranger gestellt wurde, war ich geschockt. Die Leute kannten doch meine Beweggründe gar nicht. Ich finde es richtig, dass auf Missstände hingewiesen wird. Aber ich finde es nicht richtig, dass Leute wie ich, die damit überhaupt nichts zu tun haben, dafür verantwortlich gemacht werden. Ich habe entgegen vielen Behauptungen nie einen Vertrag mit dem Scheich oder der Regierung unterschrieben. Wirklich niemand zwingt mich, positiv über Dubai zu berichten.

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