Matthias Opdenhövel führt seit der ersten Staffel als Moderator durch

Matthias Opdenhövel führt seit der ersten Staffel als Moderator durch "The Masked Singer". Bild: ProSieben screenshot

Meinung

"The Masked Singer": Große Stars stürzen die Show in ein Dilemma

Mit einem denkbar simplen Konzept zieht "The Masked Singer" seit nunmehr vier Staffeln Millionen von Zuschauern in Deutschland in seinen Bann: Unter zehn Kostümen verbergen sich Promis, die es anhand von Hinweisen und Song-Darbietungen zu erraten gilt. Jedoch wäre es verfehlt, zu behaupten, die Show hätte seit ihrem Beginn gar keine Änderungen durchlaufen.

Was zum Beispiel auffällt: Den ProSieben-Verantwortlichen gelingt es zusehends, immer berühmtere Persönlichkeiten für eine Teilnahme zu gewinnen. Das wiederum ist zwar einerseits ganz im Sinne des Publikums, stellt das Format aber zugleich vor ein echtes Dilemma. Tatsächlich wird die Sendung durch große Stars auch ihrer Spannung beraubt.

"The Masked Singer": Das Problem mit den Erwartungen

Als "The Masked Singer" 2019 erstmals hierzulande an den Start ging, eroberte die Sendung die Herzen der Zuschauer im Sturm. Dennoch zog sich vor allem ein Kritikpunkt durch die früheren Staffeln: Die meisten Kandidaten seien viel zu unbekannt, immer wieder wurden die Erwartungen enttäuscht. Viele Enthüllungen provozierten umgehend bissige Reaktionen in den sozialen Medien. Kommentare der Sorte "Wer ist das denn? Kenne ich nicht!" häuften sich schnell.

Ein insofern trauriger, aber auch bezeichnender Höhepunkt wurde mit der zweiten Staffel erreicht. Im Laufe der Zeit schaukelte sich das Gerücht hoch, ProSieben-Ikone Stefan Raab stecke im Kostüm des Faultiers. Die Hobby-Detektive hielten die Hinweise in der Sendung für eindeutig, wurden am Ende jedoch an der Nase herumgeführt.

Masked Singer Faultier

Das Faultier führte die "The Masked Singer"-Zuschauer in die Irre. Bild: imago images/Future Image

Schließlich bekam Schauspieler und Sänger Tom Beck den ganzen Frust ab – nur, weil er bei vielleicht zwei Tönen auf der Bühne ein wenig nach Raab klang und die Zuschauer sich fernab dessen mit freundlicher Unterstützung des Senders komplett in etwas verrannt hatten.

Leider kaum beachtet wurde dabei: Beck lieferte von Woche zu Woche eine tolle Show ab, auch ohne Stefan Raab zu sein. Vermutlich sang er sogar viel besser als das "Original" es je könnte. Der 43-Jährige konnte einem richtig leid tun.

Mehr große Stars, mehr Langeweile

Nach vier Staffeln lässt sich allerdings festhalten: ProSieben nimmt die Fan-Kritik ernst und wartet tatsächlich mit immer schwereren Geschützen auf. Mittlerweile zählen zum Beispiel Didi Hallervorden, Veronica Ferres, Wigald Boning, Sonja Zietlow oder auch Guildo Horn zur Riege der "Masked Singer"-Stars – Namen, die eigentlich jeder Deutsche kennt, der nicht hinterm Mond lebt.

Doch machen A-Promis die Sendung auch wirklich interessanter? Nur bedingt! Gerade sie werden häufig als erstes vom Publikum entlarvt, weil sie einerseits enorm markant und andererseits in der öffentlichen Wahrnehmung sehr präsent sind. Bereits durch kleine Gesten laufen sie Gefahr, sich beim Performen zu verraten.

Im Nachhinein wenig überraschend kamen die Zuschauer Hallervorden, Boning und Horn sehr schnell auf die Schliche. Bei Letztgenanntem half es nicht einmal, dass er zwischen verschiedenen Genres wechselte und sogar einen Disney-Song zum Besten gab. Diesen Typ erkennt man einfach über zehn Kilometer hinweg oder eben auch durch eine Stier-Maske hindurch.

Zietlow dagegen schaffte es immerhin, sich als Hase ziemlich gut zu tarnen, womit sie bis jetzt allerdings eher einen erfreulichen Einzelfall unter den Top-Promis bei "Masked Singer" markiert. Besonders starke Konturen, die die großen Stars abseits der Sendung auszeichnen, werden ihnen hier tendenziell zum Verhängnis. Was leidet, ist der Ratespaß.

Genau das zeigt sich auch in der aktuellen Staffel: Schon seit der ersten Ausgabe galt es als offenes Geheimnis, dass Thomas Anders als Schildkröte auftritt. Wo damals an der Faultier-Raab-Theorie immerhin noch vereinzelt Zweifel geäußert wurden, führt der Ex-Modern-Talking-Sänger die Fan-Tipps in der App am Dienstag mit sagenhaften 86 Prozent an. Das klarste und untrügliche Indiz ist seine Stimme.

Doch wo bleibt die Spannung, wenn seine Beteiligung eigentlich lange vor der eigentlichen Demaskierung feststeht? Sind Super-Promis wirklich so wichtig für "The Masked Singer"? Darüber lässt sich gut und gerne streiten.

Die

Die "The Masked Singer"-Schildkröte wurde direkt von Fans als Thomas Anders identifiziert. Bild: ProSieben/Willi Weber

Die Show sorgt oft dann für schöne Momente, wenn unter einer Maske jemand zum Vorschein kommt, den absolut niemand auf der Rechnung hatte. Kantige Stimmen, auffallende Gesten und ein durchdringendes Charisma verhindern einen derartigen Überraschungseffekt allerdings eher.

Die Mischung bei "Masked Singer" zählt

Sollte "The Masked Singer" also lieber Abstand von allzu schillernden Stars nehmen? Ganz einfach ist es dann wohl doch nicht, möchte die Show für die breite Masse dauerhaft attraktiv bleiben.

Weniger bekannte Kandidaten bescheren den Fans vor dem Fernseher zumeist die anspruchsvollere Herausforderung und sorgen damit für eine gewisse Würze, die großen Fische dagegen sind wichtig für den Glamour-Faktor, der natürlich keineswegs zu unterschätzen ist.

Für ProSieben sollte es daher darum gehen, einen goldenen Mittelweg zu finden. Wenn auf jeden Thomas Anders zumindest eine Susi Kentikian folgt, ist das eigentlich perfekt.

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