Rammstein-Sänger Till Lindemann
Rammstein-Sänger Till LindemannBild: imago images / TT / ['NILSSON NILS PETTER/Aftonbladet/TT', 'via www.imago-images.de']

Rammstein-Sänger Lindemann über LGBT-Aktionen: "Manchmal muss man den Mund aufmachen"

19.11.2019, 15:2319.11.2019, 15:36

Bei ihrer Tour in Polen und Russland hat Rammstein überrascht: In den beiden osteuropäischen Ländern setzte die Band ein deutliches Zeichen gegen Rassismus und Diskriminierung.

Zwar war und ist Rammstein keine unpolitische Band. Dass sie sich mit den Solidaritätsbekundungen für Migranten im Mittelmeer und die LGBTQI-Bewegung deutlich positionierten, war dann allerdings doch ein starkes Statement.

Im Interview mit dem "Tagesspiegel" erklärt Rammstein-Sänger Till Lindemann nun am Dienstag die Aktionen. Er sagt:

"Dass man heutzutage noch so hinterwäldlerisch sein und etwas gegen Homosexualität haben kann, will mir einfach nicht in den Kopf. Ich bin für gewöhnlich niemand, der sich in diese Diskussionen einschaltet, aber manchmal muss man einfach den Mund aufmachen."

Fetische und ungewöhnliche Sexualpraktiken durchziehen als Motiv die Rammstein-Texte. "Liebe ist für alle da" heißt immerhin auch ein Album der Band. "Jeder kann tun und lassen, was sie oder er will. Es gibt keine Grenzen, keine Tabus", erklärt Lindemann im "Tagesspiegel"-Interview.

Für Rammstein hatten die Aktionen im Osten Europas auch negative Konsequenzen...

Zur Erinnerung: In Polen, das von der ausländerfeindlichen und homophoben PiS regiert wird, schwenkte der Drummer der Band, Christoph Schneider, während des Konzerts eine Regenbogen-Flagge. In Russland, wo Schwule und Lesben diskriminiert und physisch attackiert werden, küssten sich Gitarrist Paul Landers mit seinem Band-Kollegen Richard Kruspe auf der Bühne.

Der russische Hardliner und Duma-Abgeordnete Witali Milonow beschimpfte nach der Aktion in Moskau die Band, nannte die Mitglieder "Idioten".

Einschüchtern lassen sich Rammstein natürlich nicht. Das machen auch die Aussagen von Lindemann deutlich.

Von Lindemann erscheint nun das Album "F & M" seines Projekts mit dem schwedischen Metal-Musiker Peter Tägtgren.

Auf seinem ersten Solo-Album hatte Lindemann noch Englisch gesungen. Die Texte für "F & M" sind nun auf Deutsch.

"Wir schrieben einen Song nach dem anderen, wir waren plötzlich wie entfesselt. Weil wir deutsch angefangen hatten, machten wir deutsch weiter. Aber ob das beim nächsten Album wieder so sein wird, steht in den Sternen", sagt Lindemann dem "Tagesspiegel".

(ll)

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