Rapper Kelvyn Colt ist mit den Strukturen innerhalb des Rap-Business unzufrieden.
Rapper Kelvyn Colt ist mit den Strukturen innerhalb des Rap-Business unzufrieden.Bild: Screenshot / Instagram / kelvyncolt
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"Es werden die gehört, die am lautesten schreien": Rapper Kelvyn Colt wettert gegen Musikindustrie

19.08.2022, 11:06

Kelvyn Colt zählt zu den wichtigsten Rap-Exporten Deutschlands und macht auch durch zahlreiche Mode-Kollaborationen von sich reden. 2019 schaffte es der "Say Cheese"-Interpret auf die Forbes-Liste "30 Under 30". Wie der Musikmarkt funktioniert und dass es dabei nicht immer nur um die Kunst geht, ist dem Rapper mit nigerianischen Wurzeln schon lange klar – in der Vergangenheit betonte er, dass seiner Ansicht nach "jeder Musiker auch ein Unternehmer" sei.

Dass ihn diese Strukturen aber auch ziemlich gegen den Strich gehen, machte Kelvyn kürzlich auf Instagram überdeutlich. Er regte sich in einem langen Statement darüber auf, dass virale Momente und ein ständiger Output an Songs wichtiger seien, als die Musik an sich – Künstler:innen versuchen nur noch einem Algorithmus gerecht zu werden. Etliche andere Rapper:innen stimmten ihm in den Kommentaren zu.

Rapper ist überzeugt, dass leider Hype vor Qualität im Rap-Business kommt

Der Post befasst sich mit der Veränderung des Musikbusiness, in dem bestimmte Social-Media-Vorgaben immer wichtiger werden. "Müssen Künstler wirklich eher Meister des Algorithmus werden, anstatt Meister ihres Handwerks? Man soll wirklich ein Album lieber nicht veröffentlichen, wenn es nicht zuerst viral gegangen ist? Lieber entertainen, als Kunst zu schaffen?" Kelvyn fragt sich zusätzlich bei neuen Releases: "Wo ist die Liebe für die Kultur und Substanz?" Und weiter:

"Manchmal fühlt es sich so an, als müssten wir indirekt unbezahlte Vollzeit-Angestellte in mehreren Social-Media-Firmen sein, die andauernd kreieren und posten."

Ihn störe vor allem die Mentalität, einen viralen Hit immer wieder reproduzieren zu wollen: "Wir kopieren und wiederholen – so lange, bis alle das Gleiche machen. Und es fühlt sich so an, als würden wir in viraler Mittelmäßigkeit ertrinken. Weil Kunst mit Substanz nicht schnell genug trendet." Qualität brauche einfach Zeit, um zu wachsen:

"Es fühlt sich momentan aber so an, als ob nur die gehört werden, die am lautesten schreien – nicht die, die wirklich etwas zu sagen haben."

Und diese Künstler:innen würden dann durch den Algorithmus bevorzugt. Jedoch: "Dieser verdammte Algorithmus ändert sich regelmäßig, meine Kunst, sobald sie draußen ist, nicht. Und diese Social-Media-Unternehmen werden jede kreative Zelle absaugen." Schließlich gestand er ein, dass Social Media auch positive Seiten habe und ein Teil seines Erfolgs durch das Netz zustande gekommen sei. Dennoch sei er sich mittlerweile immer mehr Warnsignalen bewusst geworden.

Kelvyn Colt wendet sich an andere Kunstschaffende

Aber nicht nur ums Anprangern ging es Kelvyn, er verriet auch, wie er persönlich mit dem Thema umgeht: "Ich versuche, mich in dieser Matrix nicht zu verlieren und nach Zahlen zu jagen." Stattdessen wolle der 28-Jährige trotz dieser negativen Aspekte darauf achten, mit seinen Texten Emotionen beim Publikum zu wecken.

Seinen Kolleg:innen riet Kelvyn abschließend, es ihm gleichzutun: "Denkt daran, dass alle Plattformen und Trends irgendwann verschwinden werden – aber die Musik wird immer bleiben. Erinnert euch immer wieder an eure Liebe zur Musik und daran, wer ihr seid."

Die Worte stießen in seiner Instagram-Bubble auf viel Zustimmung: Fast 21.000 Likes gab es für die Zeilen. "Danke, Kelvyn. Das ist so ein wichtiges Thema, über das noch nicht genug gesprochen wird", stellte eine Kommentatorin unter vielen fest.

(cfl)

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