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RTL: Pfarrer wütet bei "Stern TV" über Bürgergeld-Empfänger

Bei "Stern TV" mit Steffen Hallaschka ging es am Mittwoch ums Bürgergeld, Tablettensucht und Fischstäbchen.
Bei "Stern TV" mit Steffen Hallaschka ging es am Mittwoch ums Bürgergeld, Tablettensucht und Fischstäbchen.bild: Screenshot RTL
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Pastor schimpft über Bürgergeldempfänger bei "Stern TV"

22.02.2024, 09:30
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Bürgergeld, Schmerzmittelsucht bei Jugendlichen und Fischstäbchen im Test – "Stern TV" hat am Mittwochabend mal wieder einen bunten Themenmix zusammengebunden. Los geht es mit dem Aufreger-Thema Bürgergeld.

Bei der Umfrage "Verführt das Bürgergeld zum Nichtstun?" fällt das Urteil der rund 10.000 Abstimmenden eindeutig aus: 95 Prozent finden, dass Bürgergeld zu Faulheit verführt, nur fünf Prozent finden das nicht.

Bernd Siggelkow ist zwar ausgebildeter Theologe und war mehrere Jahre als Jugendpastor tätig, aber christliche Sanftmut ist seine Sache nicht. Zumindest nicht in allen Fällen. 1995 gründete er in Berlin-Hellersdorf das christliche Kinder- und Jugendwerk "Die Arche". Vergangene Woche veröffentlichte er das Buch "Das Verbrechen an unseren Kindern". Darin blickt er auf 60 Jahre Kinderarmut und 30 Jahre Arche zurück und äußert konkrete Kritik an Beschlüssen zu Kindergrundsicherung und Bürgergeld. In der Sendung sagt er ganz klar:

"Das Bürgergeld ist ein Verbrechen an unseren Kindern."

Und dann fährt er fort: Wenn ein "Schmarotzer", der mehrere Jobangebote ablehne, dasselbe bekomme wie eine alleinerziehende Mutter, die nicht arbeiten könne, sei das nicht in Ordnung. Es gebe "nun mal einen kleinen Teil von Menschen, die das System ausnutzen". Wer Jobangebote ablehnt, dem sollte auch die Bezahlung der Wohnung gestrichen werden, findet Siggelkow – "besser Arbeit unterstützen als Arbeitslosigkeit alimentieren".

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"Stern TV" begleitet Arbeitsvermittler

Immer weniger Menschen erscheinen zu ihren verpflichtenden Terminen im Jobcenter. Liegt das am Bürgergeld mit seinen milderen Sanktionen und lockereren Regeln? "Stern TV" begleitet zwei Berliner Arbeitsvermittler, wie sie neuerdings säumige Kunden zu Hause besuchen. Als erstes fahren sie zu einem 55-jährigen Langzeitarbeitslosen in Berlin-Tempelhof, der Schlosser gelernt hat. Er war dreieinhalb Jahre im Gefängnis und fällt deshalb für nicht wenige Jobs aus.

Dabei gibt er an, dass er gerne arbeiten würde. "Man will ja auch mal was anderes machen." Er verdient sich 100 Euro mit 20 Stunden Prospekte verteilen dazu. Arbeitsvermittler Marcel Eichenseher bemerkt, "irgendwas passt da nicht – der Mindestlohn pro Stunde beträgt 12,41 Euro". Aber da der Mann darauf besteht, dass es so sei, sagt der Arbeitsberater in Richtung des Auftraggebers: "Dann wird er wohl bald Post von uns bekommen."

Der Einblick in Wohnung und Leben seiner Klienten helfe ihm, sagt Eichenseher. "Ich will nicht Voyeur sein – aber ich verstehe die Situation jetzt besser. Wenn ich helfen will, muss ich schon die Gesamtsituation kennen."

Die beiden Arbeitsvermittler besuchen einen Berliner Langzeitarbeitslosen (rechts) zu Hause.
Die beiden Arbeitsvermittler besuchen einen Berliner Langzeitarbeitslosen (rechts) zu Hause.bild: screenshot RTL

Als nächstes besuchen die Arbeitsvermittler einen 42-jährigen Mann, der selbständiger Verkäufer war. Dann wurde er durch eine Lebenskrise aus der Bahn geworfen, der Tod seiner Mutter setzte ihm sehr zu. Er griff zur Flasche und nahm Termine nicht mehr wahr. Bei der aufsuchenden Beratung geht es nicht in erster Linie darum, mit Jobangeboten dazustehen. Arbeitsvermittlerin Silke Pusakowski gibt offen zu: "Natürlich ist das Lebensberatung." Ihr Kollege findet:

"Es ist viel Aufwand, aber es lohnt sich um jeden Einzelnen, den man wieder einfängt."

Einen weiteren Kunden treffen die Arbeitsvemittler dann trotz – oder wegen? – der schriftlichen Vorankündigung nicht an. Seine Auszahlungen werden somit pausiert. Die Mittel der Sanktionierung sind allerdings beschränkt: Das Amt kann die Zahlung zwei Monate pausieren – danach bekommt der Arbeitslose wieder Geld – , und zwar auch die ausgesetzten Zahlungen.

Der Jobcenter-Geschäftsführer will lieber helfen als sanktionieren.
Der Jobcenter-Geschäftsführer will lieber helfen als sanktionieren.bild: Screenshot RTL

Im Studio anwesend ist Marcus Weichert, Geschäftsführer vom Jobcenter Dortmund. "Die Menschen brauchen individuelle Hilfe in ihrer individuellen Situation", sagt der Jobcenter-Chef, der so gar nicht dem Klischee des harten Bürokraten entspricht, wie auch Steffen Hallaschka offen ausspricht. Doch Weichert findet: "Ich bin Geschäftsführer eines Jobcenters und nicht eines Sanktionszentrums."

Den harten Part übernimmt weiterhin Siggelkow: "Es gibt viele Leute, die sagen, ich bin von Herzen arbeitslos und möchte gar nicht arbeiten." Sein ganzes Engagement gilt den Kindern. So regt er eine Bezahl-App etwa für Nachhilfeunterricht an, mit der Kinder aus sozial schwachen Haushalten direkt Unterricht bezahlen können und das Geld nicht über die Familien fließt.

Schmerzmittelsucht bei Jugendlichen

Ein dramatisches Thema ist der steigende Schmerzmittelmissbrauch durch Jugendliche. Martina T. hat ihren Sohn Lukas im Alter von 23 Jahren verloren – wegen einer Überdosis Schmerzmittel. Und auch Marco, der Sohn von Tanja Albroscheit ist an einer Überdosis gestorben. Sie erzählt, dass er sich selbst mehrfach in die Klinik einweisen wollte, aber abgewiesen wurde, weil es keinen freien Platz gab.

Der Mediziner Rainer Thomasius, die Mütter Martina T. und Tanja Albroscheit und Moderator Steffen Hallaschka.
Der Mediziner Rainer Thomasius, die Mütter Martina T. und Tanja Albroscheit und Moderator Steffen Hallaschka.bild: screenshot RTL

Juri, 21, war süchtig, ist seit zweieinhalb Jahren clean. Er erklärt den Reiz der Mittel mit einer gewissen Gefühlstaubheit. "Nichts fühlen war gut." Er ist selbst erst 21, hat aber bei den noch jüngeren beunruhigende Beobachtungen gemacht im Umgang mit Tabletten: "Die junge Generation hat davor keine Scham." Tabletten sind vor allem in der Rap-Kultur allgegenwärtig, aber nicht nur Capital Bra rappt über Tilidin, das synthetische Opioid-Analgetikum, das zur Behandlung von mittleren bis starken Schmerzen eingesetzt wird.

Der Mediziner Rainer Thomasius ist seit 38 Jahren in der Jugendlichen-Suchthilfe tätig. Er hat hat erschreckende Fakten parat: In Deutschland gebe es nur 20 Sucht-Einrichtungen mit 240 Betten für Jugendliche. Bei "Stern TV" erklärt er:

"In Deutschland muss man erst erwachsen werden, bevor Suchthilfe wirklich greift."

Er zitiert Studien, wonach junge Menschen über Cannabis als Einstiegsdroge zu anderen Drogen fänden. So war es auch bei den beiden verstorbenen Söhne. Insgesamt werden in Deutschland immer mehr Schmerzmittel an junge Menschen verschrieben: Innerhalb von vier Jahren stieg die Menge an Schmerzmitteln ums Doppelte, bei jungen Erwachsenen hat sie sich sogar verdreifacht. "Eine ungute Entwicklung", wie der Mediziner Thomasius bestätigt.

Käpt'n Iglo hat keine Grund zu feiern

Zum Schluss gibt es noch einen Fischstäbchen-Test der Stiftung Warentest, die die Produkte auf Geschmack, Fettqualität, Verpackungsangaben und Schadstoffe untersucht hat. "Käpt'n Iglo wird sich das mit ganz schön viel Küstennebel schön saufen müssen", kündigt Steffen Hallaschka das Ergebnis an.

Doch zuvor wird eine Reporterin auf den Hamburger Fischmarkt geschickt. Fischhändler Klaus Moritz urteilt beim Vergleich seines Backfisches mit dem Sieger-Stäbchen von Frosta: "Fast kein Unterschied". Und keiner, mit Ausnahme eines Kindes, merkt, dass ein anderes Fischstäbchen eigentlich vegan ist. Überraschung im Test: Iglo ist sowohl mit normalen Fischstäbchen als auch Backfischstäbchen dabei und erreicht mit beiden nur die Note ausreichend.

(Ark)

Regelbruch bei "Wer wird Millionär?" hat drastische Konsequenzen

Den Teilnehmenden bei "Wer wird Millionär?" winkt ein maximaler Gewinn von einer Million Euro und umso mehr ist RTL darauf bedacht, dass alles mit rechten Dingen zugeht. Schummel-Potenzial im Studio ist nämlich immer vorhanden. Tatsächlich gibt es in der Ausgabe, die RTL am 15. April zeigt, einen kritischen Vorfall.

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