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Eurowings: "Team Wallraff" enthüllt, was mit unseren Koffern am Flughafen geschieht

Mal eben für kleines Geld durch Europa jetten. Die Billigflieger machen's möglich. Etwa 30 Prozent aller Flüge in Europa sind Billigflüge. Was durch Einsparungen und Auslagerungen der Dienstleistungen bei Eurowings alles daneben geht, hat das "Team Wallraff" bei RTL aufgedeckt.

Um mehr über die internen Vorgänge beim Billigflieger Eurowings zu erfahren, hat das Wallraff-Reporterteam drei Mitarbeiter in die unterschiedlichsten Servicebereiche eingeschleust. Dabei kamen Strukturen zum Vorschein, die zwar Kosten sparen, aber Arbeitsbedingungen und eine sachliche, freundliche Passagierabfertigung völlig außer Acht zu lassen scheinen.

Wo die Taschen in Tegel landen

Immer mehr Fluggesellschaften lagern ihre Dienstleistungen aus, auch Eurowings. In Tegel kümmern sich die Bodendienstleister Wisag und AeroGround, wenn Koffer von Flugpassagieren verloren gehen. Ein Wallraff-Reporter kann nach seinem Undercover-Einsatz im "Lost and Found"-Bereich nachvollziehen, warum es in Tegel immer wieder Probleme mit verschwundenem Gepäck gibt.

Die Erkenntnisse des Reporters:

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Ein Mitarbeiter in der Gepäckabfertigung über das Gepäck:

"Ich spiele ab jetzt damit Fußball."

rtl

Wenn die Koffer abgegeben werden, dann...

Gepäckabfertigung, Flughafen Düsseldorf: Der Dienstleister Aviapartner kümmert sich um das Gepäck der Eurowings-Passagiere. Hier sieht es fast noch schlimmer aus. Die Mitarbeiter lassen ihre Wut an den Koffern aus. Ein eingeschleuster Wallraff-Reporter beobachtet, wie ein Kollege in der Abfertigungshalle Gepäckstücke wirft und sogar tritt. Er selbst wird sogar ermahnt, die Koffer nicht zu vorsichtig auf die Transportwagen zu legen – es mache beim Werfen "viel mehr Spaß" und gehe auch schneller, wird ihm gesagt.

Ein Mitarbeiter der Gepäckabfertigung sagt:

"Ist viel geiler, wenn du etwas kaputt machst."

RTL

Der zuständige Dienstleister Aviapartner schließt nach einer Konfrontation mit den Zuständen aus, dass Mitarbeiter schlecht mit den Gepäckstücken umgehen, sie sogar schleudern oder treten. Wenn dies so wäre, würden sie "etwaige Fehler aufarbeiten", heißt es seitens Aviapartner.

Mobbing im Callcenter?

Im Callcenter von Eurowings fällt vor allem eines auf: Nicht jeder Passagier scheint hier gleichbehandelt zu werden. Passagiere, die auf Hilfe beim Besteigen des Flugzeugs angewiesen sind, zum Beispiel Menschen mit Gehbehinderung, gehören hier zur "Gruppe C". Für die Gruppe C seien pro Flugzeug nur 2 Sitzplätze vorgesehen, wollen die Reporter in der Eurowings Callcenter-Schulung erfahren haben. Warum?

Will man – wie im Falle der Wallraff-Reporter – mit vier Rollstuhlfahrern nach Mallorca fliegen, wird das fast unmöglich. Auf weitere Fragen weicht die Telefonistin von Eurowings aus, gibt an, dass eventuell schon zwei andere Rollstuhlfahrer Plätze gebucht hätten. Die Airline bestätigt die Anweisung aus der Callcenter-Ausbildung nicht.

Eurowings widerspricht:

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Eurowings-Statement

Das sei aus Sicherheitsgründen der Fall.

Eurowings hat mit dem Outsourcen der Dienstleistungen Kosten gespart, allerdings zum Nachteil der Mitarbeiter, wie RTL berichtet. Sowohl Service als auch die allgemeine Sicherheit hätten sich dadurch verschlechtert.

Die Kommunikation sei demnach schwierig. Eine freundliche Behandlung der Passagiere scheint durch den steigenden Druck auf ein Minimum reduziert.

Der Wallraff-Report jedenfalls meint:

"Durch die Schleuderpreise gibt es nur noch Verlierer."

rtl

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    Alle Leser-Kommentare
  • David H 09.10.2019 14:52
    Highlight Highlight Wenn mehr als 2000 Koffer in einer Halle stehen und nur zwei Mitarbeiter daran arbeiten ist die logische Konsequenz das Kunden ihre Koffer nicht sofort erhalten. Die Halle auf dem Berliner Foto lagert Koffer die zur Auslieferung in Hotels vorbereitet werden oder eben zur Abholung bereit stehen.

    Das sind wohlgemerkt NUR die bearbeiteten Koffer.
  • Zweiundvierzig 09.10.2019 10:20
    Highlight Highlight Ihr wollt doch billig - dann bekommt man billig.
    Schafft Billigflüge ab, dann machen die "Armen" wieder Urlaub in Deutschland.

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