Prinz Andrew droht in den USA ein Missbrauchsprozess.
Prinz Andrew droht in den USA ein Missbrauchsprozess.Bild: imago images / Pool

Missbrauchsvorwürfe gegen Prinz Andrew: Meghan-Vertrauter wirft Queen Doppelmoral vor

19.01.2022, 16:40

Zuletzt sorgte das britische Königshaus für Schlagzeilen, als es bekannt gab, Prinz Andrew alle militärischen Dienstgrade und royalen Schirmherrschaften zu entziehen. Zudem müsse er sich vor Gericht inmitten des Sex-Skandals um seine Person nun als privater Bürger verteidigen. Klingt erstmal so, als ginge die Spitze der britischen Monarchie besonders streng mit Prinz Andrew um. Dass sich Queen Elizabeth II. jedoch erst jetzt zu den Missbrauchsvorwürfen gegen ihren zweitältesten Sohn äußerte und somit von ihm distanzierte, sorgt bei so manchem für großen Unmut – so auch bei dem mit Herzogin Meghan befreundeten Journalist und Buchautor Omid Scobie. Dieser erhebt infolgedessen jetzt öffentlich schwere Vorwürfe gegen die Queen.

Schwere Vorwürfe gegen das Königshaus

Laut dem Buchautor sei zunächst anzumerken, dass sich die 95-Jährige britische Königin bei ihrem Enkelsohn Harry bei weitem nicht so lange Zeit gelassen habe, diesen zu entehren. Denn nachdem dieser seinen Austritt aus dem Königshaus im Jahr 2020 bekannt gemacht hatte, reagierte die Queen prompt und entzog Harry umgehend all seine militärischen Titel. So wirft Scobie nicht nur der Queen, sondern der gesamten Königsfamilie vor, einen royalen "Schutzring" um Prinz Andrew gezogen zu haben, was mehr als nur "verwirrend" sei. In einem Vergleich zu den Angelegenheiten rund um den sogenannten Megxit ergänzt der Royal-Experte des Magazins "Harper's Bazaar", dass es damals "keine wohlwollende Unterstützung hinter den Palastmauern für den Herzog von Sussex" gegeben habe.

Stattdessen sei Harry "öffentlich verheizt" und "aller Errungenschaften und königlichen Privilegien beraubt worden, bevor er einen Fuß aus dem Land setzte". Und all das, obwohl Harry nur seine Familie aus einer "ungesunden Umgebung " entfernen haben wolle.

Prinz Andrew verliert Rückhalt seitens des Palastes.
Prinz Andrew verliert Rückhalt seitens des Palastes.Bild: PA Wire / Jonathan Brady

Zum Vergleich: Omid Scobie zufolge dauerte es bei Prinz Andrew "erstaunliche 26 Monate, bis er zur Rechenschaft gezogen wurde". Nachdem sich der Herzog von York in einem Interview mit der BBC im November 2019 mit Missbrauchsvorwürfen konfrontiert sah, hatte er seine Funktion als ranghoher Royal niedergelegt. Gerade erst letzte Woche – mehr als zwei Jahre später – distanzierte sich dann auch die royale Familie von Prinz Andrew.

Skandal gefährdet Image der Queen

Schon Ende letzten Jahres warnte die königlichen Korrespondentin Katie Nicholl die Queen vor einem potentiellen Image-Schaden, der nicht wieder gutzumachen sein könnte. All die Skandale und Schlagzeilen der letzten Jahre rund um das britische Königshaus hätten dem Ruf der 95-Jährigen bis hierhin bereits erheblich geschadet – seien es die Anschuldigungen gegen die royale Familie im Oprah-Interview ihres Enkelsohnes Prinz Harry und Herzogin Meghan, oder eben nun auch ihr langes Schweigen im Missbrauchsskandal gegen ihren Sohn Prinz Andrew. Sie "bietet ihm Unterschlupf. Sie erlaubt ihm, auf Balmoral zu wohnen und erlaubt ihm, sich unter ihrem Rockzipfel zu verstecken. Und ich denke, das ist für das Image der Queen, insbesondere in Amerika, schädlich", sagte Adels-Expertin Nicholl vergangenen Oktober.

Mittlerweile meldeten sich auch weitere Kritiker des britischen Königshauses. Sie werfen dem Palast eine gewissen Doppelmoral vor: So habe man sich öffentlich dazu bereit erklärt, Mobbing-Vorwürfe gegen Herzogin Meghan zu untersuchen. Doch zum Fall Epstein hingegen schweige der Palast nach wie vor bis heute.

(minu)

0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
"Let's Dance"-Finaltanz: Profis schämen sich für Schlumpf-Performance fremd

Seit Freitagabend steht es fest: René Casselly ist der "Dancing Star 2022". Im Finale setzte er sich gegen Janin Ullmann und Mathias Mester durch, wobei Letztgenanntem ohnehin nur Außenseiterchancen eingeräumt worden waren. Am Ende sorgte der ehemalige Profi-Leichtathlet aber noch einmal für einen besonderen Moment, der aus der Show komplett herausfiel: Er und Tanzpartnerin Renata Lusin performten als Schlümpfe verkleidet. Als Zugabe sahen die Zuschauer Bastian Bielendorfer als Vater Abraham und Profi Valentin Lusin als Gargamel, weitere Profis wie Christina Luft waren als Schlümpfe involviert.

Zur Story