Prinz Harrys Angebot, für die Polizeieinsätze selbst aufzukommen, soll abgelehnt worden sein. Nun droht er Großbritannien mit einer Klage.
Prinz Harrys Angebot, für die Polizeieinsätze selbst aufzukommen, soll abgelehnt worden sein. Nun droht er Großbritannien mit einer Klage.Bild: dpa / Kirsty Wigglesworth

Prinz Harry droht britischer Regierung mit Klage: Jetzt reagiert die Queen

19.01.2022, 16:45

Als Harry und Meghan, Herzog und Herzogin von Sussex, ankündigten, sich im Januar 2020 als berufstätige Mitglieder der königlichen Familie zurückzuziehen, verloren sie neben finanzieller Zuwendungen aus dem Königshaus auch ihren Polizeischutz bei Aufenthalten in Großbritannien. Diesen will sich Harry wohl laut der "Daily Mail" juristisch zurück erkämpfen und drohte der britischen Regierung mit einer Klage. Nun reagierte auch seine Großmutter, Queen Elizabeth II., darauf.

"Prinz Harry hat bei seiner Geburt ein Sicherheitsrisiko geerbt"

Kosten für ihre persönliche Sicherheit in ihrer Wahlheimat, den Vereinigten Staaten, tragen Meghan und Harry selbst. Die beiden seien auch bereit, bei Aufenthalten in Großbritannien für ihren Schutz persönlich aufzukommen, um den britischen Steuerzahlern nicht zur Last zu fallen. Das Problem: Die privaten Bodyguards der Sussexes können angeblich in Großbritannien nicht im selben Maße für ihre Sicherheit sorgen wie die Polizei, da sie nicht über nötige Geheimdienstinformationen verfügten.

Ein Rechtsvertreter von Harry erklärte am Samstag, gerichtlich überprüfen zu lassen, ob die Entscheidung des Innenministeriums, ihm Polizeischutz zu verweigern, rechtmäßig und fair getroffen wurde. Die Anwälte des 37-Jährigen haben sich bereits mit einem entsprechenden Schreiben an das britische Innenministerium gewandt. "In Anbetracht des fehlenden Schutzes sind Prinz Harry und seine Familie nicht in der Lage, nach Großbritannien zurückzukehren", so der Vertreter.

"Prinz Harry hat bei seiner Geburt ein Sicherheitsrisiko geerbt, und zwar lebenslang. Er ist nach wie vor der sechste in der Thronfolge, war zweimal im Kampfeinsatz in Afghanistan und in den letzten Jahren gut dokumentierten Bedrohungen durch Neonazis und Extremisten ausgesetzt", so der Vertreter in einer Erklärung. Und weiter:

"Während sich seine Rolle innerhalb der Institution geändert hat, hat sich sein Profil als Mitglied der königlichen Familie nicht verändert. Auch die Bedrohungen haben sich nicht geändert."

Meghan wird vom Königshaus abgewiesen

In dem brisanten Interview des Paares mit Oprah Winfrey im März 2021 beschrieb Meghan den Stress, den sie empfand, als sie erfuhr, dass sie ihr Sicherheitsteam verlieren würde. "Ich habe sogar Briefe an seine Familie geschrieben und gesagt: 'Bitte, es ist ganz klar, dass der Schutz von mir oder Archie keine Priorität hat. Ich akzeptiere das. Das ist in Ordnung. Bitte sorgen Sie für die Sicherheit meines Mannes. Ich sehe die Morddrohungen. Ich sehe die rassistische Propaganda. Bitte beschützen Sie ihn. Bitte ziehen Sie nicht seine Sicherheit ab und verkünden Sie es der Welt, wenn er und wir am verletzlichsten sind", sagte Meghan damals. "Und sie sagten, das sei einfach nicht möglich."

Im März wurde in den USA ein großes Enthüllungsinterview von Prinz Harry und seiner Frau Meghan ausgestrahlt.
Im März wurde in den USA ein großes Enthüllungsinterview von Prinz Harry und seiner Frau Meghan ausgestrahlt. Bild: Getty Images North America / Handout

Queen Elizabeth wird ihren Enkel bei seinem Anliegen nicht unterstützen

Laut der britischen Journalistin Kate Mansey könnte es sich um das erste Mal handeln, "dass ein Mitglied der königlichen Familie mit rechtlichen Schritten gegen die Regierung Ihrer Majestät droht".

Auf Unterstützung aus dem Königshaus kann Prinz Harry zumindest nicht hoffen. Eine Quelle aus dem royalen Umfeld erklärt die Situation so: "Die Klage ist eine Angelegenheit der britischen Regierung. Wer Schutz erhält, ist kein Geschenk, über das die Königin entscheiden kann, ob sie es gewährt oder nicht. Ein anderer sagte: "Seine Forderungen nach Sicherheit im Vereinigten Königreich wurden innerhalb der Familie nicht offen oder breit diskutiert, weil es vor zwei Jahren als erledigt galt."

Die Königin wird den Kampf ihres Enkels nicht unterstützen – es soll sich um die erste Klage dieser Art handeln.
Die Königin wird den Kampf ihres Enkels nicht unterstützen – es soll sich um die erste Klage dieser Art handeln.Bild: dpa / Jane Barlow

Angesichts der gesundheitlichen Probleme der Königin und der Tatsache, dass Prinz Andrew ein Verfahren wegen sexuellen Missbrauchs droht, ist ein Streit zwischen ihrem Enkel und der Regierung das Letzte, in das sie hineingezogen werden möchte. Der Sicherheitsstreit bedeutet, dass die Familie nun gezwungen sein könnte, die Feierlichkeiten zum Platinjubiläum der Königin in diesem Sommer zu verpassen.

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