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Youtuber Miguel Pablo gab vor, homosexuell zu sein. bild: youtube / miguel pablo

Youtuber Miguel Pablo fakte sein Coming-Out – seine Erklärung macht sprachlos

Vor knapp einem Monat postete der Youtuber Miguel Pablo ein Video, in dem er sich als homosexuell outete. Jetzt gesteht er: Das war alles eine Lüge!

Anfang Dezember war sein Video das Gesprächsthema der deutschen Youtube-Szene: Miguel Pablo hatte sein überraschendes Coming-Out und stellte seinen ersten Freund vor. Überraschend deshalb, weil er zuvor auf seinem Channel öfters Videos mit seinen Freundinnen gepostet hatte, gerne seine Thumbnails mit halbnackten Frauen bestückte oder auch in seinen Disstracks mit herablassenden Wörtern wie "Schwuchtel" um sich schmiss.

Dennoch hielten es seine Fans für realistisch, dass sich Miguel Pablo erst jetzt seiner Sexualität bewusst geworden sei. Aus diesem Grund erhielt sein Coming-Out auch viel positives Feedback, nicht nur der Großteil seiner Community stand hinter ihm, sondern auch andere große Youtuber sprachen Pablo ihre Unterstützung zu.

Pablos Coming-Out: Alles Lüge

Jetzt postete er allerdings ein neues Video, in dem er gesteht: "Mein Outing war fake." Auch alles, was dem folgte, war laut Pablo eine Lüge. Aber seht selbst:

Pablos Geständnis

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Video: YouTube/Miguel Pablo

Das Video beginnt mit dem Kuss zwischen Pablo und seinem vermeintlichen Freund, den die Zuschauer schon aus dem Coming-Out-Video kennen – allerdings ohne den sofortigen Schnitt dahinter, so dass wir in dieser Version sehen können, wie die beiden sich direkt danach kaputtlachen... Weil ein Kuss zwischen zwei Männern ja so komisch und lustig ist (Ironie off). Interessanter Anfang für ein Video, das eigentlich eine Entschuldigung oder eine Erklärung sein sollte.

Pablo erklärt weiter, dass das Ganze ein Experiment gewesen sei, um zu schauen, wie die Leute reagieren würden, wenn er sich als homosexuell outen würde. Am Ende, so sagt er, hätte er es auflösen wollen, um Deutschland den Spiegel vorzuhalten, und zu zeigen, wie viel Intoleranz es doch noch gibt.

Das Problem nicht verstanden

So weit, so dämlich. Was der gute Miguel Pablo anscheinend immer noch nicht verstanden hat, ist, dass diese Idee an sich schon unglaublich respektlos ist. Ein Coming-Out ist kein Spaß und unzählige Menschen kämpfen oft jahrelang mit diesem Schritt. Ein Kommentar unter seinem Video fasst es treffend zusammen:

"Unsere sexuelle Orientierung ist kein Witz. Ein Coming-Out ist oftmals ein schwerer und schmerzhafter Prozess, der sehr viel Mut verlangt. Auch im Jahr 2020 nehmen sich noch immer viel zu viele homosexuelle und transsexuelle Jugendliche das Leben, weil sie sich überfordert fühlen."

youtuber kuntergrau

Neben der Tatsache, dass er mit seinem Fake-Coming-Out die LGBTQ-Community ins Lächerliche gezogen hat, ist das fast noch Schlimmere an der Geschichte, dass Pablo mit dem Video höchstwahrscheinlich eine Menge Geld gemacht hat.

Nach dem sehr medienwirksamen Clip, in dem er sich outete, lud er innerhalb eines Monats sage und schreibe 16 Videos hoch, die thematisch etwas mit seiner Homosexualität zu tun haben, beziehungsweise, bei denen er es mit Clickbaiting andeutet. Und vor jedem dieser Videos wurde Werbung geschaltet.

Miguel Pablos Entschuldigung

Miguel Pablo hat mit dieser Aktion nicht nur knapp 3.000 Abonnenten verloren, sondern auch unglaubliche Wut auf sich gezogen. Die fadenscheinige Entschuldigung in seinem Video macht das Ganze nicht besser, weil sie zeigt, dass er das Grundproblem seiner Aktion nicht verstanden hat. Stattdessen verfechtet er nach wie vor seine Idee einer Dokumentation der Zustände für Homosexuelle in der Öffentlichkeit.

Ja, so eine Dokumentation könnte eine gute Idee sein, aber nur, wenn sie mit dem nötigen Respekt angegangen wird. Nicht, indem man seine Homosexualität vortäuscht. Nicht, indem man sich als eigentlich heterosexueller Mann als Opfer einer Situation darstellt, mit der man nichts am Hut hat. Und vor allem nicht, indem man Sexualität für Klicks, Geld und fünf Minuten Fame ausnutzt.

(ks)

Seine Homosexualität sollte ihm ausgetrieben werden

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