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Youtuber Rezo hätte sich gerne der Herausforderung "Kanzlerduell auf Twitch" gestellt. Bild: Screenshot / Youtube / renzo

"Wegen Armin gibt's kein Kanzlerduell": Laschet sagt Rezo für Online-Event ab – der findet das aus mehreren Gründen bedauerlich

Youtuber und Streamer Rezo gibt einen Einblick in die Planung zu einem Wahlkampf-Event, das letztlich wegen Armin Laschet gescheitert ist. Auf das Thema kam er kürzlich in einem Twitch-Stream zu sprechen, als er gefragt wurde, wann ein Video zur "Zerstörung der CDU 2.0" kommen würde. Der einstündige Vorgänger dazu ging vor mittlerweile zwei Jahren auf Youtube online und erreichte über 18 Millionen Aufrufe und ein gigantisches Medienecho. Darin rechnete Rezo mit der CDU ab, in einem weiteren Clip kritisierte er die Corona-Politik der Bundesregierung.

Rezo gab in dem betreffenden Stream jedoch an, dass es jetzt besser wäre, im Zuge der Bundestagswahl ein Kanzlerduell oder -triell auf die Beine zu stellen, um Vertreter aus allen Parteien persönlich zu Wort kommen zu lassen. Woran die Planung trotz großer Unterstützung hinter den Kulissen am Ende scheiterte, verriet er schließlich ebenfalls seinen Zuschauern – und zog daraus ein eindeutiges Fazit, das gegen die CDU in diesem Wahlkampf spricht.

So sollte das Online-Event mit den Kanzlerkandidaten ablaufen

Das Ziel des Wahlkampf-Events sei es laut Rezo gewesen, "einen Diskurs über einen öffentlichen Dialog zu führen." Wichtig sei es dabei, dass es nicht wie herkömmlicherweise im Fernsehen stattfindet, sondern im Netz: Youtube und Twitch erklärten sich bereit, dem Treffen eine Liveplattform zu bieten, "Zeit Online" bot sich zudem als Medienpartner und Redaktionsräume an.

Rezo, Webvideoproduzent, Kolumnist und Musiker / Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/62483 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke unter Beachtung ggf. genannter Nutzungsbedingungen honorarfrei. Veröffentlichung bitte mit Bildrechte-Hinweis. Foto: Rezo/Rezo/obs

Rezo und Tilo Jung hätten die Moderation übernommen. Bild: dpa / Rezo

Der Journalist Tilo Jung habe Rezo den Vorschlag zum Kanzlerduell-Stream unterbreitet, der habe dann zugesagt. Schließlich sei der Netz-Star eine Person, die für Youtube und Twitch, aber auch für journalistische, kritische Auseinandersetzung stehe. 90 Minuten sollte das Format gehen und nur wenige, aber wichtige Themen abdecken:

"Eher in die Tiefe, statt in die Breite gehen, das machen schon genug Shows."

Von intensiven Nachfragen versprach sich Rezo, dass die Kanzlerkandidaten von vorher auswendig gelernten Antworten abweichen. Dass das Ganze im Netz stattfindet, sei insofern wichtig für Rezo und Jung gewesen, als dass jüngere Wähler erreicht würden: "Die Unter-30-Jährigen gucken nicht primär Fernsehen", zeigte sich Rezo im Stream überzeugt.

Nur Armin Laschet gab Rezo einen Korb

Annalena Baerbock, Olaf Scholz und Armin Laschet hätten bereits vor einigen Monaten schriftliche Einladungen dazu erhalten. Rezo setzte sich allerdings noch einmal telefonisch mit Laschet in Verbindung. Der versprach ihm, über eine Zusage nachzudenken. Nach einem erneuten Nachhaken sagte er dann ab. "Damit war die Sache dann tot", erklärte Rezo, da Baerbock und Scholz ihre Teilnahme am Online-Event zuvor von Laschet abhängig machten.

16.06.2021, Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf: Armin Laschet, Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen und Bundesvorsitzender der CDU, spricht im Plenum des Landtags. Der Ministerpräsident unterrichtet den Landtag über die aktuelle Corona-Lage. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Armin Laschet war nicht bereit zu einem Kanzlerduell im Netz. Bild: dpa / Rolf Vennenbernd

Der Mitschnitt vom Twitch-Stream, in dem Rezo die Hintergründe zum gescheiterten Kanzlerduell erklärt, trendet momentan auf Youtube. Sein Fazit zu Laschets Absage fiel dabei vernichtend aus:

"Ich finde, es ist eine sehr verpasste Chance, weil alle anderen am Start gewesen wären, es wäre eine inhaltliche Auseinandersetzung zu wichtigen Themen gewesen und vor allem wäre es so ein gutes Zeichen an die jungen Leute gewesen."

Rezo habe die Absage so aufgefasst, dass es grundsätzlich für Laschet nicht infrage komme, eine solche Diskussion auf Twitch zu führen: "Alte Medien machen wir, aber nicht die neuen Medien – so wie ich es verstanden habe."

Besonders schade sei das, weil bei jüngeren Generationen durchaus politisches Interesse vorhanden sei: "Wenn man sich für diese Generationen, und das strahlt das für mich aus, nicht mal einen Abend freinimmt, im ganzen Wahlkampf, glaube ich, setzt das ein falsches Signal nach außen", schlussfolgerte Rezo weiter.

Kritik an Rezos Fazit nach Laschets Absage

In der Presse wurde das Fazit des 28-Jährigen aber durchaus auch kritisch aufgefasst. Ben Krischke schreibt bei "Meedia" dazu: "Doch ein Like für Rezo, ist keine Stimme für die Union. Mehr noch kann Laschet in der vorgesehenen Konstellation – eingezwängt zwischen zwei linken Youtubern und der progressiven Konkurrenz – eigentlich nur verlieren. Laschet weiß das, SPD und Grüne wissen das auch – weshalb sie gerne dabei gewesen wären, aber nur mit Laschet. Nur Rezo scheint das nicht zu wissen; oder er will es nicht."

Die Kanzlerkandidaten zeigen sich seiner Meinung nach durchaus umtriebig, seien auch im Netz und in direkter Kommunikation mit jungen und Erstwählern in Kontakt. Als Beispiel führt Krischke die Kanzlerkandidaten-Gespräche beispielsweise auf ProSieben an, "die man übrigens auch jederzeit hätte streamen können." Die Öffentlich-Rechtlichen berichten zudem nah an der Zielgruppe vermehrt auf Instagram und Tiktok.

(cfl)

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