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Entertainment Bilder des Tages Til Schweiger bei der Premiere des Kinofilms Gott, du kannst ein Arsch sein in der Astor Filmlounge im Arri Kino. München, 28.09.2020 *** Til Schweiger at the premiere of the movie Gott, du kannst ein Arsch sein in the Astor Filmlounge at the Arri Kino Munich, 28 09 2020 Foto:xS.xAdamx/xFuturexImage

Til Schweiger: Der Schauspieler hat sich bereits mehrfach zu Corona-Themen geäußert. Bild: imago images/ Future Image

Til Schweiger kritisiert Umgang mit Corona-Demonstranten: "Misst mit zweierlei Maß"

Til Schweiger hat sich zu Beginn der Pandemie gegen Corona-Ignoranz ausgesprochen und wetterte gegen Menschen, die sich nicht an die Abstandsregeln halten würden. "Erwachsene Leute mit Abitur, gebildet, kommen dir hier auf dem Gehweg entgegen. Du gehst zwei Meter zur Seite, sie gehen straight geradeaus", sagte er damals auf Instagram.

Kurze Zeit später wunderten sich einige Fans über einen weiteren Corona-Beitrag auf seinem Profil. Dort teilte Schweiger den Spruch: "Wissenschaftler des RKI haben jetzt den sehr schlimmen Verdacht, dass selbst die Menschen, die eine Corona-Infektion überlebt haben, eines Tages sterben. Die Maßnahmen der Regierung dürfen daher auf keinen Fall gelockert werden!" Dazu schrieb der Schauspieler: "Wenn es nicht so traurig wäre, würde ich mich wegwerfen."

Til Schweiger hat eine klare Haltung gegenüber Corona-Demos

Nun hat der 56-Jährige in einem Interview mit der "Rheinischen Post" seine Meinung über den Umgang mit Corona-Demos kundgetan, bei der Demonstranten gegen staatliche Auflagen zur Eindämmung der Pandemie demonstrieren. Was den Schauspieler und Produzenten besonders stört, ist die Wortwohl, die bei Gesprächen über die Demonstranten zum Einsatz kommt. Dabei bezog er sich vor allem auf die von SPD-Chefin Saskia Esken benutzte Bezeichnung "Covidioten". Schweiger stellte hierzu klar:

"Was mir nicht gefällt ist, dass die Menschen, die demonstrieren, diskreditiert werden. Dass sie einfach als Nazis oder Aluhüte bezeichnet werden."

Er wisse zu berichten, dass es eben nicht vorwiegend Nazis und Aluhüte seien, die sich auf den Demos tummeln würden: "Ich selber war nicht in Berlin, aber viele Bekannte vor Ort haben mir berichtet, dass sie in den sieben Stunden keinen einzigen Nazi gesehen haben. Es gab wohl welche, aber sie haben keine gesehen. Die absolute Mehrheit der Demonstranten waren Familien, Omas, Opas, Kinder."

Zu dem Aspekt, dass Ende August viele Demonstranten in Berlin keine Maske getragen haben, entgegnet Schweiger weiter: "Gut, die haben keine Maske getragen – hätte ich wahrscheinlich schon. Aber als die 'Black Lives Matter'-Demonstrationen stattgefunden haben, hat auch keiner einen Mundschutz getragen – und da war es okay. Diese Demonstranten sind gefeiert worden. Wenn aber andere Leute für ihre Grundrechte eintreten oder gewisse Maßnahmen infrage stellen, werden sie diffamiert. Da misst man schon mit zweierlei Maß." Auf der besagten BLM-Demonstration war der Anteil der Maskenträger allerdings signifikant höher als bei den Corona-Demos. Auch die Abstandsregeln wurden weit mehr beachtet.

Til Schweiger äußert sich immer wieder öffentlich kritisch über verschiedene Gesellschaftsthemen und bezieht klar Stellung. Politische Ambitionen hat er allerdings nicht, wie er im Interview erläuterte. Der Grund: "Ich glaube, dass Politik ein ganz schmutziges Geschäft ist."

(iger)

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