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Sophia Thiel zog sich für fast zwei Jahre aus der Öffentlichkeit zurück. youtube/ Sophia thiel

"Früher gab es noch gar kein Social Media und da waren die Leute irgendwo ja auch glücklich": Sophia Thiel wurde durch Auszeit einsam

Die erfolgreiche Fitness-Bloggerin Sophia Thiel kündigte im Mai 2019 ihren Rückzug an. Die Auszeit dauerte fast zwei Jahre. Damals begründete sie ihre Entscheidung folgendermaßen: "Der Spagat zwischen Athletin, Fitness-Model, Online-Trainerin, Person des öffentlichen Lebens und Influencerin zehrte immer mehr an mir und meinen Energiereserven." Zudem erklärte sie in einem Video, dass sie sehr diszipliniert sein müsse, da sie nicht von Natur aus schlank sei.

Im Februar meldete sie sich schließlich nach 21 Monaten Funkstille erstmals wieder bei ihren Followern zu Wort und offenbarte: "Es hat sich angefühlt wie eine ganz krasse Taubheit in mir drin, als hätte ich mich aufgelöst." Jetzt habe der Social-Media-Star wieder das Gefühl, er selbst zu sein. Doch der Weg dahin war ein schwerer Prozess, wie die 25-Jährige nun in einem neuen Youtube-Video erklärte.

So ging es Sophia während ihrer Auszeit

Unter dem Titel "Ein Jahr ohne Social Media" schilderte Sophia jetzt, wie sie sich während der Auszeit gefühlt habe. In dieser Phase habe sie die Apps von Instagram und Youtube gelöscht, um Abstand gewinnen zu können. Der Grund: "Ich habe einfach gemerkt, dass mir mit der Zeit Social Media immer weniger gutgetan hat. Und klar, es gibt auf Social Media ganz tolle Seiten und ich würde mir selbst ins Bein schießen, wenn ich euch davon abrate oder sagen würde, Social Media ist schlecht, aber es birgt eben auch einige Gefahren." Diese Gefahren habe sie selbst erlebt.

Ihr sei es übrigens nicht schwergefallen, auf die Apps zu verzichten: "Es war so einfach für mich. Ich hatte null Versuchungen und das hat mich auch automatisch sehr stark an mir zweifeln lassen. Ich hatte ein brutal schlechtes Gewissen, weil ich dachte, ok, es ist doch irgendwie dein Job, du bist Influencerin und warum fehlt dir das nicht." Das Gefühl habe sich dennoch nicht eingestellt. Sophia habe gewusst, dass sie die Auszeit unbedingt durchziehen müsse, weil es ihr in letzter Zeit, nachdem sie Social Media konsumiert habe, einfach immer schlechter gegangen sei.

"Auch wenn es nur unterbewusst war, habe ich mich ständig mit anderen verglichen", erklärte Sophia. Die sozialen Netzwerke seien demnach ein Multiplikator dafür, dass man sich noch schlechter fühle, wenn man schon Probleme mit sich selbst habe, stellte sie klar. Und weiter:

"Ich dachte ok, ich habe mich jetzt sozusagen selbst ins Aus geschossen, ich habe mich aus dem ganzen Social-Media-Spiel rausgenommen und sehe, wie toll es den ganzen anderen geht. Warum? Wie schaffen die das, immer so glücklich zu sein, immer so viel und so tollen Content zu produzieren, immer perfekt auszusehen? Immer, wenn ich rausgegangen bin, hat mich das selbst wie eine Versagerin fühlen lassen. Ich wusste, davon muss ich mich jetzt einfach ein bisschen distanzieren. Ich muss wieder zu mir selbst finden und meinen eigenen Wert erkennen."

Sophia brauchte den Abstand, um zu sich selbst zu finden

Dadurch, dass sie sich dann abgemeldet hatte, wusste sie nicht, was sie mit sich anfangen solle. Sophia meinte: "Mit dieser ganzen Zeit konnte ich gar nicht umgehen. Das nächste, was dann bei mir entstanden ist, ist Einsamkeit. Also ich wollte zum allerersten Mal komplett alleine sein, aber man hat immer noch Social Media, wo man denkt, dass man mit Leuten verbunden ist. Das habe ich auch noch gecuttet und dann war ich komplett alleine. Dann kam die Einsamkeit, weil ich wirklich gar keinen Draht mehr in die Außenwelt hatte."

Die Influencerin habe schon fast das Gefühl gehabt, dass sie kein Teil mehr von der Gesellschaft sei. "Diese ganzen negativen Gefühle, Emotionen, allein das hat mich schon zweifeln lassen, wie ich mit Social Media umgegangen bin. Früher gab es noch gar kein Social Media und da waren die Leute irgendwo ja auch glücklich", so die Bloggerin. Während ihres Rückzugs habe sie angefangen, sich auf sich selbst zu fokussieren:

"Ich habe geschaut, was kann ich mit der Zeit machen, was will ich tun, was möchte ich in meinem Leben erreichen, wie möchte ich auch auf Social Media in Zukunft sein, was sind meine Ziele. Und das war eben super wertvoll, dass ich das erstmal erörtern konnte."

Sophia habe somit den Druck von sich selbst genommen und die Bestätigung beispielsweise nicht in Form von Likes und Kommentaren gesucht, sondern eben bei sich selbst. Mithilfe der Social-Media-Auszeit konnte sie sich sozusagen digital Entgiften und wieder besser fühlen. "Ich wollte das damals einfach unbedingt machen, weil meine mentale Gesundheit, mein mentales Wohlbefinden einfach an erster Stelle stand und steht", sagte sie zum Schluss.

(iger)

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