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Désirée Nick macht auf Instagram eine klare Ansage in Richtung der Politiker. instagram/ Désirée Nick

Désirée Nick wütet gegen Politikerin: "Sie kommt eher wie ein Azubi daher"

Beim Corona-Gipfel am Mittwoch wurde verkündet, dass die Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie bis zum 7. März verlängert werden. Sollte die Sieben-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen bis dahin stabil unter 35 gesunken sein, sollen die Länder die Beschränkungen danach gemäß den Corona-Schutzverordnungen schrittweise lockern. Unter konkreten Auflagen sollten danach der Einzelhandel, Museen oder Galerien unter konkreten Auflagen wieder aufmachen können.

Die Kanzlerin warnte vor neuen ansteckenderen Varianten der mutierten Viren: "Das alte Virus wird verschwinden. Wir werden mit einem neuen Virus leben. Und dieses neue Virus und sein Verhalten können wir noch nicht einschätzen." Friseure dürfen beispielsweise ihre Betriebe am 1. März wieder aufnehmen. Doch offen bleibt immer noch, wie es für Hotels, Restaurants, Clubs, Theater und Konzerthäuser weitergehen soll.

Désirée Nick nahm diese Beschlüsse nun zum Anlass, um besonders den dramatischen Zustand der Künstler und Freischaffenden darzulegen. Sie zeigte in einem rund 15-minütigem Video auf Instagram auf, welche schwerwiegenden Folgen der Lockdown für die Kulturbranche hat und machte besonders Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) Vorwürfe.

Nick rechnet mit der Bundesregierung ab

Désirée Nick sagte zunächst: "Heute mal ein ernsteres Thema, denn ich denke, es ist an der Zeit, meine Stimme auch mal zu der generellen Corona-Lage zu erheben." In der Videobotschaft mahnte sie an: "Ich wäre eine hervorragende Kultusministerin. Ich kann nur sagen, was Frau Grütters in dem letzten Jahr an Einsicht, an Empathie für die Lage gezeigt hat, ist bei weitem nicht ausreichend. Sie kommt eher wie ein Azubi daher." Und weiter:

"Ich weiß nicht, ob Frau Grütters überhaupt weiß, was es bedeutet, Kulturschaffende zu sein. Es genügt ein Jahr, um deine Karriere zu ruinieren. Wenn du ein Sänger bist, der in Bayreuth Wagner performt und du bleibst nicht für ganze zwei Jahre im Training, ist deine Karriere zu Grabe getragen. Wenn du ein Balletttänzer bist und diese Höchstleistung erbringst, reicht es nicht, dass du an der Stange dein tägliches Training absolvierst. Du musst als Balletttänzer den ganzen Tag im Ballettsaal stehen und arbeiten, um dein Niveau zu halten. Wenn du mal eben zwei Jahre nicht performst, ist die Karriere vorbei."

Nick möchte dieses wichtige Thema ins Bewusstsein rücken, weil sie mit ihrer Branche als zweitgrößter Wirtschaftsfaktor Deutschlands, nach der Automobilbranche, übersehen werden. "Wir haben auch die Würde. Unser Berufsverbot, welches uns seit nun mehr als einem Jahr auferlegt wurde, interessiert eigentlich niemanden", so die 64-Jährige. Es würde eigentlich gar keine Lobby geben, um eine Entschädigung, eine Wiedergutmachung dafür zu bekommen. "Ich meine, wir sind im Shutdown künstlerisch seit einem Jahr", prangerte sie an.

Letztendlich würden keine Antworten, Optionen oder Lösungsmöglichkeiten geliefert werden: "Ich habe kein Geld bekommen und Corona, meine Lieben, ich betone es noch mal, bleibt. Corona gibt es auch noch im April, Mai, Juni, Juli, August. Und das Virus lässt sich neue Tricks und Schliche einfallen. Es wird nicht mehr von diesem Erdball verschwinden."

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Désirée Nick erklärt, wie die Situation in der Kulturbranche aussieht. Bild: Instagram/ Désirée Nick

Doch auch mit der Bundeskanzlerin ging sie hart ins Gericht: "Frau Merkel hat gesprochen als gebe es das Instrument des Impfstoffes gar nicht – nach einem Jahr. Sie hat so geredet, als hätte sie total vergessen, dass es letztendlich um die Impfungen geht, die ja inzwischen gründlich vermasselt worden sind." Und weiter: "In den USA wurden inzwischen 40 Millionen Menschen geimpft, in Großbritannien wird täglich eine halbe Million geimpft. Ich weiß nun, dass ich vor Ende September nicht geimpft werde. Ich weiß auch, dass die Theater- und die Kulturbranche erst wieder geöffnet werden wird, wenn die Inzidenz bei 35 liegt. Es hieß monatelang bei 50."

Dieses bedeute, dass bis Herbst die Theater überhaupt nicht mehr öffnen. Nicks bitteres Fazit dazu lautete übrigens: "Nun, das ist nur ein letzter Todesstoß, denn der wirkliche Todesstoß erfolgte ja im April 2020, als die Kulturschaffenden, die Freiberufler, Berufsverbot bekommen haben. Ich leide dann komplett unter anderthalb Jahren Berufsverbot, wie auch meine Kollegen aus Ballett, Musical, Oper, Operette, freischaffende Schauspieler, Theater plus der ganze Anhang von Technikern, Gewerken, Regisseuren und so weiter."

Désirée Nicks bitteres Fazit

Dass man einfach eine ganze gesellschaftliche Gruppe zur Berufsunfähigkeit verdamme, als wären sie Frührenter, sei für die Künstlerin nicht nachvollziehbar. Nick sagte schließlich: "Diese Depressionen, diese schlechte Stimmung, die auch wirklich psychosomatisch zu ganz schweren Erkrankungen führt, ist eine Folge der Abschaffung der Kultur. Es gibt kein Ventil mehr, keinen Katalysator. Man hat uns die Luft zum Atmen genommen." Es würde nichts geben, was mit einer Liveperformance gleichzusetzen wäre:

"Es gibt nichts Schöneres als ein Publikum, was gemeinsam mit dir atmet und was reich beschenkt und gestärkt nach Hause geht, was Kraft tankt. Die Kultur ist wie eine Tankstelle, was eine Tankstelle für ein Automobil ist. Und das mal eben dieser Lockdown auf eine Inzidenz unter 35 runtergeschraubt wird, das bedeutet ja eigentlich zwölf weitere Monate in dieser Situation."

Nick habe keine November- und Dezemberhilfen erhalten, weil sie ihr Geld immer erst drei, vier Monate später bekomme. Die Folge: "Ich weiß nicht, ob ich noch mal was bekomme, also bis jetzt habe ich nichts gekriegt." Sie prangerte an: "Was ist mit der Würde der Soloselbstständigen? Was ist mit der Würde der Künstler, die ihre Karrieren, ihre Berufsausbildungen, ihre Zukunft zu Grabe tragen? Diese Würde wird überhaupt nicht adressiert, da wird von Soforthilfe gesprochen. Das sollte das Unwort des Jahres werden. Da wird Hilfe für die Soloselbstständigen benannt. Ich habe nichts bekommen."

Doch das TV-Gesicht hat auch die Zeit gut genutzt, wie sie weiter erzählte, und blieb trotz des aktuellen Zustands nicht untätig: "Natürlich bin ich eine kreative Künstlerin. Ich möchte mich auch bei Corona bedanken, denn ich hatte endlich mal die Chance, mein Social Media aufzupolieren und heranzuzüchten. Ich habe ein neues Buch geschrieben. Es gibt im März ein neues TV-Projekt auf RTL. Ich habe einen Podcast etabliert."

Sie betonte zudem: "Das Virus ist unglaublich raffiniert, durchtrieben und schlau. So viel klüger als wir. Bereits heute gibt es 1.500 Mutationen. Und was ist, wenn der März beendet ist? Glaubt Frau Dr. Angela Merkel, dass es dann keine Mutanten mehr gibt? Also, was ist die Antwort auf diese Frage? Corona wird nicht verschwinden, Leute, lernt damit zu leben. Sucht euch zum Teil einen anderen, einen neuen Beruf. Formiert euch, zeigt eure Stimme. Es kann doch so nicht weitergehen, Corona bleibt."

(iger)

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