Daniela Rive und Günther Jauch lieferten sich bei "Wer wird Millionär?" ein Wortgefecht.
Daniela Rive und Günther Jauch lieferten sich bei "Wer wird Millionär?" ein Wortgefecht.RTL / Dirk Borm

"Wer wird Millionär?"-Moderator Günther Jauch kritisiert seinen Arbeitgeber: "Schuld ist RTL"

Des einen Freud, des anderen Leid. Weil vier Kandidaten munter und wissensstark "64.000-Euro-Quartett" spielten, müssen die Zahlmeister von RTL tief in die Tasche greifen. Aber das war in der letzten Vorrundenshow von "Wer wird Millionär – die 3-Millionen-Euro-Woche" nicht das letzte Unbill für den Sender.
05.08.2022, 14:07
Jürgen Winzer

Wenn sich vier Kandidaten zu "den fantastischen Vier" aufschwingen und mit je 64.000 Euro nicht nur nach Hause, sondern auch ins Finale um die höchste WWM-Gewinnsumme aller Zeiten ziehen, dann ist das natürlich aus Quizzer-Sicht eine tolle Sache. RTLs Kassenwart dürfte nicht ganz so laut gejubelt haben. Und die Leute im "Keller von RTL", wo die Fragen gebastelt werden, noch weniger. Denn es gab Schimpfe!

Kandidatin Daniela Rive aus Troisdorf zeigte sich nicht nur "ohne Ende risikofreudig", sondern auch wortgewandt. Sie verteidigte ihr Bauchgefühl ("Bauch hab ich reichlich und da ist viel Gefühl drin.") rhetorisch ebenso sympathisch, wie sie sich erst mit Günther Jauch und dann mit ihrem eigenen Chef ins Verbalscharmützel stürzte.

Günther Jauch schimpft mit RTL

"Wie viele olympische Sportarten gab es 2021?" Über dieser Frage entzündete sich ein Wortgefecht, dessen Opfer RTL wurde. Nur 33 Sportarten wurde als Erklärung an Jauch gefunkt, was Jauch und die Kandidatin kaum glauben konnten. "Echt? Das müssen die Leute im Keller aber noch mal prüfen", meinte Jauch. "Ach, bei euch sitzen die im Keller?", fragte Rive nach. Jauch: "Ja, fensterlos." Rive: "Ohne Klimaanlage." Jauch: "7-Tage-Woche. Elektrisches Licht nur, wenn sie's brauchen." Aber die im Keller sind ja auch nicht allein verantwortlich. Jauch stellte klar: "Schuld ist RTL!"

Von Günther Jauch gab es in der aktuellen WWM-Sendung Schimpfe.
Von Günther Jauch gab es in der aktuellen WWM-Sendung Schimpfe.rtl

Was nun wieder Rive hinterfragte: "Ich dachte eigentlich, sie sind an allem schuld." Jauch: "Nein. ich schieb die Verantwortung immer weiter."

Noch besser war nur der Dialog, den sich Rive später bei der 125.000-Euro-Frage mit ihrem Telefonjoker lieferte, Jürgen, dem Chef des Steuerberatungsunternehmens, in dem die Troisdorferin arbeitet. Denn der Chef hatte keine Ahnung, bei welcher Speise man sich am Ende auf den Verzehr der "Großmutter" freut (es ist übrigens das Käsefondue). Jürgen: "Sorry, Dani, da kann ich nicht helfen." Rive: "Jürgen, das war mir klar." Jürgen: "Wir sprechen später." Erst 64.000 Euro absahnen und dann Ärger mit dem Chef? Eher nicht. "Wir sind gute Freunde." Na, dann.

Zuschauer verhelfen den Kandidaten zu 64.000 Euro

Auch die anderen Kandidaten machten Laune. Christoph Klöckner entpuppte sich als liebender Ehemann, der gerne gegen seine Frau beim Wetten verliert. "Gegen wen verliert man lieber, als gegen die eigene Ehefrau?", lieferte er das Kompliment des Abends. Schade, dass seine Frau sich vor dem Einsatz als Telefon-Joker drückte.

Christoph Klöckner verliert beim Wetten gerne gegen seine Frau.
Christoph Klöckner verliert beim Wetten gerne gegen seine Frau.RTL / Dirk Borm

Sie hätte die Frage "Was lässt sich Frau oft fachgerecht behandeln, weil es als unschön empfunden wird?" als Hautärztin sicher im Schlaf beantworten können. So aber musste Telefonjoker Anna passen, weil sie offensichtlich weder über ein Erdbeerkinn, noch über einen Stachelbeerhals verfügt, die beide als letzte Antwortmöglichkeiten infrage kamen. Klöckner musste seinen letzten Joker investieren und hatte Glück, dass eine Zuschauerin im Publikum die Frage beantworten konnte. 500 Euro für sie, 64.000 Euro für ihn.

Die gleiche Summe – und ebenso durch die Schützenhilfe eines Zuschauers – strich die Südtirolerin Ulrike Huber ein. Ihr half Rentner Kreitling mit seinem "99,9-prozentigen" Wissen über Charles Lindbergh. Und Huber hätte beinahe noch die 125.000 Euro geknackt, wenn sie ihrem Telefonjoker nur vertraut hätte. Aber die "45 Prozent", mit der sich der Joker auf seine Ahnung festlegte, waren Huber zu wenig.

Ulrike Huber sahnte bei "Wer wird Millionär?" 64.000 Euro ab.
Ulrike Huber sahnte bei "Wer wird Millionär?" 64.000 Euro ab.RTL / Dirk Borm

Schulmerksatz? Nichts für die Berufsschullehrerin!

"Zocken fängt erst morgen an", war auch die Devise von Silke Wittkamp, und es war eine gesunde. Denn sie hätte ihre Lösungs-Ahnung bei der 125.000-Euro-Frage auf 500 Euro zurückplumpsen lassen. So aber spielt die Berufsschullehrerin Donnerstag im Finale um den großen Jackpot. Dabei wankte sie früh, fiel aber nicht ...

Als es um 1.000 Euro ging, stand die Lehrerin auf dem Schlauch, ausgerechnet, als Schulwissen abgefragt wurde. "Wie vervollständigt man den Schulmerksatz 'Vergiss die kleinen Zeichen nicht, da wo man ...'" überforderte die zweifache Mutter aus Essen. Sie wusste nichts mit den "kleinen Zeichen" anzufangen, vermutete erst Worttrennungs-Striche und dann Ausrufezeichen oder Kommata ("Das Komma stirbt auch aus.") dahinter. Erst spät fiel der Groschen und purzelte vor die Anführungszeichen der wörtlichen Rede und somit vor die richtige Lösung ("... da wo man redet, sagt und spricht.")

Silke Wittkamp wollte zum Glück nicht zocken.
Silke Wittkamp wollte zum Glück nicht zocken. RTL / Dirk Borm

Jeder der "fantastischen Vier" zeigte sich zwischendurch verwundbar, buchte aber letztlich locker das Finale. Alle kratzten an der Viertelmillion. Und spielten sich in die Favoritenrolle fürs die Endrunde. Insgesamt neun Quizzer haben sich qualifiziert.

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