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Marikka bei Jürgen Domian am Freitagabend. Bild: screenshot/wdr

"Domian live": Ex-Zeugin Jehovas berichtet von Vergewaltigung – Domian hakt nach

Er ist wieder da! Jürgen Domian. 22 Jahre saß Domian freitagnachts am Mikrofon eines nordrhein-westfälischen Radiosenders und sprach mit Einsamen, Ratsuchenden oder Menschen, die einfach gerne plaudern wollten. Domian hatte für alle ein offenes Ohr. Kein Thema war tabu. So kam es immer wieder zu skurrilen Gesprächen.

2016 wurde die Sendung wegen gesundheitlicher Gründe auf Wunsch des Moderators eingestellt. Nun scheint es ihm besser zu gehen und Domian nimmt sich seiner Hörer wieder an. Aber nicht am Radio. Es wurde einiges verändert.

Domian zieht interessante Gäste an

Sein erster Gast war Christian (36), mit der seltenen Erbkrankheit Neurofibromatose. Er erzählte von seinem Alltag, seinen Einschränkungen im Leben und den Gehässigkeiten, denen er ausgesetzt ist. An den Themen hat sich bei "Domain" nicht viel geändert.

Francis entsetzt bei "Domian"

Für Aufsehen sorgte Freitagnacht dann aber die 49-jährige Francis. Sie ist vergangenes Jahr bei den Zeugen Jehovas ausgestiegen. "Das stell' ich mir schwierig vor", so Domian. Ja, das stimmt, bestätigte Francis. Mit Bildern vom "Paradies" wurde die damals 19-Jährige an der Haustür überzeugt.

Domian kann sich nicht vorstellen, wie jemand auf so einen "Blödsinn" reinfällt. Francis erzählt und zieht ein Fazit: Die Zeugen Jehovas haben die Aussichtslosigkeit des damaligen Ex-Heimkindes Francis ausgenutzt.

Die 49-jährige Frau mit dem Kurzhaarschnitt erzählte weiter von ihrem Leben als Zeugin, von ihrer Hochzeit mit einem sehr frommen Zeugen, der häuslichen und psychischen Gewalt. Mit ruhiger Stimme berichtet sie von ihrem damaligen Leben und man bekommt ein beklemmendes Gefühl, so, als ob sich in der Geschichte noch ein tiefer Abgrund auftun könnte.

Geständnis bei "Domian live"

Und wirklich: "Ich bin auch vergewaltigt worden." Und Domian? Der fragt nach der Häufigkeit, trocken und gerade heraus, wie Domian eben.

Sie kann sich nicht mehr erinnern! Nicht, weil es so oft war, sondern weil sie damit abgeschlossen hat. Und Domian beweist dann im richtigen Moment Taktgefühl, bohrt nicht weiter nach und findet den Anschluss.

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Francis und Domian im Gespräch. Bild: screenshot/wdr

Francis erzählt weiter von ihrer Scheidung, ihrem versuchten Ausstieg, den Druck aus der Zeugen-Gesellschaft und ihrer Angst vor Gewitter, weil sie meinte, der Zorn Gottes träfe sie nun. An diesem Punkt kann sich der Zuschauer sicher sein: diese Frau ist von den Zeugen Jehovas zerstört worden. Heute würde Francis ins Frauenhaus gegangen, erzählt sie und: gläubig ist sie nicht mehr, eher spirituell.

Domian wie eh und je

Mit seiner altbekannten, leicht rauen Stimme fragte Domian sorgsam nach und schreckte auch vor unangenehmeren und privateren Fragen nicht zurück – so wie wir Domian kennen.

Kennenlernen wollte ihn unbedingt auch die Straßenbahnfahrerin Marikka (66). In feinem, schwarzen Dress und mit verliebtem Blick erzählte sie Domian, dass sie nachts immer seine Sendung hörte. Jetzt gehörte sie selbst zu den "Anrufern" der Sendung und sprach von einer Affäre, die sie ausgepeitscht hat. "Es war wunderschön", sagte sie und kicherte.

Jeder Gast bekam etwa 15 Minuten mit Domian, der in seiner Art einen Zugang zu den Menschen fand und interessante, wenn auch seltsame Gespräche zustande brachte.

Ein wenig fehlte jedoch die Intimität. Das Alleinsein mit dem Gesprächspartner und Domian, einsam vor dem Radio, ohne ein starrendes Publikum, Scheinwerfer und Fernsehkameras.

Domian kann es nicht lassen und fragt nach:

Den Gästen und Zuschauern hat es gefallen. "Sehr gelungen. Nah dran, empathisch", schreibt ein User auf Twitter. Eine weitere freut sich schon auf die folgenden Sendungen: "Mutiges, gelungenes, 'würziges' Appetithäppchen, das Lust auf mehr macht!"

Jedoch vermisst der eine oder andere die Intimität:

Wir sind gespannt, wie die nächsten Folgen "Domian live" werden.

Hier könnt ihr die ganze Folge nachsehen.

Weitere Ausgaben von "Domian live" sind für die folgenden drei November-Freitage (jeweils 23.30 Uhr) geplant.

(lin)

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