Zverev sprach bei Jauch über seine sportlichen Erfolge, aber auch über Sophia Thomalla.
Zverev sprach bei Jauch über seine sportlichen Erfolge, aber auch über Sophia Thomalla.Bild: RTL

Bei "Menschen, Bilder, Emotionen" gesteht Zverev: So macht ihm Sophia Thomalla Druck

08.12.2021, 14:34

Er ist der Mann, der am Ende des Jahres nochmal zurückgeblickt hat. Zukünftig tut er das nicht mehr. 25 Jahre hat Günther Jauch "Menschen, Bilder, Emotionen" bei RTL moderiert, zuvor auch schon beim ZDF. Insgesamt 34 Sendungen habe er gemacht, sagt der Moderator. "Das ist mein allerletzter Jahresrückblick, deshalb freue ich mich umso mehr", betont er vor Live-Publikum im Studio bei der Ausgabe 2021.

Alle Zuschauer sind geimpft oder genesen und getestet und tragen zusätzlich eine Maske. Es geht natürlich ums vergangene Jahr, aber es geht auch um Jauchs Karriere. Und so liegt an einer Stelle im Studio ein Handy, das immer mal wieder klingelt und Weggefährten wie Barbara Schöneberger oder Promis wie Gregor Gysi oder Thomas Müller melden sich zu kurzen Telefonaten. Gleich am Anfang ist es ein alter Bekannter, der anruft.

Gottschalk mit ungewohnter Frisur

"Günther, ich bin's, Thomas!" Auf dem Handybildschirm ist Thomas Gottschalk mit einer ungewohnten Kurzhaarfrisur zu sehen. Er habe zum Friseur gesagt: "Ich möchte so ein bisschen wie Günther Jauch und der Kai Pflaume aussehen", witzelt Gottschalk. Die beiden frotzeln sich an und Gottschalk wird an dem Abend noch mehrfach eingeblendet, wie er Momente aus 25 Jahresrückblicken von Jauch kommentiert. "So gut hast du mal ausgesehen. Optisch Richtung Klaus Kleber."

Gottschalk trägt die Haare jetzt kürzer.
Gottschalk trägt die Haare jetzt kürzer.Bild: RTL

Jauch fragt ihn natürlich auch zum Wiederkehr von "Wetten, dass.. ?". "Da ist noch Musik in der Sache drin", gibt Gottschalk zu und von den Zwischentönen klingt es eigentlich so, als könne er sich mehr als eine Sendung pro Jahr vorstellen. "Ich habe das ja früher auch nur sechsmal im Jahr gemacht."

Jauchs peinlicher Versprecher

Als Jauch den Logo-Kinderreporter Alexander anmoderiert, passiert ihm ein fataler Versprecher. Der Junge habe "einen Politiker der ARD" zum Schwitzen gebracht. Freund Gottschalk korrigiert ihn. "... der AfD. Ich helfe, wo ich kann." Und Jauch stöhnt: "Oh Gott, das wird mir lange nachhängen."

Kinderreporter Alexander, 13, fragte den AfD-Fraktionsvorsitzenden Tino Chrupalla nach seinem Lieblingsgedicht und der wusste keine Antwort, obwohl er mehr deutsche Gedichte in den Schulen gefordert hatte. Nun fragte der junge Reporter den erfahrenen Moderator: "So Herr Jauch, Sie sind ja jetzt auch schon sehr lange im Fernsehen. Woran merken Sie, dass es Zeit ist zu gehen?" "Es ist so ein unbestimmtes Gefühl, ich habe mich mal orientiert bei Kollegen, wo man sagt, das ist jetzt vielleicht eine Sendung zu viel", antwortet Jauch.

Genau das sagen viele über Thomas Gottschalk, aber den meint er ausdrücklich nicht. Und der hat auch noch keine Lust aufzuhören. Er sagt zu dem 13-Jährigen. "Ich mache es so wie du: Wenn der Stimmbruch kommt, höre ich auf."

Jauch spricht im Laufe der knapp vierstündigen Sendung mit Promis und Unbekannten. Darunter zum Beispiel die Regisseurin Theresa Breuer, die über Spenden Flugzeuge chartert und afghanische Frauen nach Deutschland bringt, ein Flutopfer und eine Helferin, die Mutter einer jungen Leukämiepatientin und er trifft den inzwischen erwachsenen Kindererfinder wieder, der damals eine Eier-Köpf-und-Kochmaschine aus Lego gebaut hat. Heute ist er Softwareentwickler und gesteht: "Sowas Komplexes habe ich nie wieder gebaut." Mit dem Chemie-Nobelpreisträger Benjamin List, 53, Direktor des Max Planck Instituts in Mühlheim, macht Jauch Kopfstand. Aber auch die Promis geben sich die Klinke in die Hand. Und einer erlebt eine große Überraschung.

Podolski staunt über eigenes Autogramm

Lukas Podolski ist ziemlich überrascht über das, was Günther Jauch ihm zeigt.
Lukas Podolski ist ziemlich überrascht über das, was Günther Jauch ihm zeigt.bild: screenshot rtl

Fußballer Lukas Podolski gibt zu, dass er auch mit 36 Jahren noch nicht wirklich ans Aufhören denkt. "Solange der Trainer mich nicht rausschmeißt, spiele ich weiter." Jauch erinnert sich daran, wie er Poldi mal Döner futtern sah. "Ernährungsdisziplin habe ich nie gebraucht. Ich habe da selber nie darauf geachtet, ich habe immer gegessen, worauf ich Bock hatte." Zum Ende lässt Jauch noch eine Autogrammkarte von Podolski einblenden, die er sich beim letzten Treffen hat schreiben lassen. Darauf steht "Podilski" – Poldi staunt entgeistert, als er das sieht und vermutet eine polnische Fälschung. Aber sie kommt vom polnischen Fußballverein Górnik Zabrze, wo Podolski derzeit spielt. Und Jauch versichert, dass es jene Karte sei, die ihm Podolski letztens persönlich überreicht hat. "Das habe ich noch gar nicht bemerkt. Da muss ich mich beim Verein beschweren."

Bushido war "ein unangenehmer Mensch"

Bushido sieht sein Rapperdasein mittlerweile als "Faschingskostüm".
Bushido sieht sein Rapperdasein mittlerweile als "Faschingskostüm".bild: screenshot rtl

Rapper Bushido steht seit Monaten in einem Prozess gegen seinen ehemaligen Geschäftspartner und Kumpel Arafat Abou-Chakar vor Gericht. Gerade ist er Vater von Drillingen geworden, insgesamt hat er jetzt acht Kinder. Die ganze Familie isst mindestens einmal am Tag zusammen, erzählt er. "Vieles, was ich in meinem Leben gemacht habe, war falsch. Ich versuche mich zu ändern für mich, aber vor allem für meine Familie."

Er sei zehnmal auf den Malediven gewesen, habe einmal 800.000 Euro Bargeld in seiner Jacke herumgetragen und eine Zeit lang 4 Millionen Euro im Quartal verdient. "Mich interessiert das alles nicht mehr. Ich war ein sehr unangenehmer Mensch, habe mich asozial benommen." Und der Umgang mit Arafat Abou-Chakar hat seinen Teil dazu beigetragen.

"Es gibt seine sehr konkrete Parallelgesellschaft in Deutschland. In der Welt, in der ich gelebt habe, ist es ähnlich wie in einem Wolfsrudel: Da gibt es den Kopf. Der sagt und alle anderen müssen gehorchen – nach oben buckeln und nach unten treten."
Bushido

Zum Bruch mit seinem Geschäftspartner kam es, weil dieser Bushidos Familie aus dessen Leben drängen wollte. "Da habe ich gesagt: 'Halt, stop! Bis hierhin und nicht weiter.'" Ein Schock für ihn war auch, als ihn seine Frau zeitweilig verlassen hat, weil er sie geschlagen hatte. Damals waren gerade auch seine beiden Eltern an Krebs gestorben. "Da wurde mir klar, dass mein Leben so nicht weitergehen kann. Da habe ich gemerkt, dass es ohne meine Familie nicht geht."

"Heute kann ich sagen, dass die Kunstfigur Bushido wie so eine Art Faschingskostüm im Schrank hängt und manchmal ziehe ich es raus und mache Party und dann ist wieder gut."
Bushido

Seit 2019 hat er "komplett jeglichen Kontakt" zu seinen früheren Kumpels gekappt. Es sei nicht anders möglich, aber auch nicht leicht. "Es sind auch Leute dabei, die ich vermisse." Heute hat er rund um die Uhr Polizeischutz. Auf Steuerzahlerkosten, wie Jauch sich von ihm bestätigen lässt. Ein schlechtes Gewissen hat der Rapper deswegen aber nicht. "Ich zahle seit einigen Jahren alles an Steuern, was von mir verlangt wird. Es läuft ja ganz gut bei mir, da bleibt noch genug übrig für die anderen."

Schäuble will "zumuten"

CDU-Politiker Wolfgang Schäuble sitzt seit fast 50 Jahren im Bundestag und hat gerade zum 13. Mal hintereinander seinen Wahlkreis gewonnen. Er wird mit Standing Ovations begrüßt. Warum er noch dabei sei, will Jauch wissen. "Wenn man Politik nicht aus Leidenschaft betreibt, sollte man es nicht machen." Er glaubt zudem, dass einige ältere Abgeordnete im Bundestag nicht schaden. "Aber ich will nicht zu viele ungebetene Ratschläge geben." Seinen Wunsch an die Politik tut er trotzdem kund:

"Ich würde mir wünschen, dass wir in der Politik den Menschen deutlicher sagen, was nach unserer Meinung sein muss. Ich glaube, dass man Wahlen auch gewinnt, wenn man den Menschen etwas zumutet. Damit gäbe es die Chance, dass die Politik auch wieder mehr Glaubwürdigkeit gewinnt."
Wolfgang Schäuble
Wolfgang Schäuble bei Jauch in der Sendung.
Wolfgang Schäuble bei Jauch in der Sendung.Bild: RTL

Thomalla macht Zverev ordentlich Druck

Natürlich empfängt Jauch einen der erfolgreichsten Sportler des Jahres: Alexander Zverev. Der Tennis-Olympiasieger bekennt: "Das ist das beste sportliche Jahr meines Lebens gewesen. Tokio wird für mich immer besonders bleiben. Für mich gibt es nichts Größeres im Sport als Olympiagold. Das ist etwas, was man nicht nur für sich selbst gewinnt sondern für die ganze Nation."

2022 will der aktuell Dritte der Weltrangliste "ganz nach oben kommen". Und seit er mit Sophia Thomalla zusammen ist, hat er noch einen weiteren Antrieb, erfolgreich zu sein: "Sie hat mir ganz klar gesagt: 'Ich möchte nur noch mit Gewinnern zusammen sein.'" Aber ansonsten deutet er auch an, dass ihm seine Beziehung Rückhalt für den Sport gibt. "Wenn du Ruhe im Leben hast, hast du Ruhe auf dem Platz."

Nach einem kleinen Tennis-Ziel-Wettkampf zwischen Moderator Jauch und Zverev kommt schließlich Tennis-Legende Boris Becker dazu. Er kannte Zverev schon als kleines Kind, weil er dessen Bruder trainiert hat. Seine Prognose für den Kampf um Platz eins: "Ich wüsste keinen Grund, warum er es nächstes Jahr nicht schaffen wird." Zverev schont sich körperlich nicht. Und das spürt er manchmal. "Ich stehe morgens auf und fühle mich nicht wie ein 24-Jähriger. Ich habe Stellen an meinem Körper, die sind wie bei einem 80-jährigen Mann."

"Das geht auf den Körper, das ist ganz normal", bestätigt Becker, der bereits zwei neue Hüftgelenke hat. Aber Zverev sei in den letzten 15 Monaten "als Mensch und Spieler gewachsen". Trotzdem gibt Zverev zu, dass er immer mal wieder einen Schläger aus Ärger kaputt haut. Das kennt auch Becker noch. "Wir sind Menschen, wir haben Emotion, die müssen auch mal raus, dann ist natürlich immer der Schläger schuld." Was denn der jeweilige Schläger-Ausrüster dazu sagt, fragt Jauch amüsiert. "Bei mir sagen die gar nichts mehr, da haben sie es aufgegeben", sagt Zverev und lacht.

Sorgsam aufbewahrt hat er immerhin seinen Olympiaschläger und schenkt ihn nun Jauch.

Pocher platzt in die Werbepause

Comedian Oliver Pocher hat eine Überaschung zum Abschied für Günther Jauch.
Comedian Oliver Pocher hat eine Überaschung zum Abschied für Günther Jauch.bild: screenshot rtl

Zum Abschied kommt Oliver Pocher überraschend auf die Bühne, als Jauch eigentlich denkt, dass er an die Werbung abgegeben hat. "Es gibt noch eine kleine Überraschung zum Schluss für Sie", kündigt Pocher an und bittet Jauch Kopfhörer und Brille aufzusetzen. Dann geht es doch erstmal noch in die Werbung. Und alle Zuschauer im Studio bekommen über ihre FFP2-Masken auch noch Günther-Jauch-Masken. Als der Moderator Brille und Kopfhörer abnimmt und sein Publikum sieht, entfleucht ihm: "Nein, seid ihr bescheuert. Nein, bitte, die armen Menschen! Doppelte Maskenpflicht. Wahnsinn." Nach einem Abschiedsrap von Eko Fresh verabschiedet sich dann Jauch bei seinem Publikum:

"Es war eine ganz, ganz schöne Zeit, es war immer die Sendung vor der ich noch Bammel hatte. Das war für mich immer der Höhepunkt des Jahres. Es war eine super Zeit, danke! Ich bin nicht aus der Welt, wir sehen uns wieder! Danke und auf Wiedersehen!“

"Speziell einer wurde mehr als nur Rap-Partner": Capital Bra mit Statement zu Ex-Kollegen Bushido und Samra

Rapper Capital Bra gibt ein seltenes Statement zu früheren Wegbereitern in seiner Instagram-Story ab. Vor mittlerweile drei Jahren nahm Bushido ihn unter seine Fittiche und signte ihn bei seinem Label Ersguterjunge. Als allerdings die Geschäftsbeziehung zwischen Bushido und Arafat Abou-Chaker zerbrach und der Rapper Polizeischutz in Anspruch nahm, kam es auch zum Bruch zwischen Bushido und Capital Bra.

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