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Was macht Joko Winterscheidt (l.) denn da schon wieder? Bild: screenshot pro7

Moderatorin verhöhnt Erfinder bei "Das Ding des Jahres"

dirk krampitz

Ein elektrischer Antrieb für Schubkarren, ein Koffer mit eingebautem Regal oder auch ein schiefer Teller – bei der ProSieben-Sendung "Das Ding des Jahres“ geht es um Erfindungen. Egal, ob schon serienreif oder bisher nur Prototyp, ob nützlich oder eher witzig. "Hauptsache vorzeigbar“, sagt Moderatorin Janin Ullmann.

Wie sind die Regeln bei "Das Ding des Jahres"?

Jeweils zwei Erfinder treten gegeneinander an. Die Jury besteht aus Erotikshop-Unternehmerin Lea-Sophie Cramer, Moderator Joko Winterscheidt, Model Lena Gercke und Rewe-Einkaufschef Hans-Jürgen Moog. Sie klopfen Sprüche und sagen ihre Meinung, aber am Ende entscheidet das Studiopublikum.

Die erste Folge der dritten Staffel startet gleich mit Hi-Tech. Bastian Rüther (28) und Lisa Krappinger (28) aus Graz haben den elektronischen Fruchtbarkeitstester "breath ilo“ entwickelt. Er analysiert eine Minute lang die ausgeatmete Luft auf ihren CO2-Gehalt und errechnet daraus den Fruchtbarkeits-Zyklus, der sich durch höheren CO2-Gehalt andeutet. Die Daten werden dann komfortabel auf der Handy-App aufbereitet. Familienplanung ganz einfach. Außerdem ökologisch.

So lassen sich nach der Rechnung der Macher rund 200 Millionen Fruchtbarkeitseinwegstäbchen pro Jahr einsparen. Allerdings ist der Preis mit 279 Euro nicht gerade gering. Doch die Entwickler können sich auch Mietgeräte für 30 Euro im Monat vorstellen. Irgendwie müssen sie ihre vier Millionen Euro Entwicklungskosten ja wieder reinbekommen.

Pupsfilter will überzeugen

Gegen sie tritt der ehemalige Bäcker und Sanitäter Leopold Trimmel (60) an. Er arbeitet auch mit Gasen. Um es kurz zu sagen: Er hat einen Furzfilter entwickelt. Sieht aus wie ein etwas längerer Zigarettenfilter oder dünner Tampon und wird rektal eingeführt. "Sauber, geruchlos, ohne Geräusch und ohne Verschmutzung“, sei damit das Ausgasen möglich. "Die ersten Tests waren natürlich persönlich“, gibt er zu, denn es galt, "die richtige Form und Festigkeit zu finden“. Der Filter hält den Schließmuskel immer ein bisschen offen und sorgt so für einen kontinuierlichen Gasaustausch.

"Wie ein permanenter Luftauslass“, der erst gar kein Aufblähen zulässt. Lena ist skeptisch: "Ist das wirklich nicht gesundheitsschädlich“, fragt sich das Model. "Ich kann es mir gar nicht vorstellen.“ "Kommt kein Land mit raus?“, versichert sich hingegen Joko. Es ist überhaupt sein Thema. Er ist der Erste (und Einzige), der einer medizinischen Dummy-Puppe einen Analtampon einführt. Den ansonsten eher ernsthafte Rewe-Einkaufschef Moog packt spontan der Schalk und er tätschelt versteckt von der vorderen Seite Jokos Finger im Anus des medizinischen Modells. Panisch zieht Joko seinen Finger raus aus dem Gummi-Gesäß für die Proktologen-Ausbildung. Dann versteht er. "Hast Du die Hand von der anderen Seite reingeschoben, du Ferkel.“

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Joko und der Gummihintern. Bild: screenshot pro7

Ullmann verhöhnt Erfinder

Jaja, so sehr sich der Erfinder um Ernsthaftigkeit bemüht und beteuert „Die Gase, die bei der Verdauung entstehen sind völlig normal“, 11–20 Liter würde jeder Mensch pro Tag produzieren, es bleibt ein Witzthema. Moderatorin Janin Ullmann befindet trocken:

"Eine Erfindung, im wahrsten Sinne des Wortes, für den Arsch."

300.000 Euro hat der Erfinder für Prüfungen und Zulassungen veranschlagt. Selbst wenn er am Ende die ganze Staffel gewinnen würde, bekäme er nur 100.000 Euro. Lea-Sophie Cramer packt ein bisschen das Mitleid für den Erfinder des "Oxxo Bodykat“. "Macht natürlich auch wahnsinnig Spaß darüber Gags zu machen, aber für jemand mit einem Problem ist das vielleicht eine große Erleichterung“, spricht sie dem Erfinder Mut für seine Entwicklung zu.

Joko hingegen empfiehlt eine Comedy-Tour und danach den Verkauf als Merchandise. Das Publikum wertet ähnlich: 62 Prozent wollen den Fruchtbarkeitstester, aber immerhin 38 Prozent mögen den Furzfilter.

Kinder-Erfinder lassen Brötchen rutschen

Und zum ersten Mal treten auch Kinder-Erfinder gegeneinander an. Der Sieger kann 5000 Euro Ausbildungsförderung gewinnen. Der 10-jährige Linus Baur hat eine Brötchenrutsche entwickelt, die, auf den Bäckertresen montiert, hygieneunbedenklich erlaubt, dass Bäcker ihre Waren in einen mitgebrachten Beutel rutschen lassen können. Das hilft bei der Müllvermeidung. Er ist mit seinen beiden Brüdern David und Philipp gekommen. Die Brüder pitchen ihr Produkt mit vermutlich von Papa getexteten und etwas hölzern aufgesagten Pointen. Papa hat auch bei der Fertigung der Edelstahl-Prototypen geholfen. Aber trotzdem irgendwie ganz niedlich. Und ein überzeugendes und nachhaltiges Produkt.

Gegen sie tritt Bastler Benedikt (15) an. Er hat in nur 25 Stunden aus Lego-Technik eine Lampe gebaut und so programmiert, dass sie von einem Sensorarmband gelenkt automatisch den Händen folgt. Praktisch beim Basteln und Schrauben. Lena Gercke könnte sich das gelenkte Licht auch für ihren Kleiderschrank vorstellen. Joko kumpelt:

"Du hast 'nen richtigen Roboter gebaut, Alter"

Und gibt im Vergleich mit dem jungen Erfinder zu. "Ich finde es faszinierend wie dumm ich bin." Und auch Moog ist voller Anerkennung. "Das hätte ich in dem Alter, aber auch aktuell, nie hinbekommen." Trotzdem gewinnt die Brötchenrutsche.

Lena ächzt, Joko ätzt

Dann dürfen wieder die Großen ran. Der Maschinenbauingenieur Martin Feldmann (53) hat seinen "Flexiantrieb" für handelsübliche Schubkarren gebaut. Praktisch für jeden. Also zumindest für jeden, der regelmäßig Zementsäcke einen Berg hochschieben möchte. Den Antrieb kann man einfach einhaken und festschnallen. Preis: stolze 350 Euro. Die Jury fährt sich im Studio herum.

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Lea schiebt Lena. Bild: screenshot pro7

Erst schiebt Lea Lena und dann Lena Joko. Das Model ächzt. Joko ätzt: "Ich bin sehr schwer, ich habe sehr viel Gehirn.“ Das Ehepaar Hubert (58) und Annette Heck (53) treten mit ihrem absenkbaren Laubwagen für den Garten an. Da kann man das Laub direkt reinharken, funktioniert wie auf ein großes Kehrblech auf Rädern. Für 375 Euro verkaufen sie ihren "Hubheck“ schon jetzt, ein maßgeschneiderter Laubsack kostet 75 Euro. Mit 56 Prozent der Publikumsstimmen setzen sie sich knapp durch.

Koffer gegen Kopf-Kiste

Günter Libuda (52) und Mathias Koch (35) haben einen "Pull up Suitcase“ entwickelt, aus dem man oben eine Art Regal herausziehen kann. Für kleine Hotelzimmer soll das praktisch sein. Außerdem kann man in den einzelnen Fächern – die man nur halb vollpacken darf, weil sie ja danach im Koffer zusammengeschoben werden – systematisch packen. Zur Demonstration legen sie ein "Lieblingskissen“ rein. Joko versteht das gar nicht. "Ich mache das immer umgekehrt. Wenn ich auschecke, habe ich ein Kissen mehr.“ Der liebe Joko klaut also Hotelkissen. 890 Euro soll der Koffer kosten. Selbstbewusster Kommentar der Erfinder:

"Über den Preis ärgert man sich nur einmal – über das Chaos im Koffer immer wieder.“

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Klar zum Abheben. Bild: screenshot pro7

Um Kissen geht es auch dem Konkurrenten Basilyos Demirtas (40) aus München. Er hat ein modulares, anklettbares Schlafkissen entworfen, das auf Reisen Kinn und Kopf hält und auch eine Schlafbrille hat. In einem Flugzeugsitz demonstriert er, wie gemütlich es ist. "Ich lege mich jetzt erstmal weg“, sagt er. Und die Jury schmeißt sich weg. Joko witzelt: "Gibt‘s das auch in gelb, ich würde gern aussehen wie Spongebob.“ Und in der Tat: Das Kopfkissen sieht eher aus wie eine Kopfkiste. Aber es ist wohl wirklich bequem, versichern die Jury-Tester bei der Anprobe. Trotzdem siegt der Koffer beim Publikum mit 66 Prozent.

20 Jahre am schiefen Teller getüftelt

Beim letzten Duell der Sendung tritt Claus Roeting (52) an. Seit 20 Jahren befasst sich der Inhaber einer Agentur für Werbemittel mit dem schiefen Suppenteller, bei dem die Reste automatisch und zu einer Seite laufen und dort bequem ausgelöffelt werden können. Allerdings waren sie bisher nur schief stapelbar und damit praktisch unbrauchbar. Vor allem für die Gastronomie. Doch erst als sein Mitarbeiter Ramon hatte die Idee wie man das Geschirr stapelbar gestaltet. Zwei Teller sollen knapp 20 Euro kosten. "Fairer Preis“, findet Einkäufer Moog.

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Das Siegerlächeln von Marie. Bild: screenshot pro7

Gegen den etwas nerdigen Tellerforscher tritt die junge Berliner Industriedesignerin Marie Ruddeck (24) an. Sie kam durch den Vater eines Freundes auf die Idee, einen Teller für Menschen zu entwickeln, die nur noch eine funktionale Hand haben. Hochstehende Zylinder auf der Tellerebene halten Essen fest, so dass es beim einhändigen Schneiden nicht verrutscht. Außerdem hat er einen rutschfesten Silikonring und ist gewollt schief. Die Kamera schwenkt auf die beiden Teller-Konkurrenten, die gar nicht glücklich aussehen. Sie ahnen: Das geht nicht gut für sie aus. Die junge Frau hat 17 Prototypen gebaut, lächelt nett, ist sympathisch und hat auch noch ein gesellschaftliches Anliegen:

"Ich würde mir wünschen, dass kein Mensch mehr verzweifelt dabei, allein sein Essen zu essen.“

Da ist es auch okay, dass ihr Teller 50 Euro kosten soll. 86 Prozent stimmen für den Einhandteller. Und am Ende holt sie auch noch den Sieg der ganzen Sendung und qualifiziert sich somit für den weiteren Wettbewerb um die 100000 Euro Siegesprämie.

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