Die "DSDS"-Kandidatinnen Pia-Sophie Remmel, Nagihan Karamanoglu, Anita Omoregie und Claudia Elisabeth Haas
Die "DSDS"-Kandidatinnen Pia-Sophie Remmel, Nagihan Karamanoglu, Anita Omoregie und Claudia Elisabeth Haas
Bild: TVNow / Stefan Gregorowius

"DSDS"-Kandidatin weint wegen Schlagersong – Jurorin versteht Frust und ätzt gegen eigene Branche

22.02.2021, 16:50

34 Kandidaten sind in Folge 13 der diesjährigen Staffel von "DSDS" noch dabei – die Sängerinnen und Sänger hatten sich nach einer weiteren Recall-Runde eigentlich schon auf einen Flug nach Mykonos gefreut, nach einer kurzen Busfahrt ging es aber dann doch wieder zurück ins Kloster Bronnbach. Dort lagen die Nerven blank, und zwar nicht nur, weil die Kandidaten noch nicht in die Sonne fliegen durften, sondern auch wegen der Song-Auswahl für die kommende Audition. In erster hatte Anita Omoregie große Bedenken.

Dieses Mal ging es für sie und die anderen in einen kargen Flügel des Klosters, nächtigen mussten die 34 auf Feldbetten, warmes Wasser und Duschen Fehlanzeige. Show-Urgestein Dieter Bohlen verlangte, dass sie mit wenig auskommen, aber trotzdem bei der Performance abliefern.

Song-Auswahl lässt Kandidatin Anita zusammenbrechen

Auch der Ort der Audition ist dieses Mal ein besonderer: Das erste Mal in der 18-jährigen Geschichte von "DSDS" müssen die Kandidaten in einem Kuhstall singen. "Das ist die beste Location, dir wir in 18 Jahren bei DSDS gefunden haben", fand der Poptitan. Wieder entschieden Dieter und seine Mitjuroren Maite Kelly und Mike Singer, welche Songs die Kandidaten in Dreier- und Vierergruppen performen sollen.

Bislang gab es vor allem Stress, weil einzelnen Sängern die Gruppenaufteilung nicht zusagte. Diesmal aber brach Anita wegen des Stücks, das sie mit Pia, Nagi und Claudia singen sollte, förmlich zusammen: Es ging um den Schlagerhit "Einfach nur ein Mädchen" von Sotiria. Denn mit Schlager hat Anita eigentlich so gar nichts am Hut:

"Das ist so, als würde man Nicki Minaj ein Lied von Helene Fischer geben."

Die 19-Jährige war sogar so geschockt von der Herausforderung, die ihr die Jury mit dem Track zumuteten, dass sie direkt in Tränen ausbrach. Resigniert stellte sie fest: "Ich muss jetzt damit leben. Was mir gegeben wird, das muss ich ja nehmen." Vocal-Coach Juliette Schoppmann versuchte, ihr Mut zu machen: "Das ist so eine Chance für dich", sagte sie. "Gerade wenn man das Gefühl hat, da passt man gar nicht rein. Mach dich nicht bekloppt." Wirklichen Trost spendeten ihre Worte bei Anita allerdings nicht.

Auch bei den Proben mit ihren Mitstreiterinnen flossen immer wieder dicke Tränen: "Die haben das extra gemacht. Ich habe noch nie in meinem Leben Schlager gesungen", unterstellte sie dem Juroren-Trio sogar und weiter: "Das macht mich traurig. Ich freunde mich auch gar nicht mit Schlager an. Das ist ein bisschen zu viel für mich und meinen Kopf."

Schlagersängerin Maite Kelly lästert über eigene Musikszene

Dass Kandidaten Songs ablehenen, dürfte im Allgemeinen schon nicht allzu gut bei der Jury ankommen. Maite Kelly sollte die Schlagerabneigung dabei wohl am persönlichsten nehmen. Schließlich hat die 41-Jährige sich selbst mit Studioalben wie "Wie ich bin", auf dem sie deutsche Schlager interpretiert, oder Duetten mit unter anderem Roland Kaiser einen Namen in der Schlagerszene gemacht.

Maite Kelly und Dieter Bohlen bei "DSDS".
Maite Kelly und Dieter Bohlen bei "DSDS".
Bild: TVNOW / Stefan Gregorowius

Überraschenderweise konnte Maite allerdings Anitas musikalischen Frust nachvollziehen, als sie bei den Kandidaten im Kloster an ihrem Probentag nach dem Rechten schaute. Ehrlich gestand sie Anita, die wieder den Tränen nahe war:

"Es gibt Schlager, den kann ich auch nicht singen, weil er so schlecht ist."

Mit dieser drastischen Ansage aber noch nicht genug. Als Maite erfuhr, dass die Hamburgerin Sotiria singen muss, brach sie zumindest kurzzeitig eine Lanze für die Interpretin: "Sotiria ist eine eine ganz tolle Kollegin von mir und eigentlich ist das so eine Art Zwischending zwischen Pop und Schlager", versuchte Maite zu besänftigen, um dann noch einmal gegen eine andere Schlagersparte auszuholen:

"Schlager ist nicht nur Ballermann-Schlager, Schlager hat viele Facetten."

Mit welcher Facette Maite nicht in einen Topf gesteckt werden möchte, dürfte damit also klar sein. Gegenüber Anita fasst sie schließlich zusammen: "Das Lied ist von einer Frau, die einfach darüber singt, dass sie einfach nur ein Mädchen ist. Es geht um einen Song, den du fühlen kannst, denn du bist ein Mädchen."

Weitere Differenzen in der "DSDS"-Schlagergruppe

Etwas widerwillig stellte sich Anita den weiteren Proben, die durch ein weiteres Drama um die umstrittene Kandidatin Claudia schwierig wurden. Die 28-Jährige legte sich schließlich mit Konkurrentin Nagi an, flüchtete sogar über Nacht aus dem Kloster in ein Hotel und tauchte erst zur Performance im Kuhstall wieder auf.

Pia-Sophie Remmel, Anita Omoregie, Nagihan Karamanoglu und Claudia Elisabeth Haas bei ihrem Auftritt im Kuhstall.
Pia-Sophie Remmel, Anita Omoregie, Nagihan Karamanoglu und Claudia Elisabeth Haas bei ihrem Auftritt im Kuhstall.
Bild: TVNow / Stefan Gregorowius

Nachdem das Quartett "Einfach nur ein Mädchen" gesungen hatte, kristallisierte sich heraus, dass Anita gar nicht das größte Problem mit dem Schlagerstück hatte: Die Jury war von Claudia und Nagi nicht begeistert: "Junge, Junge, die Kühe haben es überlebt", stellte Dieter fest. Für Anita gab es noch ein persönliches Urteil von Maite: "Die Performance war wirklich besser, als ich erwartet habe, weil du gestern so enttäuscht warst, dass du Schlager singen musst." Und weiter:

"Da siehst du, dass Schlager auch schön sein kann und er steht dir gut."

Trotzdem bescherte ihr das Lied keinen festen Platz in der nächsten Runde: Anita und Nagi fliegen zwar mit nach Mykonos, allerdings mit zwei weiteren Sängern als Wackelkandidaten. In der Sonne angekommen, sollen sie in Duellen gegeneinander antreten und im Falle einer Niederlage gleich wieder nach Hause fliegen. Dennoch war die Erleichterung bei Anita groß, diese Hürde gemeistert zu haben.

Übrigens: Die polarisierende Claudia musste sich von ihren verbliebenen 27 Konkurrenten verabschieden, sie hat es nach ihrer Performance nicht nach Griechenland geschafft. Bohlen hatte am Ende trotzdem eine Überraschung parat: "Ich verspreche dir, ich werde ein gutes Wort für dich beim Dschungelcamp einlegen."

(cfl)

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