Bei "Maischberger" kam es zu einer hitzigen Diskussion.
Bei "Maischberger" kam es zu einer hitzigen Diskussion.Bild: Screenshot: ARD.de
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Linken-Politiker kassiert nach Ausraster bei "Maischberger" heftigen Shitstorm

15.09.2022, 12:54

Der Krieg in der Ukraine macht viele Menschen fassungslos. Auch die Sorgen über die Auswirkungen auf Deutschland und die ganze Welt steigen. Dass die Emotionen zunehmend hochkochen, machte sich auch beim Polittalk von Maischberger am Mittwochabend bemerkbar. Dort ist eine Diskussionsrunde über den Krieg verbal eskaliert.

Obwohl die Diskussion recht harmlos startete, entwickelte sie sich zu einem lauten Streitgespräch – ohne produktives Ergebnis. Eine Person fiel dabei besonders negativ auf: der Linken-Politiker Klaus Ernst. Sein Verhalten fanden die Zuschauer:innen offenbar alles andere als angebracht. Er wird für seinen ARD-Auftritt nun heftig kritisiert und verspottet. Worte wie "Dampfplauderer", "erbärmlich" oder "Russlandfreund" fallen.

Bei "Maischberger" eskalierte die Diskussion am Mittwochabend.
Bei "Maischberger" eskalierte die Diskussion am Mittwochabend.Bild: Screenshot: Ard.de

ARD-Moderatorin kann Ernst nicht beruhigen

Ein Grund für die hochgekochten Emotionen war die unterschiedliche Sicht auf das Kriegsgeschehen. Während Marieluise Beck (Grüne) sich für Waffenlieferungen an die Ukraine und Sanktionen gegen Russland aussprach, ist Klaus Ernst anderer Auffassung. Er betonte mehrmals, dass dieser Krieg schrecklich sei, forderte jedoch ein umgehendes Ende des "Wirtschaftskrieges", den Deutschland gegen Russland führe. Dabei redete er sich derart in Rage, dass selbst die Moderatorin Sandra Maischberger mehrmals dazwischen ging – oder es zumindest versuchte.

Der Auftritt des Politikers hinterlässt einen Nachgeschmack. Während sich die einen darüber lustig machen, gerät er teilweise heftig ins Kreuzfeuer. Sicher ist: Mit seiner verbalen Entgleisung hat er Aufmerksamkeit erregt. So schreibt ein User auf Twitter: "Klaus Ernst bei Maischberger: ganz großes Kino ..."

Kritik auch aus den eigenen Reihen: "Zum Fremdschämen"

Auch aus den eigenen Reihen hagelt es Kritik. Der Linken-Politiker Luigi Pantisano, der auch zum Parteivorstand gehört, bezeichnet ihn etwa als eine "absolute Fehlbesetzung", um über die Themen Energie, Klima und Krieg zu sprechen. Dann wettert er gegen den Politiker und distanziert sich von dessen Aussagen. "Er spricht nicht für die Linke. Sein Auftritt bei Maischberger ist zum Fremdschämen. Nur noch peinlich", urteilt Pantisano.

Ähnlich fühlt sich offenbar ein anderer Twitter-User, der seine Meinung zum Ausdruck bringt: "Als Linker schäme ich mich zutiefst für Abgeordnete wie Klaus Ernst."

Vergleiche zwischen Sarah Wagenknecht und Klaus Ernst

Harte Worte hagelt es auch vonseiten des Kabarettisten und Schauspielers Oliver Kalkofe. Er nennt Klaus Ernst gar einen "Kotzbrocken". Kalkofe kannte den Linken-Politiker nach eigenen Angaben zuerst nicht. Sein erster Eindruck: Das könne nur ein Politiker der CSU oder der AfD sein – oder aber ein "arrogant-unsensibler Kotzbrocken". "Ansichten, Äußerungen und Auftritte wie dieser schockieren mich sehr, denn sie sind keine Einzelfälle", schreibt er.

Auch eine Parallele zur viel kritisierten Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht wird mehrmals gezogen. Ein Kommentator, der die beiden Politiker miteinander vergleicht, schreibt: "Der Auftritt von Klaus Ernst bei Maischberger wird auf Jahre einer der unsäglichsten und unerträglichsten überhaupt bleiben." Er glaubt: "Wagenknecht, Ernst und Co. führen die Linke final ad absurdum. Wahnsinn." Ein anderer User sieht es ähnlich: "Klaus Ernst steht Wagenknecht in nichts nach. Die Linke hat fertig!"

Klaus Ernst: Ein Russland-Freund?

Ein weiterer Punkt, der Klaus Ernst vorgeworfen wird, ist seine Haltung gegenüber den Menschen in der Ukraine. Kritiker:innen finden, er zeige sich ihnen gegenüber durch seine Äußerungen kalt und herzlos. Zwar betonte der Politiker wiederholt, wie schrecklich er den Angriffskrieg finde, Kritiker:innen reicht das aber nicht.

Während Marieluise Beck sich für Waffenlieferungen an die Ukraine und Sanktionen gegen Russland aussprach, ist Klaus Ernst anderer Auffassung.
Während Marieluise Beck sich für Waffenlieferungen an die Ukraine und Sanktionen gegen Russland aussprach, ist Klaus Ernst anderer Auffassung.Bild: Screenshot: ard.de

Stattdessen werden die Vorwürfe laut, seine Aussagen seien russlandfreundlich. Ernsts Forderung, die Sanktionen gegen Russland fallen zu lassen und den Wirtschaftskrieg zu beenden, geraten heftig ins Kreuzfeuer. Der Politiker wäre im "rechten Putin-Lager" besser aufgehoben, befindet etwa ein Twitter-User. Und ein anderer bezeichnet die Forderungen von Klaus Ernst als "erbärmlich": "Keine Solidarität mit den Angegriffenen, kein Antiimperialismus, keine Ideen für finanziell überforderte Menschen hierzulande."

FDP-Politiker: Klaus Ernsts Auftritt ein "Schlag ins Gesicht der Ukrainer"

Auch der Bundestagsabgeordnete und klimapolitische Sprecher der FDP, Olaf in der Beek, bezeichnet Ernsts Worte als "völlige Ignoranz" und "schockierend". Klaus Ernst ignoriere, dass Russland den Krieg begonnen habe und proaktiv weiterführe. Die Behauptung, Putin würde sich als Opfer gegen Sanktionen verteidigen und die Forderung nach einem Kompromiss beider Länder befindet er als einen "Schlag ins Gesicht der Ukrainer".

Klaus Ernst selbst hat sich zu der Kritik bislang (Stand Donnerstagmittag) noch nicht öffentlich geäußert.

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