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Inga Plochow und Richard Birich präsentieren die wiederverwendbare Wasserfilterkartusche

Carsten Maschmeyer hatte am Auftritt von zwei "Höhle der Löwen"-Gründern etwas auszusetzen. Bild: TVNOW / Bernd-Michael Maurer

"Höhle der Löwen"-Gründer fällt Investor ins Wort – dann wird Maschmeyer ungemütlich

Nachhaltigkeit war in der Herbststaffel von "Die Höhle der Löwen" ein beherrschendes Thema. Schon in der Auftaktfolge sorgte die vegane und nachhaltige Nagelfarbe "Gitti" für Aufsehen. Im Staffelfinale am Montag bekamen dann vor allem Gründer und ihre Produkte eine Plattform, die sich mit den Themen Nachhaltigkeit und ökologisches Bewusstsein beschäftigen. Dazu zählten auch Richard Birich (29) und seine Cousine Inga Plochow (29), die nach Investoren für ihre wiederverwendbare Wasserfilterkartusche suchten.

Ihr Ansatz: Leitungswasser zu trinken, erspart nicht nur das Kistenschleppen, sondern ist auch noch nachhaltig. Allerdings ist es in manchen Regionen ratsam, das Wasser zuvor zu filtern, denn Schwermetalle oder Schadstoffe wie Blei und Chlor können das Leitungswasser belasten. Mit speziellen Kannen, die mit einer Filterkartusche ausgestattet sind, geht das ganz leicht. Nur ergibt sich daraus auch ein neues Problem: viel Müll. Denn die Filter müssen regelmäßig gewechselt werden. "So landen jährlich über zwölf Millionen Kartuschen im Restmüll. Dabei ist die Filterkartusche einwandfrei, es ist lediglich das Filtermedium erschöpft", erklärt Richard Birich den Löwen.

Bewertung für Wasserfilterkartusche "Yucona" sorgt für Aufregung

Eine Alternative auf dem Markt gab es bislang aber nicht und so machte sich der Paderborner selbst ans Tüfteln und entwickelte "Yucona", ein Trinkwasserfilter-System, das aus der wiederverwendbaren Kartusche und den Filtertaschen aus Vlies mit natürlicher Aktivkohle aus Kokosnussschalen besteht. Nur das Vlies muss also regelmäßig getauscht werden, wodurch bis zu 96 Prozent des Kartuschenmülls eingespart werden kann. Die Idee präsentierten die beiden Gründer nun also den Löwen und erhofften sich eine Finanzspritze von 250.000 Euro. Im Gegenzug boten sie 20 Prozent ihrer Firmenanteile – wieder mal eine Bewertung, die nicht allen Investoren schmeckte.

Inga Plochow und Richard Birich präsentieren die wiederverwendbare Wasserfilterkartusche

Richard Birich (29) präsentierte mit seiner Cousine Inga Plochow (29) eine Wasserfilterkartusche. Bild: TVNOW / Bernd-Michael Maurer

Ralf Dümmel hakte nach der Präsentation direkt nach, wie das Gründer-Team zu dieser doch hohen Firmenbewertung gekommen sei. Immerhin seien sie erst wenige Wochen am Markt und hätten in dieser Zeit nur rund 400 Sets verkauft. Als Umsatz gaben die beiden dennoch 16.000 Euro an. Für Dümmel passt das nicht zusammen.

Maschmeyer fällt Gründern ins Wort

Birich erläuterte daraufhin, was in seine Bewertung mit eingeflossen sei. Das sei zum einen die Idee, zum anderen aber auch das "kleine Patent", wie er so schön sagt. Das war aber noch nicht alles, auch seine Cousine und sich selbst schloss er in die hohe Bewertung mit ein. Vor allem letztere Begründung sorgte bei den Löwen für Lacher. "Mit so einer Cousine ist eine Firma mehr wert. Ja, ja", schmunzelte Carsten Maschmeyer. Doch der Löwe wurde schnell ernst, denn so witzig fand er das alles nicht. "Der Charakter" sei also auch viel wert, fasste Maschmeyer zusammen und stellte fest:

"Das habe ich so auch noch nicht gehört. Also das ist immer gut, wenn man einen guten Charakter hat. Aber dass der so unmittelbar ein paar Hunderttausend Euro eine Bewertung höher macht, ist natürlich..."

Da fiel der Gründer dem Investor prompt ins Wort und versuchte sich zu erklären. Nur Maschmeyer wollte davon nichts hören und fuhr ihn an: "Nee, nee. Ein bisschen auf Augenhöhe. Nicht immer unterbrechen und immer das letzte Wort haben." Das hatte gesessen, da blieb auch Birich fast das Lachen im Hals stecken.

Fehlende Tests lassen Williams und Wöhrl alarmiert zurück

Aber die Firmenbewertung war nicht das einzige Problem. Viel gravierender war das, was Judith Williams bei näherem Nachfragen in Erfahrung brachte. Sie wollte wissen, woher die Gründer denn wissen, dass ihre Filter das Wasser tatsächlich besser machen. Doch das konnten Birich und Plochow gar nicht durch Tests belegen. Richard Birich erklärte lediglich, er habe sein selbst gefiltertes Wasser lediglich zu Hause mit dem Wasser aus dem Marktführer-Filter verglichen und dabei festgestellt, dass im Wasserkocher genauso wenig Kalk sichtbar wurde. Ein Experiment, das den Investoren absolut nicht ausreichte. Immerhin sei Kalk bei weitem nicht das Schlimmste im Wasser. Es gehe laut Williams ja viel mehr um Medikamente oder Hormone.

Inga Plochow und Richard Birich präsentieren die wiederverwendbare Wasserfilterkartusche

"Yucona" kam nicht bei allen Löwen gut an. Bild: TVNOW / Bernd-Michael Maurer

Polchow lenkte noch ein, dass ihr Lieferant zwar einen Test gemacht habe, aber man noch ein deutsches Zertifikat anstrebe, "um das Ganze vielleicht noch glaubwürdiger zu machen". Doch sowohl Dagmar Wöhrl als auch Judith Williams waren alarmiert, denn ein Produkt zu vertreiben, ohne abschließende Tests, erschloss sich den beiden nicht.

Ralf Dümmel mit ungewöhnlichem Vorschlag

Letztendlich zogen sich immer mehr Löwen zurück, nur Ralf Dümmel war am Ende noch übrig – ein Investor, der sich in dem Bereich auskennt wie kein zweiter. Denn Dümmel und sein Team hatten damals den Wassermaxx erfunden und groß gemacht. Der Löwe entschied sich letztendlich für einen sehr ungewöhnlichen Schritt. Er schickte die Gründer nach hinten und bat sie, ihm ein neues Angebot hinsichtlich der Prozente zu unterbreiten. Das taten sie auch, denn mehr Know-How in Sachen Wasseraufbereitung können sich die Gründer nicht wünschen.

V.l.: Investor Nico Rosberg, Investor Nils Glagau, Investorin Dagmar Wöhr, Investor Ralf Dümmel und Moderator Amiaz Habtu

Die Verwendung des sendungsbezogenen Materials ist nur mit dem Hinweis und Verlinkung auf TVNOW gestattet.

Ralf Dümmel war von der Idee der Gründer begeistert. Bild: TVNOW / Bernd-Michael Maurer

Nach eingängiger Beratung boten die beiden Dümmel 45 Prozent ihrer Firmenanteile an – mehr als es der Investor erwartet hatte. Er machte sogar noch ein Gegenangebot und gab sich mit 35 Prozent zufrieden. Im Gegenzug sollte Birich seiner Partnerin die übrig gebliebenen zehn Prozent übertragen. Ein Deal, den beide Seiten nur zu gerne annahmen.

(jei)

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