Güllebad? Der Humor einiger "Die Alm"-Kandidaten war auch ziemlich schweinisch.
Güllebad? Der Humor einiger "Die Alm"-Kandidaten war auch ziemlich schweinisch.
Bild: ProSieben

Peinlich-Rückkehr auf "Die Alm": Schlüpfrige Zoten sogar vom Sprecher

Man bekommt, was man verdient? In der Auftaktsendung von "Die Alm" auf ProSieben warteten auf die Kandidaten jedenfalls Güllebad, kalte Duschen und Strohbetten. Und für die Zuschauer gab es sexistische Witze, eskalierende Tränendramen und die Erkenntnis: Auf der Alm gibt's durchaus Sünde, aber wenig Niveau.
26.06.2021, 07:48
Jürgen winzer

Es gibt Sätze, die prägen sich ein. "Was für ein absurdes Bild", gesprochen von Moderator Christian Düren, könnte so ein Verbal-Klassiker werden. Denn dieser Satz, ebenso wie die Textzeilen "So ist das Spiel, so ist das Leben: Mal geht es gut, mal geht's daneben" aus dem offiziellen Song zur Sendung sagen viel Wahres aus über den Auftakt des Comebacks von "Die Alm" auf ProSieben.

Oberflächlich betrachtet – und oberflächlich ist ja genau das, was diese Art von Trash-TV ist – ist die Show natürlich unnötig. Es mag durchaus Gründe dafür gegeben haben, dass das "Alm"-Unwesen nur zweimal (2004 und 2011) getrieben wurde. Klar, ProSieben mag sagen: Erlaubt ist, was gefällt. Aber da muss man abwarten, ob es das tut. Immerhin: Der Spuk wird nach spätestens fünf weiteren Folgen erst mal wieder vorbei sein.

"Die Alm" bei ProSieben: Das Niveau liegt weit tiefer als das Tal

Die Moderatoren Düren und Collien Ulmen-Fernandes scheinen zu wissen, was sie erwartet. "Oh Gottogott", war eine der ersten Lautäußerungen von Collien. Kann man so stehen lassen.

Was man nicht so stehen lassen sollte, ist der sexistische Flachwitzmüll, der die erste Show "auszeichnete". Und dafür war nicht etwa Kandidatin Vivian Schmitt, anerkannte Erotikfilm-Legende, zuständig, sondern in erster Linie Aaron Hundhausen. Für die, die ihn nicht kennen (also die allermeisten): Den nennt ProSieben "Womanizer". Mirja du Mont nennt ihn den, "der immer alles vögelt". Sie bezog sich auf die TV-Formate "Are You The One" und "Ex On The Beach", in denen Aaron mitwirkte.

Der Mann ist zwar noch jung (22), aber Jugendlichkeit entschuldigt ja nicht alles. Aaron brüstete sich mit einer Liste mit allen Daten zu seinen GV-Dates (Vivian Schmitt cool dazu: "Bei mir wär‘ das ein Buch!") und hat klare Regeln: "Wenn ich bumsen will, will ich bumsen." Mit Mirja würde er, wenn sie wollte, denn: "Die ist eine klassische MILF." Wer auf das Niveau von Aaron ("Ich besteige erstmal die Alm, dann sehen wir, was noch bestiegen wird!") hinab will, muss weit tiefer fallen als die 1.680 Meter, die von der Südtiroler Almhüttte bis ins Tal führen.

Ausgerechnet die schwule Dragqueen befeuert Klischees

Obwohl, ProSieben ist schon auf gutem Wege. Die derben Späße der Kandidaten ("Ist das dein Arm oder dein Lümmel?") reichen nicht? Dann setzen wir doch selbst was drauf: Als Vivian Schmitt bewies, dass sie (im Gegensatz zu Aaron und dem beinahe ebenso peinlichen Ex-"Bachelorette"-Gspusi Ioannis Amanatidis) mit Streichhölzern umgehen kann, musste der ProSieben-Kommentator zoten: "Vivian hat noch jeden Stengel zum Glühen gebracht." Hier braucht man nicht mal die Kandidaten zum Fremdschämen.

Die Pflicht ruft im Kuhstall: Katharina Eisenblut und Ioannis Amanatidis müssen bei "Die Alm" ausmisten.
Die Pflicht ruft im Kuhstall: Katharina Eisenblut und Ioannis Amanatidis müssen bei "Die Alm" ausmisten.
bild: prosieben

Bedauerlich, dass sich auch Dragqueen Yoncé Banks nicht zu schade für so geistige Minderleistungen ist. Der Mann ist erfrischend und witzig – auch nachdem er seine Drag-Montur abgelegt hat. Aber warum muss er, der sich als schwuler Mann sieht, mit kaum zitierfähige Schlüpfrigkeiten Klischees befeuern, gegen die er normalerweise (und zu Recht) kämpft?

Verlässt die erste Kandidatin freiwillig "Die Alm"?

Schlüpfrig und schlabberig wurde es nicht nur verbal. Die zehn Kandidaten mussten bei der ersten "Hof-Gaudi" (Alm-Sprech für Challenge) in Badewannen mit allerlei ekligem Zeugs hüpfen. "Du musst in Sch... baden!", erklärte Aaron, wie gewohnt drastisch, aber ausnahmsweise völlig zu Recht.

Anfangs war auch Katharina Eisenblut noch frohgemut dabei. Aber das legte sich schnell. Ein Gespräch im Kuhstall mit "Hobby-Psychiater" Ioannis Amanatidis und eine Diskussion über ihr öffentliches Nichtrauchen später war es mit der Fassung der aus "DSDS" bekannten Sängerin Katharina Eisenblut schon wieder vollends vorbei. Ioannis mag mit Vorsicht zu genießen sein, aber die Fähigkeit von Katharina, wirklich alles und jeden misszuverstehen, ist enorm. Ende vom Lied, wie ein Dauer-Refrain bei "DSDS": "Ich will nach Hause!" Mal sehen, wie viele Anläufe sie zum Verlassen der Show braucht. Bei "DSDS" drohte sie mehrmals und musste letztlich doch gefeuert werden.

Trash-TV ohne Tränendramen geht gar nicht. Das wissen auch Mirja du Mont (links) und vor allem Katharina Eisenblut.
Trash-TV ohne Tränendramen geht gar nicht. Das wissen auch Mirja du Mont (links) und vor allem Katharina Eisenblut.
Bild: ProSieben

Christian Lohse lässt die Siegprämie schrumpfen

Neben den Lautsprechern und Sirenen gibt es noch die stillen Wasser. Christian Lohse etwa. Der Sternekoch, bekannt aus vielen TV-Koch-Shows und natürlich gleich erster Mann am Herd, war lange verschwunden – weil er den Arzt aufsuchte. "Viel zu hoher Blutdruck", wurde attestiert. Das machte zwar das Mitspielen beim Partner-Wettkampf "Mistkäfer und Mistkugel" unmöglich, reichte aber, um fünf Regelverstöße zu begehen. Und die sind teuer – für alle. Denn die ursprüngliche Siegprämie von 50.000 Euro reduziert sich bei jedem Regelverstoß um 500 Euro. Sollte Christian Lohse lange auf der Alm bleiben, könnte der Sieger am Ende leer ausgehen...

Noch stiller: Magdalena Brzeska! 26-malige Deutsche Meisterin der Rhythmischen Sportgymnastik, Olympia-Teilnehmerin. Als "ewige Heldin" auch im gleichnamigen VOX-Format. Und jetzt auf der Alm. Sie war so präsent, dass es nicht wundern würde, wenn sie – wie bei "Ewige Helden" 2018 – als Erste ausscheiden würde.

Weise Worte vom Fitness-Influencer

Von Matthias aus Hamburg darf man mehr erwarten. Der ist als Fitness-Youtuber "Hollywood Matze" nach eigenen Worten "durchgestartet". Er hat 167.000 Abonnenten. Fragt sich, welcher Fitness-Freak im Castingausschuss von ProSieben da der heimliche Bodybuilder ist, der Youtube auch im allerletzten Winkel durchstöbert. Aber Matze – Lieblingsspruch "Schubidubi" – hat das Herz am rechten Fleck und sieht klarer als manche vermuten: "Schöne Worte sind nicht immer wahr und wahre Worte sind nicht immer schön."

Deshalb: Warum Siria Campanozzi, "Influencerin" mit fünfstelliger Instagram-Followerschaft, als "prominent" bezeichnet werden darf, ist schleierhaft. Aber sie macht einen netten Eindruck. Vielleicht kommt da noch was. Vielleicht schrubbt sie Aarons vorlauten Mund ja mal mit Seife. Man wird doch noch hoffen dürfen.

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