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 Achtung Personen muessen eigenständig unkenntlich gemacht werden  Berlin den 26.08.2020 Bild-Motiv: Bushido 10.30 Strafkammer 38, Saal 500 Delikt: versuchte schwere raeuberische Erpressung, Freiheitsberaubung, gefaehrliche Koerperverletzung, Noetigung, Beleidigung, Untreue u.a. 1 Arafat Abou-Chaker 44 2 Yasser Abou-Chaker 39 3 Nasser Abou-Chaker 49 4 Rommel Abou-Chaker 42 -Sicherheitsverfuegung- -Akkreditierung- Das Verfahren richtet sich gegen Arafat A.-C. und drei seiner Brueder wegen verschiedener Vorwuerfe zum Nachteil des Rappers Bushido. Arafat A.-C. und Anis F. alias Bushido seien einst Partner im Musikgeschaeft gewesen. Die Taten sollen sich im Anschluss der 2017 von Bushido ausgehenden Aufloesung der

Bushido: Der Rapper sagt im Prozess gegen seinen einstigen Geschäftspartner Arafat Abou-Chaker aus. Bild: imago images/ Olaf Wagner

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Bushido erzählt, wie viel Geld er pro Jahr verdiente – und wie Arafat ihm drohte

Es war der mittlerweile 15. Prozesstag im Verfahren gegen den Hauptangeklagten Arafat Abou-Chaker, der am Mittwoch im Landgericht Berlin stattgefunden hat. Arafat Abou-Chakers Brüder Yasser, Nasser und Rommel stehen ebenfalls vor Gericht.

Schon vor diesem Prozesstag hatte der Rapper Bushido in seiner Zeugenaussage erklärt, dass mindestens eine Waffe im Umfeld des Clan-Bosses existiert habe. Auf Tour habe Arafat die Waffe in seinem Besitz gehabt. Dabei soll es sich nach Aussagen des Rappers um keine Schreckschusspistole gehandelt haben.

Auch über die zwischenzeitliche Trennung zwischen ihm und seiner Frau Anna-Maria Ferchichi im Jahr 2014 hatte der 42-jährige Bushido bereits gesprochen und klargestellt: "Ich bin verantwortlich für die Trennung gewesen. Ich war lange nicht der perfekte Ehemann." Nachdem die beiden kein Paar mehr gewesen seien, wollte die 39-Jährige nicht mehr auf Arafat treffen. Davor sollen sie sich gut verstanden haben, sogar zusammen verreist seien Arafat und Anna-Maria.

In seiner Ehe habe es Handgreiflichkeiten gegeben, sagte Bushido: "Ich habe sie an den Haaren festgehalten, geohrfeigt mit der flachen Hand."

Welche Rolle bei der Trennung von Arafat Abou-Chaker die mutmaßlichen Straftaten zum Nachteil Bushidos, die sich Ende 2017 und Anfang 2018 ereignet haben sollen, gespielt haben, gilt es nun in der weiteren Zeugenaussage des Rappers zu klären.

Darum geht es im Prozess

Laut Anklage soll es zu Straftaten gekommen sein, nachdem Bushido 2017 die geschäftlichen Beziehungen zu Arafat Abou-Chaker aufgelöst hatte. Abou-Chaker habe dies nicht akzeptieren wollen und von Bushido unberechtigt eine Millionen-Zahlung sowie die Beteiligung an dessen Musikgeschäften für 15 Jahre gefordert. Der Rapper sei bedroht, beschimpft, eingesperrt und verletzt worden. Die Brüder im Alter von 39, 42 und 49 Jahren sind als Gehilfen oder Mittäter angeklagt.

Bushido erzählt über Abou-Chakers Ausstieg

Nachdem Bushido nun an diesem neuen Prozesstag in den Zeugenstand gerufen wurde, ging es besonders um die Trennungsphase zwischen Arafat Abou-Chaker und ihm 2017. Zwischen Oktober 2017 und Januar 2018 soll es allein in den Geschäftsräumen von Arafat zu vier Treffen mit dem Rapper gekommen sein. Der Rapper machte zunächst klar: "Ich habe mich nicht konkret auf die Aussage vorbereitet, ich versuche, mich zu erinnern." Arafat soll im Wochenrhythmus angegeben haben, dass es kompliziert sei, die Geschäfte zu revidieren.

Das nächste relevante Ereignis soll im Oktober oder November 2017 im Berliner Vorort Kleinmachnow stattgefunden haben. Arafat soll zu dem Zeitpunkt nicht anwesend gewesen sein. Bushido stellte klar: "Es gab keine Bestrebungen, nicht nach Kleinmachnow zu ziehen." Auf dem Grundstück sei er von Yasser Abou-Chaker angesprochen worden. Der soll Bushido offenbart haben, dass er kein Teil mehr des Geschäfts sein möchte. Der Musiker erklärte: "Ich hatte mit ihm nie geschäftliche Beziehungen, wusste aber, dass er profitiert. Er meinte, pass auf Bushido, ich möchte aussteigen. Er forderte von mir eine Abfindung."

Er habe keinen Bock mehr gehabt, soll Yasser Abou-Chaker erklärt haben. Er, der so viel getan habe, solle mit Almosen abgespeist worden sein. Er wolle mit seinem Bruder Arafat nichts mehr zu tun haben. "Durch Yassers Drogensucht würde ich ihn als sprunghaft einschätzen." Weiter will Bushido erklärt haben: "Ohne Arafat mache ich keine finanziellen Zusicherungen."

Später soll Yasser gesagt haben, dass das alles nur ein Test gewesen sei, was Bushido nicht so recht geglaubt habe: "Man wusste nie, was man glauben konnte. Ich war sehr geübt, ganz vorsichtig zu sein. Ich habe immer meinen Mund gehalten", betonte der Künstler.

Am 4. November soll der Rapper auf Instagram ein Foto bei einem Shisha-Café gepostet haben. In den Hashtags erwähnte er #Ashraf, ein bekanntes Familienmitglied des Remmo-Clans. Vor Gericht gab Bushido dazu an: "Dieses Café hat man Ashraf Remmo zugeordnet. Er ist ein sehr, sehr angenehmer Mensch."

Drohungen rund um Bushidos Hausverkauf

An dem Tag des Instagram-Posts habe der Rapper Ali Bumaye, ein Cousin Arafat Abou-Chakers, einen Auftritt gehabt. Aber anstatt ihn zu supporten, habe Bushido Werbung für das Café gemacht, so der Vorwurf. Dabei sei das Foto des Ladens eine freundliche Geste gewesen, er habe nichts von einem Auftritt des Cousins von Arafat gewusst. "Ich habe ziemlich Ärger bekommen. Wo wäre die Loyalität gewesen. Arafat hat bewusst nie Ashraf genannt", so Bushido.

Bushido soll Arafat deutlich gesagt haben: "Ich möchte nicht, dass du so mit mir redest." Nach dem Gespräch soll es zu einem Treffen mit dem Clan-Boss und seinen Brüdern gekommen sein. "Arafat wurde von Anfang an ziemlich ruppig. Ali Bumaye wurde schnell von Arafat geohrfeigt. Er war auf 180. Ali Bumaye hat seinen Einlauf bekommen." Danach soll Bushido gegenüber Yasser klargestellt haben: "Ich habe deinem Bruder gesagt, ich möchte mit ihm nichts mehr zu tun haben. Die einzigen Verpflichtungen, Verträge habe ich mit Arafat."

Der Clan-Boss werde das aber nicht akzeptieren, soll ihm von einem seiner Brüder mitgeteilt worden. Die klare Ansage sei gefolgt: "Es wird keinen Bushido ohne Abou-Chaker geben und keinen Abou-Chaker ohne Bushido." Daraufhin soll Arafat besonnen reagiert haben: "Er meinte, ignorier' das. Das ist eine Sache zwischen uns beiden."

"Was er mir ins Gesicht gesagt hat, hat mich beunruhigt"

Bei einem weiteren Treffen im Dezember 2017 sei Arafat schließlich zu Bushido nach Hause gekommen. Es sollte um Bushidos Hausverkauf gehen, also seine Adresse vor dem Haus in Kleinmachnow. Der Grund: "Der Hausverkauf sollte dazu dienen, Arafats Forderungen zu bedienen. Er würde 1,3 Millionen verrechnen." Laut einer Immobilienfirma sei das Anwesen allerdings 1,7 bis 1,8 Millionen wert gewesen.

Dann soll Arafat ihm gedroht haben: "Ich soll sauber spielen. Ich sollte aufpassen, wenn ich hinter seinem Rücken was mache. Dann würde keine Bombe, sondern eine Atombombe platzen. Was er mir ins Gesicht gesagt hat, hat mich beunruhigt."

Später im Dezember sei ein weiteres Treffen vereinbart worden. Dieses soll wieder in den Geschäftsräumen von Arafat stattgefunden haben. Doch statt den Clan-Boss zu treffen, soll zunächst Nasser da gewesen sein.

Er habe gesagt: "Was los mit euch Sturköpfen? Ich weiß, mein Bruder hat einen schwierigen Charakter. Die Leute haben Respekt, es würde euch schaden, ihr würdet euer Gesicht verlieren." Nasser sei ein ganz angenehmer Typ gewesen, beschrieb ihn Bushido. Er habe den Eindruck gehabt, dass sich Arafat nicht trennen möchte. Der Rapper soll klargestellt haben: "Das mit deinem Bruder und mir wird nichts mehr. Unsere Interessen liegen auseinander."

Rund 45 Minuten später soll Arafat dazugestoßen sein. Bushido wörtlich: "Es herrschte eine angenehme Eiszeit. Das Umwerben von Nasser war gekünstelt. Meine Entscheidung wurde nicht akzeptiert. Arafat hat mich auf meinen angepissten Gesichtsausdruck angesprochen. Er respektiert meinen Willen nicht, dass ich mich trennen möchte."

Es wurde Bushido nahegelegt, erstmal eine Art Beziehungspause einzulegen. Darüber hinaus hätte Bushido ein großes Problem gehabt, da er ihm so viel Geld schulden würde. "Er hat so getan, als würde ich ihm Millionenbeträge schulden – 6, 7, 8, 9 Millionen Euro. Arafat hat nicht den Eindruck gemacht, dass er meine Wünsche respektiert. Ich hatte das Gefühl, er möchte das künstlich in die Länge ziehen. Ich wollte das alles stoppen. Keiner von unseren Künstlern sollte was erfahren", so der Musiker.

"Ich habe weiche Knie bekommen. Arafat ist wie eine Bank"

Zudem sollen Schimpfwörter gefallen sein: "Er hat mich als Bastard, Hurensohn beleidigt. Nasser musste intervenieren. Bastard, Hurensohn ist noch mal eine Ecke schärfer, auch wenn ich Gangstarapper bin." Dann hätte er erneut gesagt: "Solltest du irgendwas machen, die Atombombe wird platzen." Im Anschluss daran habe Bushido darum gebeten, die Geschäftsbeziehungen zu beenden. Doch er will die Wahrnehmung gehabt haben, dass er sein Eigentum sei.

Bei einem weiteren Gespräch mit Nasser habe Bushido noch gesagt: "Die geschäftlichen Beziehungen müssen nicht dafür sorgen, dass wir Todfeinde sind."

Im Dezember 2017 soll der Rapper dann beruflich alle seine Aktivitäten eingestellt haben: "Es werden keine Vertragsverhandlungen stattfinden. Ich habe ein ganz neues Leben gelebt, mich umorientiert." Im Zuge der Trennung habe Bushido seinen ehemaligen Anwalt kontaktiert und erklärt, dass er die Geschäftsbeziehungen mit Arafat beenden möchte. "Ich bin davon ausgegangen, dass Arafat mit keinem vernünftigen Vorschlag kommen wird."

Während der Trennungsphase sei er immer wieder nach Kleinmachnow gefahren. Dort habe Arafat ihm gesagt, dass er knapp eine Million in den Beton gesteckt habe. "Ich habe weiche Knie bekommen. Arafat ist wie eine Bank." Dann schilderte Bushido von Treffen in der Vergangenheit, wo sie Handys in die Mikrowelle legen sollten. Es hätte Mafiafilme gegeben, die sie gelebt haben.

"1,5 bis 2 Millionen pro Album"

Ende 2017 sei es dann um Gespräche gegangen, in denen sie erstmals die Finanzen besprochen hätten. Dabei ging es um regelmäßige Einnahmen durch Youtube, den Sony-Vertrag, Merchandising und das Live-Geschäft. Arafat sei es wichtig gewesen, dass Anwälte und die Polizei nicht miteinbezogen werden. "Keine Polizei", das sei ein ungeschriebenes Gesetz gewesen. Doch für Bushido sei klar gewesen: "Ich konnte Arafat nicht vertrauen." Der Rapper fügte vor Gericht hinzu: "'Keine Anwälte' fand ich absurd. Heute haben wir Anwälte im Saal." Der Vorsitzende Richter ergänzte: "Und die Polizei."

Bei dem damaligen Treffen mit dem Clan-Boss sei die Situation schließlich eskaliert. Bastard, Hund, die Standardbeleidigungen sollen gefallen sein. Arafat Abou-Chaker soll gewütet haben über das Schreiben des Anwalts: "Den Zettel kannst du vergessen. Denk dran, mein Eigentum. Wenn mir das nicht passt, werde ich an dir weiter verdienen."

Bushido klärte dann noch über seine Einnahmen auf: "1,5 bis 2 Millionen pro Album, Youtube 100.000er Beträge pro Jahr, Merchandise sechsstellig pro Jahr, Live-Gigs 15.000 bis 25.000 Euro, beim Festival bis zu 75.000 Euro." Anfang 2018 soll für ihn dann auch klar gewesen sein: "Nach dem 18. Januar 2018 war Kleinmachnow für mich gestorben." Zuvor sei es noch zu einer Diskussion im Studio gekommen.

Damals erschien ein Album von Farid Bang und Kollegah, auf dem er und andere Künstler gedisst wurden. Bushido sollte einen Track machen, in dem die beiden beleidigt werden. Doch Bushido erklärte dazu: "Ich wollte mich da zurückhalten und mich nicht erpressen lassen wegen eines angeblichen Sex-Tapes mit meiner Frau." Danach legte er Arafat laut seiner Aussage wiederholt nahe: "Ich bin ehrlich, ich möchte mit dir nichts mehr zu tun haben."

Am 14. Dezember geht es am Landgericht Berlin weiter mit der Zeugenaussage von Bushido.

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