Wirtschaft
ARCHIV - 07.12.2016, Rheinland-Pfalz, Hahn: Eine Maschine der Ryanair wird auf dem Vorfeld des Flughafens Hahn abgefertigt. Am Wochenende starten die Sommerferien in Rheinland-Pfalz, Saarland und Hessen. Foto: Thomas Frey/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

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"Blut kam aus den Ohren" – Ryanair-Flieger muss in Frankfurt-Hahn notlanden

Nach der Notllandung eines Ferienfliegers haben nach Angaben des Flughafens Frankfurt-Hahn alle Passagiere das Krankenhaus wieder verlassen. "Die Fluggäste klagten über Kopf- und Ohrenschmerzen und litten an Übelkeit", sagte ein Sprecher. Die Fluggesellschaft Ryanair erklärte, die Crew habe in der mit insgesamt 189 Menschen besetzten Maschine Sauerstoffmasken bereitgestellt und einen kontrollierten Sinkflug eingeleitet. 

Was genau an Bord der Boeing 737-800 passierte, stand zunächst nicht fest. Ein Polizeisprecher erklärte: 

"Das müssen jetzt die Fachleute klären, das kann aber eine Zeit dauern."

Polizeisprecher

Das Flugzeug war am Freitagabend auf dem Flug von Dublin zum kroatischen Küstenort Zadar, als der Kapitän um die Erlaubnis zur Landung am Hunsrückflughafen Hahn bat.

Sanitäter und Notärzte kümmerten sich um die Fluggäste, Rettungswagen fuhren sie in die Klinik. Dort seien sie ambulant behandelt worden, berichtete die Bundespolizei. Nach Angaben internationaler Medien sei einzelnen Passagieren Blut aus den Ohren geschossen. 

"Zu einem Druckabfall kommt es bisweilen öfter, das führt aber nur in den seltensten Fällen zu wirklichen Problemen", sagte der Sprecher der Pilotenvereinigung Cockpit, Janis Georg Schmitt, der Deutschen Presse-Agentur. Es bestehe keine Absturzgefahr. Der Fall eines Druckabfalls werde regelmäßig im Simulator geübt.

Ein Passagier des Rynair-Fluges FR-7312 berichtete der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" via Facebook von einem nicht sehr lauten Knall und rasch sinkender Temperatur.

Ein Bild aus dem Innenraum des notgelandeten Fliegers

Erst am Freitag hatte ein Druckabfall in einer Air-China-Maschine Schlagzeilen gemacht. In dem Fall hatte der Copilot eine E-Zigarette geraucht. Er wollte den Rauch abziehen lassen, drückte aber zwei falsche Knöpfe und löste damit einen Druckabfall und den dementsprechenden Alarm aus.

Cockpit-Experte Schmitt erklärte, es gebe einen langsamen Druckabfall, ausgelöst beispielsweise von einem kleinen Loch in der Kabinenwand oder Problemen des Drucksystems, das Luft in das Flugzeug pumpe. Im selteneren Fall eines schnellen Druckabfalls könne ein größeres Loch in der Flugzeugwand, der Verlust eines Fensters oder ein größeres Problem mit einem Ventil die Ursache sein. "In dem Fall ist ein Knallgeräusch zu hören, Luftdruck und die Temperatur sinken schlagartig", sagte Schmitt. Den Passagieren könnten dann die Ohren weh tun, in manchen Fällen könne das Trommelfell platzen.

(dpa)

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