Tom Felton spielte in allen Teilen von "Harry Potter" den Bösewicht Draco Malfoy.
Tom Felton spielte in allen Teilen von "Harry Potter" den Bösewicht Draco Malfoy.Bild: Getty Images North America / Stephen Lovekin

Pech in der Liebe: Tom Felton spricht über Auswirkungen seiner "Harry Potter"-Rolle

12.05.2022, 07:22

Vor über zwanzig Jahren wurde der erste "Harry Potter"-Film produziert, Schauspieler Tom Felton war von Anfang an dabei. Doch die Rolle des gemeinen Draco Malfoy tat ihm nicht ausschließlich gut, wie er jetzt verriet.

Im Interview mit dem "Guardian" packte Tom Felton über seine Kindheit als Schauspieler und Filmstar aus. Dabei erzählt er auch von seinen Unsicherheiten, von Problemen in der Liebe, verpassten Aktivitäten und wie es generell um seinen Ruhm stand.

Kein Glück bei den Mädchen

In dem Gespräch offenbart der Brite, dass er damals im Gegensatz zu Daniel Radcliffe, Emma Watson und Rupert Grint ein relativ normales Leben gehabt habe. Da er keine der Hauptrollen besetzte, habe er lediglich einen Zeitplan gehabt, bei dem er abwechselnd einige Wochen in der Schule und anschließend einige Wochen am Set war. Trotzdem hatte die Rolle Auswirkungen auf seine Schulzeit und sogar sein Liebesleben:

"Ich lief mit gefärbten Haaren herum und spielte einen bösen Zauberer. Es war nicht cool. Bei den Mädchen hat es mir keinen Gefallen getan."

Er habe auch gelegentlich Kommentare und Witze von seinen Freunden zu hören bekommen und durch die Dreharbeiten Schulausflüge und Partys verpasst. Ein "besonders beliebtes Kind" sei er nie gewesen.

Wenig Ruhm durch Malfoy-Rolle

An seinen Erfolg würde er sich zudem noch immer gewöhnen müssen, verrät der Schauspieler. Das läge wahrscheinlich daran, dass er als Kind nie wirklich ein Leben im Rampenlicht hatte:

"Daniel, Rupert und Emma waren auf den Plakaten, sie wurden aus der Schule genommen und machten Pressereisen. Ich hatte ein viel normaleres Leben."

Trotz der blondierten Haare sei er in all den Jahren nur äußert selten in der Öffentlichkeit angesprochen worden sein. Erst jetzt verändere sich das und das Interesse rund um seine Person nehme zu, berichtet Felton.

Lange Zweifel an erneuter Besetzung

Außerdem betont Tom Felton, dass er nie sicher gewesen sei, dass er auch in allen Teile von "Harry Potter" mitspielen würde. Zu Beginn sei er nur für die ersten beiden Teile eingeplant worden. Später sei dann immer aufs Neue überprüft worden, ob er und seine Co-Stars für ihre Rollen noch jung genug aussehen würden. Film für Film sei das so weitergegangen, keiner von ihnen habe für zwölf Jahre unterschrieben.

"Irgendwann bin ich einfach davon ausgegangen, dass sie uns durch anständige Schauspieler ersetzen würden, aber das haben sie nie getan."

Zudem habe er nie daran geglaubt, als Erwachsener weiterhin Schauspieler sein zu können. Er habe keine "zehn Seiten Dialog" schreiben müssen, um vorsprechen zu können. Es habe ausgereicht, "als rotziges Kind aufzutauchen" und richtig auszusehen, um die Rolle zu bekommen.

Jason Isaacs war eine Vaterfigur am Set

Letzten Endes gab es jedoch eine Person, die Felton immer wieder bestärkte. Schauspielkollege Jason Isaacs spielte nicht nur in all den Filmen Lucius Malfoy, den Vater von Tom Feltons Figur Draco, sondern soll diese Rolle auch hinter den Kulissen eingenommen haben.

Jason Isaacs und Tom Felton in ihren Rollen als Lucius und Draco Malfoy.
Jason Isaacs und Tom Felton in ihren Rollen als Lucius und Draco Malfoy.Bild: www.imago-images.de / Warner Bros/Courtesy Everett Collection

Felton erinnert sich: "Es war eine enorm wichtige Beziehung für mich. Er hat nie wie ein Kind mit mir gesprochen und mir den Weg gezeigt". Von ihm wusste Felton später auch, was er für seine Karriere nach dem letzten Teil von "Harry Potter" tun musste:

"Er sagte mir, ich solle mich in Form bringen, einen amerikanischen Akzent lernen und mir einen guten US-Agenten suchen."

Nachdem er diese Ratschläge befolgt hatte, erhielt Felton direkt im Anschluss die Rolle des Dodge in "Planet der Affen: Prevolution".

Keine Ahnung von Harry Potter

Tom Felton hat außerdem eine ganz genaue Theorie, weshalb er damals bei den "Harry Potter"-Castings ausgewählt wurde:

"Ich glaube, ich habe die Rolle bekommen, weil ich nonchalant war und keine Ahnung hatte, wovon irgendjemand redete. Zauberer in Schränken unter der Treppe?"

Die anderen Kinder hätten die Bücher zuvor gelesen und seien daher höchstwahrscheinlich anders an das Casting herangegangen. Er vermutet, dass Regisseur Chris Columbus wohl "dieses leichte Desinteresse und diese Arroganz" in ihm erkannte und ihn deshalb für Draco Malfoy besetzte.

(crl)

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