So macht Urlaub Spaß: In Amsterdam sollen volle Straßen durch das Konzept gegen "Overtourism" bald Geschichte sein.
So macht Urlaub Spaß: In Amsterdam sollen volle Straßen durch das Konzept gegen "Overtourism" bald Geschichte sein.
Bild: iStockphoto / RossHelen
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Für mehr Lebensqualität: Amsterdam hat ein Konzept gegen "Overtourism" entwickelt

26.07.2021, 08:4431.07.2021, 16:17

"Overtourism" bezeichnet eine Entwicklung des gängigen Tourismus, die in den letzten Jahren stark zugenommen hat. Dabei finden sich an touristischen Stützpunkten, Gebäuden und Attraktionen regelmäßig überdurchschnittlich viele Menschen zusammen. Die Anwohner und Bewohner in den betroffenen Städten klagen hierbei über vermehrte Verschmutzungen durch Müll, unsoziales Verhalten der Touristen und eine hohe Lärmbelastung. Die Stadt Amsterdam hat die Tourismus-Pause durch die Corona-Pandemie genutzt und ein Konzept entwickelt, welches dem Massentourismus nun entgegen wirken soll.

"Stad in Balans" (Stadt in Balance) nennt sich ein Programm mit 88 Maßnahmen, das von der Stadt Amsterdam gemeinsam mit den Anwohnern bereits im letzten Jahr erstellt wurde. Darauf baut jetzt die neue Verordnung "Toerisme in Balans" auf. Bei "Stad in Balans" ging es in erster Linie darum, die touristischen Knotenpunkte gleichmäßig über die Stadt und vor allem auch die Randbezirke zu verteilen. Außerdem sollte unsoziales Verhalten von Touristen stärker mit Subventionen angegangen werden, um die Bewohner der Stadt zu schützen.

Der nachhaltige Gedanke liegt hierbei neben dem sozialen Fokus auch auf ökologischer Ebene. Die Einschränkungen, um Massentourismus zu vermeiden, sollen bereits bei der Einreise der Touristen beginnen. Die Maßnahmen beinhalten zum Beispiel höhere Gebühren für Billigflüge oder notwendige Qualitätssiegel für nachhaltigen Tourismus.

Amsterdam möchte Touristen und Bewohnern der Stadt eine nachhaltig wertvolle Lebensqualität ermöglichen

Mit "Toerisme in Balans" werden die Ziele noch enger am Tourismus gesetzt, als beim Konzept-Vorläufer. Dabei wurde eine Obergrenze für die Anzahl der Touristen festgelegt, welche in einem bestimmten Zeitraum einreisen dürfen. Während die Zahl der Übernachtungen in Amsterdam vor Corona bei 22 Millionen jährlich lag, soll dieser Wert zukünftig auf 10-20 Millionen pro Jahr gesenkt werden.

Amsterdam setzt zudem auf ein spontanes Reaktionsvermögen, insofern als dass ein sensibles Augenmerk auf die Menschen und deren Lebensqualität in den Stadtteilen gelegt wird. Wenn es zu weiteren negativen Veränderungen kommt, soll gegengesteuert werden. Ein besseres soziales und ökologisches Umweltbewusstsein soll die Vorteile eines nachhaltigen Tourismus vorantreiben. Mit diesem Ansatz kann Amsterdam anderen Städten ein Beispiel sein.

(lmk)

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