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Dm will bald eure Wäsche waschen – in Hannover. Bild: Getty/imago images / Jan Huebner/watson

"Ökologischer Wahnsinn"? Das sagt Dm zur Kritik an seinem neuen Service

Seit geraumer Zeit testet Dm einen neuen Service: In München und Essen könnt ihr in Filialen der Drogeriekette eure Dreckwäsche abgeben. Dann wird sie nach Hannover gefahren, dort gewaschen und an euch zurückgeliefert.

Das klingt praktisch und bequem, schließlich kostet Wäschewaschen Zeit – und wer hat die bitte heutzutage noch?

User kritisieren den Dm-Service als Klima-schädlich

Allein, in Zeiten von Klimakrise und Fridays for Future stellt sich die Frage: Wie nachhaltig ist es, Wäsche einmal durch die Republik und wieder zurück zu kutschieren? Von München nach Hannover sind es immerhin knapp 650 Kilometer – einfach wohlgemerkt. Auch die watson-Leser fragten sich das und ärgerten sich über den "ökologischen Wahnsinn", den das Angebot aus ihrer Sicht darstellt.

Dazu kommt: Der Service soll ausgeweitet werden, wenn er bei den Kunden gut ankommt. Was nach bisherigem Stand auch der Fall ist. Daraus lässt sich schließen, dass für Dm künftig viel Wäsche über deutsche Autobahnen rollt.

Watson hat bei Dm nachgefragt und wollte wissen, wie die Kette auf die Kritik an ihrem neuen Service reagiert. Vom Drogeriemarkt kam eine knappe Antwort per E-Mail:

"Wir bei dm berücksichtigen bei neuen Angeboten und Services stets auch ökologische Aspekte. So versuchen wir Ressourcen so umweltschonend wie möglich zu verwenden und setzen beispielsweise beim Wäscheservice für den Transport DHL GoGreen ein."

Go-wohin?

Bei GoGreen handelt es sich um ein Angebot des Paketdienstleisters DHL, das laut eigenen Angeben einen klimaneutralen Paketversand ermöglicht. Transportbedingte CO2-Emissionen würden ausgeglichen, und zwar über "externe Projekte und interne Maßnahmen", wie es in einem Infoblatt von DHL heißt. Welche Projekte und Maßnahmen das sind, geht aus dem Blatt nicht hervor.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) sieht den Begriff der "Klimaneutralität" kritisch. Dahinter verberge sich oft keine Reduktion von Treibhausgasen, sondern deren Ausgleich. Der wiederum führe langfristig nicht zu mehr Umweltbewusstsein, sondern zementiere eher eine klimaschädliche Lebens- und Wirtschaftsweise.

Die Herausforderungen (und Kosten) eines CO2-neutralen Lebensstils verlagerten sich damit auf die nächste Generation. Außerdem setze Kompensation keine Anreize für Innovationen.

Die DUH sieht allerdings nicht nur die Unternehmen in der Pflicht, statt auf Kompensation auf Reduktion zu setzen. Verbraucher sollten den Begriff "klimaneutral" bei Produkten und Dienstleistungen hinterfragen – und gleichzeitig CO2 im eigenen Lebensumfeld reduzieren.

(pcl)

Was sagt ihr dazu? Sind eure Bedenken ausgeräumt? Oder haltet ihr den Service weiterhin für klimaschädlich? Schreibt es uns in die Kommentare!

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