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Shahak Shapira wirft dem ZDF vor, ihn nicht ausreichend unterstützt zu haben. Bild: dpa

ZDF setzt Shahak Shapiras Show ab – Satiriker wirft dem Sender Zensur vor

Schluss, aus, vorbei. Das ZDF hat beschlossen, die Show "Shapira Shapira" abzusetzen. Das Format von und mit Shahak Shapira lief nur sechs Monate auf dem Spartensender ZDFneo.

Nun hat sich der Satiriker öffentlich zu der Entscheidung des Senders geäußert – und spart dabei nicht mit Kritik.

Es sei bei der Absetzung seiner Sendung ausschließlich um die Quote gegangen, schreibt Shapira auf Facebook. Für das ZDF seien maximal 290.000 Zuschauern zu wenig gewesen. "Ich kann nicht einschätzen, wie hoch eine ausreichende Quote für eine neue Comedy Show auf ZDFneo bei dem Sendeplatz zu sein hat und kann daher nicht viel dazu sagen."

Hier sein Post:

Schadenfreude und Beleidigungen

Etwas trotzig zählt er auf, wie viele Aufrufe die Sendung in der Mediathek und auf Youtube und Facebook bekommen habe, aber: "Es stimmt, dass viele Inhalte nicht die Beachtung bekamen, die wir erwartet hätten."

Mit der Absetzung ist Shapira trotzdem alles andere als einverstanden. Es sei möglich, dass es eine große Diskrepanz bei der Vorstellung von Comedy zwischen seinem Team und der breiten deutschen Öffentlichkeit gebe. Die bisherigen Reaktionen auf das Aus der Show – laut Shapira hauptsächlich Schadenfreude und Beleidigungen – deuteten darauf hin.

"Aber Comedy sollte sich nicht nach Quoten richten. Auch nicht nach irgendwelchen gehässigen Facebook-Kommentaren von irgendwelchen Haralds."

Er habe diese Show "unbedingt" bei Neo machen wollen, weil er der Meinung gewesen sei, dass es der richtige Ort für etwas sei, das nicht sofort auf Masse funktionieren muss: "'Die Quote ist egal - wir wollen etwas besonderes', sagte mir der ZDF-Programmdirektor vor der zweiten Staffel."

Das hat gesessen. Doch angeblich widersprüchliche Ansagen dazu, wie wichtig Quoten sind oder nicht, sind nicht das einzige, was Shapira dem ZDF vorwirft.

Shapira wirft dem ZDF Zensur-Maßnahmen vor

Es sei der Umgang des Senders mit Shapiras Kritik oder Witzen gegen andere ZDF-Sendungen gewesen, der die Zusammenarbeit letztendlich irreparabel beschädigt habe. Diese beschreibt Shapira letztlich als Versuch einer Zensur.

"Es muss für einen Künstler möglich sein, in seinen privaten Kanälen einen fahrlässigen journalistischen Umgang mit Faschisten zu kritisieren, ohne, dass die eigene Sendung plötzlich stärker kontrolliert wird."

Nach einer entsprechenden Kritik und einem Sketch zu diesem Thema im Allgemeinen sei aber genau das passiert: "Wir bekamen einen zusätzlichen Redakteur, mehr Abnahmeschleifen und weniger Unterstützung vom Sender."

Shapira bezieht sich damit offenbar auf seine Kritik am ZDF-"Morgenmagazin". Bei diesem wurde nach dem rechtsextremen Anschlag in Halle AfD-Chef Jörg Meuthen eingeladen, ein Gespräch mit dem in Israel geborenen Shapira hingegen platzte.

Die öffentliche Kritik Shapiras daran führte zu einer Auseinandersetzung mit "Morgenmagazin"-Redakteurin Dunja Hayali.

Hier die Kritik:

Darauf reagiert Hayali so:

Was sagt das ZDF dazu?

Watson hat beim ZDF eine Stellungnahme zu den Vorwürfen angefragt. Der Sender reagiert mit einem Verweis auf die offizielle Erklärung zur Absetzung: "Die abschließende Bilanz des Formats zeigt, dass die Sendung die in sie gesetzten Erwartungen leider nicht erfüllen konnte. Die Akzeptanz der Zielgruppe hat sich in der zweiten Staffel sowohl im linearen Fernsehen als auch online nicht wie erhofft entwickelt, sodass ZDFneo sich dazu entschieden hat, keine weitere Staffel in Auftrag zu geben."

Auf eine konkrete Nachfrage zu den Zensurvorwürfen von Shapira erklärte ein Sprecher knapp: "Die Sendung wurde nach den im ZDF üblichen Workflows redaktionell betreut und abgenommen."

(om)

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