Fußball International
Bild

Thomas Tuchel redet sich in Rage. screenshot

PSG-Trainer Tuchel redet sich in Rage – Rundumschlag gegen die Kritiker mit versöhnlichem Ende

Pressekonferenzen mit Thomas Tuchel sind immer ein Vergnügen. Wenn der deutsche Trainer von Paris Saint-Germain auf Französisch referiert, – er spricht die Fremdsprache fließend, aber mit deutschem Akzent – dann mag man meist gar nicht aufhören, zuzuhören.

PSG: Thomas Tuchel hat es nicht leicht

Denn Thomas Tuchel hat es nicht leicht beim neureichen Edelklub. Die Kritiker und die französischen Sportgazetten spekulieren (mal wieder) fleißig über seinen Nachfolger. Und das, obwohl er PSG als amtierenden Ligue-1-Meister in der vergangenen Saison bis ins Finale der Champions League geführt hat. Obwohl er das Team nach einem Ligafehlstart mit zwei Pleiten in der jüngst begonnenen Spielzeit mittlerweile wieder auf Tabellenplatz eins geführt hat.

Doch das scheint alles egal zu sein. Tuchel muss weg, lautet der Tenor. Wenn es nach all den selbsternannten Experten und nach vielen Fans geht, müsste der Trainer mit PSG alles und jeden Gegner niederwalzen, hat er doch durch die katarische Investorengruppe Qatar Sports Investments (QSI) einen Geldhahn, den er nach Belieben aufdrehen kann, wenn es ihn nach neuen Stars und Erfolgen dürstet.

THOMAS TUCHEL

Thomas Tuchel hat bei Paris Saint-Germain einen schweren Stand, weil nicht alles so leicht ist, wie alle denken. Bild: www.imago-images.de / Philippe LECOEUR

Thomas Tuchel redet sich in Rage

Auch nach dem Champions-League-Spiel gegen Underdog Basaksehir Istanbul brannte die PSG-Luft – trotz eines 2:0-Siegs gegen den türkischen Meister. Der Sieg einer ersatzgeschwächten Pariser Mannschaft – unter anderem sind Neymar, Verratti und Icardi verletzt – gegen Erdogans Lieblingsklub ist wie jeder Sieg drei Punkte wert. Dennoch gab es wieder Kritik: zu pomadig, zu uninspiriert, zu späte Tore (64. und 79. Minute) – zu wenig für die Großmachtsansprüche.

Auf der Pressekonferenz nach der Partie gegen Basaksehir holte Thomas Tuchel dann zum großen Rundumschlag aus, machte gegenüber den anwesenden Reportern seinem offensichtlichen Ärger über die maßlosen Erwartungen an ihn und sein Team Luft.

"Gut, wir können sagen: Es ist immer meine Verantwortung, kein Problem. Ihr könnt mir gegenüber kritisch sein, ihr könnt so weitermachen. Aber vielleicht sollten wir realistisch sein."

Tuchel verglich die aktuelle Leistung seines Teams auch mit Großklubs aus anderen europäischen Topligen, die Ende August noch gemeinsam mit PSG in Lissabon beim eng getakteten Finalturnier der Champions League in Lissabon dabei waren:

"Ist Juventus Erster? Ist Manchester City oder Liverpool Erster? Nein. Sind Barcelona oder Madrid in Spanien Erster? Nein. Sie waren mit uns in Portugal – wir sind Erster der Ligue 1. Aber jeder sagt weiterhin: 'Oh ja, es ist PSG. Das ist einfach.' Aber es ist nicht einfach! Vielleicht sollten die Leute damit anfangen, zu akzeptieren, dass es eine Leistung ist (Tabellenführer in der Liga zu sein)."

Es sei so, "dass alles, was mein Team macht, 'normal' sei – sogar, wenn sie 'nicht gut spielen'", schimpfte Tuchel. Und weiter: "Immer nur negativ, negativ, negativ – wir können uns nicht immer auf die negativen Kommentare fokussieren, es gibt auch Positives."

Versöhnliches Ende

Es gebe im Spiel von Paris "Dinge, die wir verbessern müssen, und wir werden auch nie aufhören, das zu tun", gab der gebürtige Kulmbacher zu Protokoll. Aber immer, und dafür zog er seine Mund-Nasen-Maske kurz unter sein Kinn: "Mit einem Lächeln!"

"Et voilà..."

Bild

"Avec un sourire" (mit einem Lächeln): Thomas Tuchel findet ein versöhnliches Ende. screenshot

Und so gab es vor lauter Wut und Enttäuschung doch noch ein versöhnliches Ende. Wie gesagt, Pressekonferenzen mit Thomas Tuchel sind immer ein Genuss.

Verletzter Neymar fehlt PSG laut Medien gegen RB Leipzig

Tuchel muss im Champions-League-Spiel bei RB Leipzig am kommenden Mittwoch (21 Uhr) französischen Medienberichten zufolge auf Neymar verzichten. Der brasilianische Star falle wegen einer Oberschenkelverletzung sowohl für das Ligaspiel an diesem Samstag beim FC Nantes sowie gegen Leipzig aus, berichtete unter anderem das Portal "RMC Sport".

dpa

(as)

Warum das Bayern-Spiel trotz Gnabrys Corona-Infektion möglich ist

Nach Einschätzung des Virologen Jonas Schmidt-Chanasit kann der Champions-League-Auftakt des FC Bayern gegen Atlético Madrid trotz der Corona-Infektion des Fußball-Nationalspielers Serge Gnabry am Mittwoch (21.00 Uhr/Sky) stattfinden. "Mit einer regelmäßigen Testung, jeden Tag, kann man ausschließen, dass dort ein infektiöser Spieler teilnimmt. So lange alle negativ bleiben, kann man mit einer täglichen Testung ausschließen, dass dort Infektionen stattfinden", sagte …

Artikel lesen
Link zum Artikel