Immer wieder kursieren Gerüchte, um einen möglichen Blackout in Deutschland. Eine Umfrage zeigt nun die Sorgen der Menschen in auf.
Immer wieder kursieren Gerüchte, um einen möglichen Blackout in Deutschland. Eine Umfrage zeigt nun die Sorgen der Menschen in auf.Bild: IMAGO / Steve Bauerschmidt / IMAGO / Steve Bauerschmidt
Energie

Die große Angst vor dem Blackout: Umfrage zeigt die Sorgen der Deutschen und wie gut sie vorbereitet sind

13.09.2022, 12:5413.09.2022, 19:52

Der "Blackout": Was bisher meist eine gern genutzte Dystopie für Filme und Bücher war, erscheint gerade immer häufiger in den Schlagzeilen. Für viele ist es eine Horrorvorstellung, plötzlich ohne Strom dazusitzen – gerade in einer digitalisierten Welt, in der fast jedes Gerät Strom braucht. Wer hat schon noch ein Radio zu Hause, das mit Batterie läuft? Bei einem Blackout würden Licht, Herd, sauberes Wasser und teilweise auch die Heizung plötzlich ausfallen.

Während die einen weiterhin die Sorge vor einem Blackout für Panikmache halten, sorgen andere bereits vor: Bayerische Landkreise wie Ebersberg oder Starnberg meldeten bereits, sich mit einem Notfallplan auf einen möglichen Stromausfall einzustellen. Und auch Europas Banken wappnen sich für einen möglichen Stromausfall.

CDU-Chef Friedrich Merz warnte Anfang September gegenüber der "Bild am Sonntag": "Wenn diese Regierung so weitermacht und aus ideologischen Gründen am Atomausstieg festhält, droht uns Anfang nächsten Jahres ein Blackout."

Andere sehen keinen Grund zur Sorge. Christian Rehtanz, Professor für Energiesysteme und Energiewirtschaft an der Technischen Universität Dortmund sagt im "WDR": "Es kann jederzeit passieren. Aber die Wahrscheinlichkeit ist nicht nennenswert höher als sonst." Denn diesen Winter gebe es zwar einige Risiken – etwa unterversorgte Gaskraftwerke oder ein erhöhter Strombedarf zum Heizen. Aber diese seien alle vorher absehbar.

Die Expertenmeinungen widersprechen sich bei diesem kontroversen Thema stark – doch was denkt die Bevölkerung?

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Laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey hat mit 53 Prozent knapp über die Hälfte der Befragten "große" oder "eher große" Sorge vor einem Stromausfall im Winter aufgrund der Energiekrise. Wenig Angst vor einem Blackout haben nur 35 Prozent, die ihre Sorge davor als "klein" oder "eher klein" bezeichneten. Zwölf Prozent der Teilnehmer:innen sind bei dieser Frage unentschieden. Befragt wurden 5004 Personen zwischen dem 9. und 11. September, die Fehlerquote liegt bei 2,5 Prozent.

Vor allem jüngere Menschen haben Angst vor einem Blackout

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Die Sorge vor einem Blackout ist in der Gruppe der 18- bis 29-Jährigen am höchsten. Hier geben 60 Prozent an, große Sorge vor einem solchen Szenario zu haben, während nur 31 Prozent diese Sorge als klein bezeichnen. Am zweitgrößten ist die Sorge vor einem Stromausfall bei den beiden ältesten Gruppen: Die Befragten ab 50 Jahren und 65 Plus äußerten diese Befürchtung zu 55 und 54 Prozent.

Am gelassensten sieht dieses Thema die mittlere Altersgruppe: Bei den beiden Alterskohorten zwischen 30 und 49 Jahren ist die Sorge vor einem Blackout wegen einer Energiekrise mit jeweils 46 Prozent am niedrigsten.

Vor allem AfD-Wähler:innen befürchten Blackout

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Die größte Sorge vor einem Stromausfall im kommenden Winter haben Wähler der Partei AfD mit 85 Prozent, gefolgt von Wählerinnen der CDU/CSU mit 69 Prozent.

Am geringsten ist die Angst vor einem Blackout bei Menschen, die die Grünen wählen. Dort geben nur 20 Prozent an, große Sorge vor einem Stromausfall zu haben. Eine Mehrheit von 62 Prozent sorgt sich nur wenig. Offen bleibt bei dieser Frage, wie viele Menschen sich überhaupt nicht wegen eines Blackouts sorgen. Menschen, die angaben andere Parteien zu wählen, äußern diese Sorge mit 63 Prozent.

Mehrheit der Deutschen hat keinen Notvorrat

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Bei der Frage: "Haben Sie bereits private Maßnahmen ergriffen, um im Falle eines Stromausfalls vorbereitet zu sein (z.B. Notvorrat angelegt, Gaslampe oder -kocher gekauft)?" gaben jedoch 69 Prozent an, dies noch nicht getan zu haben. Nur eine Minderheit von 28 Prozent beantwortete die Frage mit "Ja" und hat demzufolge schon Vorbereitungen getroffen für den Fall eines Stromausfalls.

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Nach Alter ausgewertet, gibt es keine Bevölkerungsgruppe, die besonders hervorsticht. Die Mehrheit der Befragten in allen Altersgruppen hat keine Maßnahmen getroffen, um sich auf einen möglichen Stromausfall vorzubereiten.

Von denjenigen, die dies bereits getan haben, ist die Gruppe der 50- bis 64-Jährigen am stärksten vertreten: mit 32 Prozent. Jedoch liegt dies nur knapp über den anderen Altersgruppen. Am seltensten haben Menschen über 65 Jahre Vorkehrungen für einen Blackout getroffen.

Wähler:innen der AfD und FDP haben am häufigsten einen Notvorrat angelegt

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Privat für einen Blackout vorgesorgt haben vor allem AfD- sowie FDP-Wähler:innen mit jeweils 38 und 37 Prozent. Die Anhänger:innen dieser beiden Parteien haben auch die größte Sorge vor einem Stromausfall im kommenden Winter. Menschen, die die Partei die Linke wählen, haben am seltensten einen Notvorrat angelegt: Nur 19 Prozent beantworteten die Frage mit "Ja".

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