Deutschland
Leben

Universitäten in NRW: Regierung plant früheren Semesterbeginn

Studenten Studierende Uni Universität NRW Heinrich-Heine-Universität Begrüßung der Neuen zum Studienstart und Erstsemester, Rektorin der HHU Prof. Dr. Anja Steinbeck
Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf im Oktober 2023: Begrüßung der neuen Studierenden zum Studienstart und Erstsemester.Bild: imago images / Olaf Döring
Inland

Früherer Semesterstart: NRW-Regierung will Familien entlasten

27.11.2023, 16:19
Mehr «Deutschland»

Geht es nach dem Willen der schwarz-grünen Regierungskoalition, sollen die Semester an den Universitäten in Nordrhein-Westfalen in Zukunft früher beginnen. Wissenschaftsministerin Ina Brandes (CDU) hat den Auftrag, in einem gemeinsamen Antrag für das nächste Landtagsplenum, "mit den Universitäten einen Dialog darüber zu führen, ob das Semester wie an den Hochschulen für angewandte Wissenschaften bereits im September beziehungsweise März beginnen kann".

Was zunächst für Studierende wohl eher weniger positiv klingen dürfte, soll auch für sie einen Vorteil bringen.

Früherer Semesterbeginn in NRW soll positiv für Familien sein

Die Idee ist dem Gedanken entsprungen, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern. Das soll nicht nur positiv für Studierende, sondern auch für deren Eltern sowie für Professor:innen sein. Dieser Vorstoß ist ein Teil des Vorhabens der Koalition, um unter anderem die Arbeitsbedingungen im Wissenschaftsbetrieb zu verbessern.

Studenten im großen Hörsaal am Tag der Erstsemesterbegrüßung zum Wintersemester 2023/24 an der Uni Köln. Themenbild, Symbolbild Köln, 09.10.2023 NRW Deutschland *** Students in the large lecture hall  ...
Studierende im großen Hörsaal am Tag der Erstsemesterbegrüßung zum Wintersemester 2023/24 an der Uni Köln.Bild: imago images / Panama Pictures

Bisher sei es für viele Familien schwierig, zu planen. Das liegt vor allem daran, dass vorlesungs- und prüfungsfreie Zeiten und Schulferien nicht zusammen passen. Vor allem für Familien mit mehreren Kindern ist das eine enorme Herausforderung. Aus diesem Grund wird Professor:innen in Zukunft auch nahegelegt, "Prüfungsphasen möglichst in Zeiträume zu legen, in denen keine Schulferien sind", wie die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" (WAZ) berichtet.

Unis sollen auch für Mitarbeiter familienfreundlicher werden

Allerdings gibt es demnach noch ein großes Problem an Unis: die oft beklagte Befristungsfalle. So hangele sich der akademische Nachwuchs oft bis zum 40. Lebensjahr von einem befristeten und unsicheren Job zum nächsten. Schwarz-Grün will das ändern und fordert die Landesregierung auf, "eine bessere Balance zwischen befristeten und unbefristeten Beschäftigungsverhältnissen zu schaffen".

Julia Eisentraut, Wissenschaftsexpertin der Grünen-Landtagsfraktion, sagt hierzu gegenüber der "WAZ":

"Herausragende Wissenschaft, exzellente Lehre und Forschung brauchen gute Arbeitsbedingungen. Daher verbessern wir die Situation, indem wir im Dialog mit den Hochschulen fairere Bedingungen sowie verlässliche und besser planbare Karrierewege, auch abseits der Professur, vereinbaren."

Heißt konkret: Mehr Dauerstellen müssen her. Zwar sind Hochschulen autonom, laut Eisentraut sind dem Land aber nicht die Hände gebunden. Es könnte zum Beispiel vertraglich mehr Karrierewege für Wissenschaftler:innen unterhalb der Professoren-Ebene vereinbaren und an Finanzzusagen knüpfen.

Früherer Studienbeginn: Umsetzung im Alleingang nicht einfach

Trotz allem: Ein Alleingang in NRW bleibt schwierig. Der rechtliche Rahmen für die Arbeitsbedingungen an den Hochschulen ist laut "WAZ" an zahlreiche Regelungen auf Landes- und Bundesebene gebunden. Aktuell wird der Tarifvertrag der Länder neu verhandelt. Dieser gilt auch für die Hochschulen.

Watson ist jetzt auf Whatsapp
Jetzt auf Whatsapp und Instagram: dein watson-Update! Wir versorgen dich hier auf Whatsapp mit den watson-Highlights des Tages. Nur einmal pro Tag – kein Spam, kein Blabla, nur sieben Links. Versprochen! Du möchtest lieber auf Instagram informiert werden? Hier findest du unseren Broadcast-Channel.

Gleichzeitig läuft derzeit die Überarbeitung des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes auf Bundesebene. Der wissenschaftspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Raphael Tigges, erklärt jedoch: "Mit Blick auf den Fachkräftemangel ist es uns wichtig, Anreize für junge Menschen zu setzen und sie für den Wissenschaftsbetrieb zu begeistern." Man prüfe zunächst das Landesrecht, um mögliche Verbesserungen zu erreichen.

Stanley Cup wird für abstruse Preise auf Kleinanzeigen angeboten

Wenn sich irgendwo eine lange Schlange bildet, ist entweder das neue iPhone auf dem Markt oder Aldi hat mal wieder seine Thermomix-Kopie im Angebot. Manchmal ist es auch ein neues Restaurant, das durch virale Tiktoks einen Hype erfährt. Aber sehr selten handelt es sich um einen Alltagsgegenstand, der auf den ersten Blick nicht nur gewöhnlich, sondern geradezu langweilig erscheint.

Zur Story