Frauen
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.
Bild

"Wir müssen Liebe organisieren, weil das Schweigen im Angesicht des lauten Hasses ein Zustimmen ist", sagte Gümüşay Bild: imago/Jürgen Heinrich/Getty Images/Montage Watson

"Menschsein bedeutet, Fehler zu haben" – Das ist Kübra Gümüşay

31 Tage, 31 Frauen. Im Monat März werden wir anlässlich des "Womens' History Month" bei watson jeden Tag eine bemerkenswerte Frau vorstellen. Tag 8: Die Autorin und Aktivistin Kübra Gümüşay.

Das Leben ist kompliziert, vertrackt und schwierig. Aber auch das, so die Autorin Kübra Gümüşay, ist nur ein Blick auf die Welt: "Er muss ergänzt werden – durch den menschlichen Blick."

Was macht sie?

Die Hamburgerin Gümüşay hat mit nur 20 Jahren begonnen, ein Blog zu schreiben. In "Ein Fremdwörterbuch" schreibt sie zu Politik, Gesellschaft, Feminismus und Islam und wurde 2011 für den Grimme Online Award nominiert. Als eine der "Top 30 bis 30" journalistischen Talente in Deutschland geehrt, schrieb sie in Folge eine regelmäßige Kolumne für die "taz", aber auch für "Die Zeit" und "Zeit Campus".

TEDx Talks gibt sie auch:

abspielen

Video: YouTube/TEDx Talks

Gümüşay engagiert sich aber auch als Aktivistin. Gemeinsam mit Jamie Schearer und Sabine Mohamed initiierte sie vor sechs Jahren den Hashtag #SchauHin – unter dem User*innen ihre Erfahrungen von Alltagsrassismus teilten: "Es ist eine große Erleichterung, zu wissen, dass die eigenen Erfahrungen von vielen geteilt werden", sagte Gümüşay der Frankfurter Rundschau.

Was macht sie besonders?

Wer sich wie Gümüşay für Feminismus und gegen Islamophobie engagiert, der bekommt nicht nur Gegenwind, der bekommt auch Hass zu spüren. Von Online-Trollen und organisierten, rechten Hetzern.

Gümüşay wehrt sich dagegen und sie tut es laut: Auf der Netzkonferenz re:publica hielt sie vor drei Jahren einen Vortrag zu Rassismus und Hass im Internet. Sie sagte: "Wir müssen Liebe organisieren, weil das Schweigen im Angesicht des lauten Hasses ein Zustimmen ist."

Denn das Leben ist zwar vertrackt und schwierig, aber ohne Menschlichkeit weniger wert:

"Wir dürfen Zustimmung nicht nur in Likes äußern, sondern müssen damit öffentlich werden. Zivilcourage sollten wir auch im Netz zeigen, nicht nur im realen Leben."

Was rät sie ihrem jüngeren Ich?

watson sagte sie:

"Das Radikalste, was du als junge Frau tun kannst, ist, du selbst zu sein – und dabei solidarisch mit allen anderen zu sein. Dir das Privileg, den Luxus, herauszunehmen, als unbequemes Individuum durch diese Welt zu gehen. Unbequem deshalb, weil: mit einem Bewusstsein für Gemeinschaft. Die Vermessenheit zu besitzen, Fehler zu haben, makelhaft zu sein. Denn das ist letztlich das, was Menschsein bedeutet."

Mehr Frauen, die du kennen solltest:

31 Frauen-Porträts bei watson.de

Anlässlich des "Women's History Month" stellen wir euch 31 bemerkenswerte Frauen vor – Frauen, die in den unterschiedlichsten Bereichen Außerordentliches leisten.

Hier könnt ihr, sobald sie alle erschienen sind, alle Folgen nachlesen:

1. Kristina Hänel
2. Sasha Marianna Salzmann
3. Mahret Ifeoma Kupka
4. Nura
5. Gina Lückenkämper
6. Ria Schröder
7. Christiane Nüsslein-Vollhard
8. Kübra Gümüşay
9. ???

100 Jahre Frauenwahlrecht

abspielen

Video: watson/katharina kücke

31 Tage, 31 Frauen

Videokunst ohne Grenzen –Das ist Raphaela Vogel

Link zum Artikel

"Frauen sind genauso wissenschaftlich begabt wie Männer"

Link zum Artikel

Programmiere doch einfach selbst – wie Aya Jaff

Link zum Artikel

Das ist Ria Schröder – Entlindnert sie die FDP?

Link zum Artikel

"Trau dich, wehr dich!" – Das ist Barbara Stollberg-Rilinger

Link zum Artikel

Sie kämpft für das Recht auf Selbstbestimmung – Das ist Kristina Hänel

Link zum Artikel

"Beim Fangenspielen sind die Jungs schon verzweifelt." – Das ist Gina Lückenkemper

Link zum Artikel

Sie bloggt für Inklusion – das ist Laura Gehlhaar

Link zum Artikel

"Hass auf das Geschlecht ist kein individuelles Problem" – Das ist Suzie Grime

Link zum Artikel

"Identität braucht Updates" – Das ist Sasha Marianna Salzmann

Link zum Artikel

"Widerspruch ist gut" – Das ist Mithu Sanyal

Link zum Artikel

Mode ist immer auch politisch – Das ist Mahret Ifeoma Kupka

Link zum Artikel

Mitten im Leben – Das ist Steffi Jones

Link zum Artikel

"Glaube an Dich und Deine Ziele" – Das ist Malu Dreyer

Link zum Artikel

"Menschsein bedeutet, Fehler zu haben" – Das ist Kübra Gümüşay

Link zum Artikel

"Sei nicht scheiße zu anderen Menschen" – das ist Rapperin Nura

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Schluss mit Scham! Lasst uns Vulvalippen statt Schamlippen sagen

Özil geht, der Hambacher Forst bleibt, Chemnitz schreckt auf – 2018 war turbulent. Auch für uns: watson.de startete im März. Auf einige Geschichten sind wir seitdem besonders stolz. Wie auf diese hier:

Das Wort "Schamlippen" taucht vermutlich zum ersten Mal im Jahr 1789 auf.

Diese Zeilen schrieb damals der Anatom Johann Friedrich Blumenbach in "Anfangsgründe der Physiologie".

Schamlippen. Diesen Begriff gibt es im Jahr 2018 immer noch. So wird ein Teil der weiblichen Geschlechtsteile bezeichnet: …

Artikel lesen
Link zum Artikel