Bild: Markus Heine/Imago/Getty Images/Montage Watson
31 Tage - 31 Frauen

Das ist Luisa Neubauer – Sie will die Welt retten, nicht nur freitags

31 Tage, 31 Frauen. Im Monat März werden wir bei watson jeden Tag eine bemerkenswerte Frau vorstellen. Tag 22: Die Klima-Fighterin Luisa Neubauer.
22.03.2019, 13:1903.04.2019, 14:14

Luisa Neubauers Name taucht in den Medien zurzeit fast häufiger auf als der von Angela Merkel. Kritik hier, Lob dort. Das ist die Definition einer polarisierenden Persönlichkeit. Dabei will sie doch nur das Klima schützen.

Sie und ihre mittlerweile Tausenden Mitstreiterinnen rund um den Globus, zu denen natürlich auch Greta Thunberg gehört, sind des guten Klimas beste Freundinnen. Kennengelernt hat sich das weibliche Power-Duo im Kampf gegen CO2 und andere Bösewichte auf der UN-Klimakonferenz in Katowice im vergangenen Jahr, Aktivismus für eine lebenswerte und nachhaltige Zukunft betreibt Luisa aber schon seit Teenietagen.

Was macht sie?

Als eine der Hauptorganisatorinnen der "Fridays for Future"-Bewegung hält sie Schülerinnen und Schüler jede Woche aufs Neue dazu an, zu schwänzen. Fürs Klima, versteht sich. Sie fordert einen frühzeitigen Kohleausstieg und konkrete Maßnahmen für den Klimaschutz. Mittlerweile wurden die Freitage in Schleswig-Holstein als gelebte politische Bildung anerkannt.

Dass lautes Demonstrieren kritisches Feedback mit sich bringt, und dass so etwas wie die perfekte Aktivistin nicht existiert, hat die Studentin der Geologie bereits erfahren müssen. Im Netz wurde die gebürtige Hamburgerin für in der Vergangenheit getätigte Langstreckenflüge hart angegangen und auch die Meinungen zum Thema Schwänzen gehen so weit auseinander wie nur möglich. Diskutiert wird schon viel. Leider nicht wegen Luisas Wunsch nach einer grüneren Zukunft, sondern um die Schulpflicht.

Klar, dass sich da auch Politiker einschalten und die Kameras auf Luisa gehalten werden, wenn Christian Lindner sie kritisiert. Mit 22 wären viele bei so viel Druck sicher wahnsinnig geworden. Nicht so Luisa. Als Gast in diversen Talkshows und via Twitter informiert sie regelmäßig über alle wichtigen News zum Thema Nachhaltigkeit und lässt sich von ein bisschen Gegenwind so gar nicht stressen. Und das muss sie auch nicht, schließlich hat sie hinter sich eine Horde wütender Teenies stehen.

Was macht sie besonders?

Denke mal bitte ganz kurz darüber nach, was du mit 22 Jahren gemacht hast. Party? Donnerstags schon betrinken, weil dann ja immer "Studi-Abend" in der Bar im Kiez ist? Nach vier Bier kommt man da sicher am Freitag nur schwer aus dem Bett – da demonstriert es sich deutlich schlecht. Mit erst 22 Jahren macht Luisa Politikern und Privatpersonen bereits seit Januar mächtig Druck, dazu beizutragen, dass Kinder und Jugendliche einen Grund haben, zur Schule zu gehen. Sie hat produktives Schwänzen salonfähig gemacht. Und auch das Statement, das sie gern an ihr jüngeres Ich richten würde, lässt ihr Selbstbewusstsein durchscheinen:

Was würde sie ihrem jüngeren Ich raten?

Gegenüber watson sagt Luisa:

"Lass dich nicht unterkriegen – um einen Unterschied zu machen musst du nicht erst erwachsen werden. Trau dich, die Welt in Frage zu stellen, egal wie alt du bist."
31 Frauen-Porträts bei watson.de
Anlässlich des "Womens' History Month" stellen wir euch 31 bemerkenswerte Frauen vor – Frauen, die in den unterschiedlichsten Bereichen Außerordentliches leisten.

Hier könnt ihr, sobald sie alle erschienen sind, alle Folgen nachlesen:

1. Kristina Hänel
2. Sasha Marianna Salzmann
3. Mahret Ifeoma Kupka
4. Nura
5. Gina Lückenkämper
6. Ria Schröder
7. Christiane Nüsslein-Vollhard
8. Kübra Gümüşay
9. Steffi Jones
10. Laura Gelhaar
11. Malu Dreyer
12. Suzie Grime
13. Aya Jaff
14. Raphaela Vogel
15. Barbara Stollberg-Rilinger
16. Mithu Sanyal
17. Katrin Suder
18. Ebow
19. Julia Görges
20. Doro Bär
21. Sibel Schick
22.

100 Jahre Frauenwahlrecht

Video: watson/katharina kücke
Nach Amoklauf an Uni Heidelberg: Wie Bildungseinrichtungen geschützt werden
Eine Schreckenstat an der Universität in Heidelberg erschüttert ganz Deutschland. Ein junger Mann schießt mit einer Langwaffe in einem Hörsaal um sich. Eine Studentin stirbt, der Mann tötet sich selbst. Über das Motiv rätseln Ermittlungsbehörden noch. Wie sieht die Sicherheitslage in Schulen und Universitäten aus?

Eine 23 Jahre alte Frau stirbt an einem Kopfschuss. Eine 19- und eine 20-jährige Frau sowie ein 20-jähriger Mann werden durch Schüsse leicht verletzt. Das alles geschieht in einem Hörsaal im Neuenheimer Feld an der Universität Heidelberg. Ein Amoklauf. Der mutmaßliche Täter: ein 18-jähriger Biologie-Student aus Berlin – auch er ist tot.

Zur Story